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Strickhof Beef-Tag: Rindermägen rufen nach Struktur

Der Anteil an Energie in der Ration kann nicht beliebig gesteigert werden. Das hielt Tierarzt Martin Kaske am Strickhof Beef-Tag fest.


Publiziert: 22.06.2019 / 18:11

"Der Rindermagen ist von der Evolution her nicht für kraftfutterreiches Futter gemacht." Das sagte Martin Kaske, Tierarzt beim Schweizer Kälbergesundheitsdienst, in seinem Referat zum Thema "Strukturversorgung von Mastmunis" am Strickhof Beef-Tag vom 13. Juni. Sind die Tiere während acht bis zehn Stunden pro Tag am Wiederkäuen, dann würde deren Ration einen genügenden Anteil an strukturreichem Raufutter enthalten, formulierte Kaske als Faustregel.

Die richtige Mitte finden

Bei Rindern führt ein zu tiefer Anteil an Struktur beziehungsweise Rohfasern im Futter zu einem Absinken des pH-Wertes im Pansen, zu Klauenerkrankungen und zu Mastitis. Ein zu hoher Anteil an Raufutter und Rohfasern in der Ration verringert hingegen die Energiezufuhr und führt zu Gewichtverlust. Wenn es darum geht, für die Munimast den idealen Anteil an Struktur in der Ration festzulegen, kommt Kaske deshalb auf die Formel: "So viel wie nötig, so wenig wie möglich".

Wie Martin Kaske darlegte, ist der Anteil an Rau- beziehungsweise an strukturreichem Futter in der durchschnittlichen Ration eines Schweizer Mastmunis eher gering. Erhebungen haben Folgendes ergeben: Ein Tier mit einem Gewicht von 400 Kilogramm nimmt täglich etwa acht Kilogramm Trockensubstanz zu sich: 50 bis 80 Prozent davon als Maissilage; 10 bis 20 Prozent als Grassilage; 1 bis 3 Prozent als Stroh beziehungsweise Heu. Bei 10 bis 20 Prozent der Ration handelt es sich um Kraftfutter. "Das ist ein Menu mit einer hohen Energiedichte und wenig Struktur", stellte Kaske fest. Die möglichen Folgen einer Fütterung mit (zu) hoher Energiedichte stellte Kaske am Beispiel eines Mastbetriebs dar, der sich beim Gesundheitsdienst meldete: In vier Buchten dieses Betriebs verhielten sich sämtliche 56 Mastmunis mit einem Gewicht zwischen 300 und 450 Kilogramm auffällig unruhig. Sie hatten aber weder Fieber, noch zeigten sie sonst irgendwelche Krankheitssymptome. Die tägliche Gewichtszunahme dieser Tiere lag über dem Durchschnitt.

Eine Analyse der Futterration auf diesem Betrieb ergab, dass der Anteil an langen und strukturreichen Futterbestandteilen vergleichsweise tief war. Eine Zugabe von 300 bis 500 Gramm gehäckseltem Stroh pro Tier und Tag in der Futterration führte zu einer Beruhigung der Situation. Ähnliche Symptome wie die beschriebenen treten laut Kaske immer wieder auch in anderen Mastbetrieben auf. Meist in solchen mit überdurchschnittlichen Gewichtszunahmen der Tiere, oft in Kombination mit überschäumender Jauche.

Sehr hoher Maisanteil

In der Munimast ist der Maisanteil in der Fütterung in der Regel sehr hoch. Das führt zu einem hohen Stärkeanteil in der Ration, der den Bedarf übersteigt und somit nicht vollständig im Pansen abgebaut wird. Die überschüssige Stärke gelangt in den Dünndarm, wo sie durch Bakterien weiter abgebaut respektive umgewandelt wird. Diese Umbauprodukte stehen dem Tier nicht zwingend zur Verfügung. Ein steigender Kotgehalt und schäumende Gülle sind die Folgen. Wie Martin Kaske darlegte, haben Futterversuche in Mastbetrieben im Zürcher Unterland zudem ergeben, dass die Gleichung "ein hoher Anteil an Stärke in der Ration führt zu einer hohen Gewichtszunahme" nicht aufgeht. Umgekehrt verhält es sich so, dass bei einer Ration mit hohem Strukturgehalt sich auch das Wachstum der Tiere beschleunigt.

Viele Faktoren spielen mit

Martin Kaskes Fazit: "Der Anteil an Stärke und Energie in der Ration kann nicht beliebig gesteigert werden. Irgendwann ist Schluss." Nur gesunde Tiere würden ein optimales Wachstum garantieren. Der Tierarzt wies aber auch darauf hin, dass neben der Zusammensetzung der Ration auch Faktoren wie die Situation auf dem Geburtsbetrieb, die Beschaffenheit der Liegeflächen oder die Luftqualität eine entscheidende Rolle für die Entwicklung der Tiere spielen.

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