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Starker Franken kurbelt Traktoren-Verkäufe an

Ein Jahr Frankenschock: Die Bilanz fällt für die Landwirtschaft zwiespältig aus. Produktionsmittel und Landmaschinen aus dem Ausland wurden zwar billiger, auf die Käseexporte wirkte sich der starke Franken hingegen negativ aus.


Publiziert: 16.01.2016 / 10:42

Exakt vor einem Jahr, am 15. Januar 2015, hat die Schweizerische Nationalbank angekündigt, den Euro-Mindestkurs aufzuheben. Das wertete den Franken schlagartig auf, begünstigte Importe und hemmte Exporte. Ein Jahr danach zeigt sich: Die Schweiz hat 2015 insgesamt zwar leicht mehr Käse exportiert, die Ausfuhren in europäische Staaten sanken aber, ebenso der durchschnittliche Exportpreis. „Die Situation bleibt sehr angespannt“, urteilt David Escher, Direktor von Switzerland Cheese Marketing, in einem Interview mit dem LID.  

Der starke Franken hat aber auch seine positiven Seiten für die Landwirtschaft. Bauern mussten für Traktoren deutlich weniger tief ins Portemonnaie greifen. 2‘887 Stück wurden gemäss Bundesamt für Statistik von Januar bis November 2015 neu in Verkehr gesetzt. Das entspricht einem Plus von 16 Prozent gegenüber der gleichen Vorjahresperiode.

Markus Angst spricht denn auch von einem guten Jahr. Er leitet den Verkauf bei der GVS Agrar AG, der Generalimporteurin von Fendt-, Massey Ferguson- und Valtra-Traktoren. Die Preise sind laut Angst um 11 bis 12 Prozent gesunken, was je nach Traktoren-Modell schnell einmal 10‘000 Franken und mehr ausmache. Dass der Boom anhält, glaubt Angst indes nicht. Er geht davon aus, dass sich investitionswillige Bauern 2015 eingedeckt haben und die Verkäufe heuer markant abnehmen werden.

Die plötzliche Frankenaufwertung hat nicht nur Traktoren verbilligt, sondern auch andere Produktionsmittel wie zum Beispiel Dünger. Diese seien rund 10 Prozent günstiger geworden, sagt Jürg Friedli, Geschäftsführer von Landor, dem grössten Schweizer Düngemittel-Händler. Billiger wurde etwa Ammonsalpeter, der meistverkaufte Dünger. Andere Produkte wie beispielsweise Diammoniumphosphat (DAP) blieben hingegen preislich stabil, weil sie in Dollar gehandelt würden, so Friedli. Mehr Dünger hätten die Bauern aber trotz tieferer Preise nicht eingekauft, weil man wegen der einzelbetrieblichen Nährstoffbilanz pro Fläche nur eine gewisse Menge an Mineraldüngern ausbringen dürfe.

lid

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