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Spezialkulturen: Pflanzenschutz-Initiativen brächten 30 bis 40 Prozent Ertragsreduktion

Die Gemüse- und Obstproduzenten wären von den Pflanzenschutz-Initiativen stark betroffen. Mit einer neu gegründeten IG wollen sie aber nicht nur die Volksbegehren bekämpfen, sondern auch Alternativen fördern.


"Drei Viertel der Bevölkerung leben heute in Städten, sie interessieren sich gleichzeitig zunehmend für die Produktion", sagte Oliver Mark, Präsident von Jardin Suisse. Das freue die Produzenten und stelle sie gleichzeitig vor Herausforderungen, erklärte er mit Verweis auf die beiden hängigen Pflanzenschutz-Initiativen.

Fünf Mitgliedorganisationen

Jardin Suisse ist eine von fünf Organisationen, die im Januar die IG Zukunft Pflanzenschutz gegründet haben. Der IG gehören auch der Verband Schweizer Gemüseproduzenten (VSGP), der Schweizer Obstverband (SOV), die Branchenorganisation Swisspatat sowie die Swiss Convenience Food Association an.

Die IG will nicht nur die Initiativen bekämpfen, sondern auch Alternativen aufzeigen. Wie Oliver Mark erklärte, arbeite man mit Hochdruck an neuen Methoden zum Ersatz des chemisch-synthetischen Pflanzenschutz. Bis 2030 wolle man für sämtliche Produkte über alternative Verfahren verfügen können.

Kombiniertes Spritz- und Hackgerät als Alternative

Thomas Wyssa, Gemüseproduzent aus Galmiz BE präsentierte ein aktuelles Projekt zur Verminderung des Pflanzenschuzmittel (PSM)-Einsatzes, die Spot Spray-Technik. Das kombinierte Spritz- und Hackgerät spritzt lediglich die Setzlinge, die Fläche zwischen den Pflanzen bleibt unbehandelt und zwar auch in den Reihen.

Der im Einsatz stehende Prototyp liefere ermutigende Ergebnisse, sagte Wyssa. Es gebe zwar noch Kinderkrankheiten, aber man arbeite aber mit den Projektpartnern (Agroscope, FiBL, kantonale Fachstellen, VSGP, SZG und Industrie) an deren Behebung. Die Vorteile seien neben der PSM-Mengenreduktion die geringere Abdrift beim PSM-Einsatz. Nachteil des Verfahrens sei die noch geringe Schlagkraft.

Ernst Lüthi, Produzent aus Ramlinsburg BL und Präsident des Forum Kern- und Steinobsts des SOV erklärte, es habe sich seit der Jahrtausendwende bereits vieles verändert, er erwähnte unter anderem die Abwehr der Kirschessigfliege mittels Netzen. Die Initiativen brächten nun neuen Druck, das sei grundsätzlich begrüssenswert. Allerdings sei das angeschlagene Tempo sehr hoch. Die Alternativen könnten nicht über Nacht umgesetzt werden.

In feuchten Jahren sind Totalausfälle möglich

"Die beiden Initiativen sind extrem und nicht die richtige Lösung", sagte Bruno Pezzatti, Nationalrat und ehemaliger SOV-Präsident. Den tatsächlichen Verhältnissen in der Spezialkulturenbranche und den gemachten Fortschritten trügen sie keine Rechnung. Man müsste beim Verzicht auf PSM mit 30-40 Prozent Produktionsrückgang rechnen, in regnerischen Jahren sogar mit Totalausfällen.

Die IG Zukunft Pflanzenschutz halte fest, dass grosse Anstrengungen laufen und bereits umgesetzt worden sind. Trotzdem bestehe Handlungsbedarf. Mit dem Aktionsplan PSM und der neuen Agrarpolitik 22+ gebe es aber gute Instrumente, es brauche die Initiativen nicht.

Unterstützung durch die Konsumenten

VSGP-Präsident Hannes Germann betonte die hohe Bedeutung der Forschung für die Reduktion des PSM-Einsatzes. Es gehe nicht nur um den Einsatz bestehender Mittel, sondern auch um die Neuentwicklungen gegen neue Krankheiten. Ein Totalverbot wäre deshalb laut Germann nicht zielführend.

Support erhalten die Produzenten von Babette Sigg, der Präsidentin des Konsumentenforums. "Wir können nicht zu Gotthelfs Zeiten zurückkehren, wenn wir bald 10 Mio Menschen ernähren wollen", sagte sie. Die Zeit sei aber reif für Veränderungen. Man müsse den Fokus aber auf Innovation statt Verbote setzen. "Die IG nimmt die Anliegen von Konsumenten und Konsumentinnen ernst, das haben wir gemerkt", so Sigg.

Pestizidverbots-Initiative unter "ferner liefen"

Auf die Frage, warum es eine eigene Kampagne für Spezialkulturen brauche, erklärte Oliver Mark, die Kampagne der IG fokussiere vor allem auf die Pestizid-Verbotsinitiative, während der SBV vor allem auf die Trinkwasser-Initiative fokussiert. Man ziehe aber am gleichen Strick. Es sei noch zu früh zu wissen, welche Mittel man während der Kampagne einsetzen werde. Es sei unter anderem auch eine Möglichkeit, die Spezialkulturen-Berufe bekannter zu machen.  

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