Die einen sind schon auf der (unteren) Alp angekommen, die anderen haben zu Beginn der zweiten Folge der SRF-Sendung «Z'Alp» noch immer einen weiten und beschwerlichen Weg vor sich. 

 

Golden Shower und Fango-Packungen im Kuhstall

Eng ist es im Alpstall von Ueli von Allmen oberhalb von Habkern im Berner Oberland. «Da bekommt man ab und zu eine golden shower oder eine Fango-Packung», kommentiert der 46-Jährige, während neben ihm gelegentlich ein Kuhfladen fällt oder ein Urin-Strahl plätschert. Das seien eben alptypische Kollateralschäden, meint er pragmatisch. 

Beim Käsen offenbart von Allmen seine nachdenkliche Seite: Das sei viel Handarbeit und so beim Rühren versinke er manchmal in Gedanken. Mit seinem Hund Chigga und den gelegentlichen Besuchen von Nachbaren fühle er sich auf der Alp nie einsam.  

Die Melkmaschine streikt

Auf der oberen seiner zwei Alpen streikt die Melkmaschine. «Sonst geht das immer», meint von Allmen etwas ratlos. Die Älpler bleiben aber gelassen. «Von Handmelken? – Das tun wir uns nicht an, bis dahin werden wir das Problem schon gelöst haben.» Die Erlösung bringt schliesslich Blasen statt Saugen, das die Verstopfung in der Melkmaschine behebt. «Vakuum gut, alles gut», resumiert Ueli von Allmen, als er eingeklemmt zwischen Kuhleibern die Melkmaschine wieder in Betrieb nehmen kann 

Bloss keine Zivilisation

Am zweiten Tag ihrer sechstägigen Reises durchs Bündnerland müssen Fabienne Fuhrmann und ihre berittenen Helferinnen ihre 33 Schafe über die Lenzerheide treiben. Fuhrmann sagt von sich, sie habe eine Abneigung gegen die Zivilisation, «in diesen Momenten bekomme ich Stress». 

Eine furchtbare Nacht in wolliger Gesellschaft

Zwar weichen die Schafe gerne vom Weg ab, sie tun Fuhmann aber nicht den Gefallen, den englischen Rasen vor einigen Villen zu verwüsten. Etwas Düngen oder Anknabbern, das hätte sich die Bündnerin nämlich schon gewünscht. 

Als sie in einem Unterstand übernachten müssen und die Schafe nachts nahe am Zelt sind, wird es aber auch Fuhrmann fast etwas zu viel des Guten. «Das war furchtbar», schildert sie. Ständig seien die Tiere rein und raus gerannt und dabei fast über das Zelt gestolpert. 

Immer noch auf dem Marsch

Seit drei Stunden sind die Appenzeller in Urnäsch mit ihren Kühen auf dem Weg bergauf. Die traditionellen gelben Lederhosen sind mittlerweile etwas schwarz von den Treicheln, aber das Singen, Marschieren und Kuhglocken-Läuten ist den Älplern noch nicht vergangen. «Man macht es unter anderem denen zuliebe, die noch Freude daran haben», erklärt Hansueli Dietrich. 

Der Appenzeller entpuppt sich als leidenschaftlicher Viehzüchter. «Das ist die richtige Freiheit, jeder kann züchten, was er will. Ehrlich gesagt, ich möchte keine einzige Kuh meines Nachbarn – er aber auch keine von meinen», meint Dietrich. Man habe einfach ein anderes Zuchtziel. Seine Kühe würde er nach eigenen Aussagen auch dann nicht enthornen, wenn er deswegen ein Auge verlieren würde.

Zum Schluss ein neues Kalb

«Das ist nicht wie beim Wandern. Es zieht immer, du musst einfach gehen», sagt Dietrichs Frau Marianne zum anstrengenden Marsch, den auch ihre kleinen Kinder mitmachen. 

Die Ankunft auf der Schwägalp wird gekrönt von der Geburt eines Kalbes. Die Anspannung fällt und man versammelt sich zum Bier, während das Vieh draussen das saftige Alpgras kosten darf.

 

Dreiteilige Serie

Während die ersten beiden Folgen von «SRF bi de Lüt - z'Alp» am 19. und 26. Juni den Alpaufzug und das Einleben in den Bergen begleiten, werden in der dritten Folge vom 21. August die strengen Arbeitstage und das einfache Leben auf der Alp gezeigt. Jeweils am Freitagabend um 20.05 Uhr auf SRF 1.