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Spezialkulturen: Dämme auch beim Grünspargel

Deutschschweizer Spargelproduzenten trafen sich auf dem Erlenhof in Oberstammheim. Dieser setzt auf Blaubeeren als Zweitkultur.


von Roland Müller
Publiziert: 02.09.2019 / 07:43

Nach dem diesjährigen Abschluss der Spargelsaison organisierte die Landi Hüttwilen und Umgebung gemeinsam mit den Fachstellen für Gemüsebau der Deutschschweizer Kantone eine umfassende Fachtagung für Spargelproduzenten. Diese führte die zahlreichen Teilnehmer auf den Erlenhof von Marius und Oliver Brupbacher in Oberstammheim im Zürcher Weinland. Dieser Betrieb, den die Beiden bereits in zweiter Generation führen, ist auf die arbeitsintensiven Spezialkulturen Grünspargel und Blaubeeren spezialisiert. Arbeits- und erntemässig ergänzen sich die beiden Kulturen ideal, weil die Blaubeeren nach den Grünspargeln geerntet werden können (siehe Kasten). «Wir haben aktuell etwas mehr als 10 Hektaren Grünspargeln im Ertrag», erläuterte Oliver Brupbacher den Teilnehmern der Sommertagung.

Eigene Erntemaschinen

Speziell auf dem Erlenhof ist, dass der Grünspargel auf Dämmen angebaut wird. Das ist an sich nur beim Bleichspargel üblich. «In unseren eher anspruchsvollen schwereren Böden führen die Dämme dazu, dass sich diese im Frühling schneller erwärmen, was sich positiv auf das Wachstum der Spargeln auswirkt», erklärte Oliver Brupbacher. Zudem ermöglichen die Dämme eine rationelle Ernte mit kleinen, selber entwickelten Erntemaschinen. Gegenwärtig ist das Kraut auf Mannshöhe herangewachsen. Es wird dafür sorgen, dass möglichst viele Reservestoffe in die Wurzelmasse der Spargeln eingelagert werden. Diese sind im kommenden Frühling bei der Bildung der neuen Spargelsprossen matchentscheidend für deren Anzahl und Grösse. «Nach dem Augustgewittersturm 2017 war das Kraut völlig zerstört, wir mussten uns 2018 mit einer um 25 Prozent geringer ausgefallenen Ernte begnügen», so Brupbacher.

Die als Dauerkulturen angebauten Spargeln werden regelmässig durch Neupflanzungen erneuert. Die Brupbachers achten dabei darauf, dass vor einem Neuanbau nach Möglichkeit bis zu zehn Jahre vergangen sind. Sie setzen auf Sorten, welche geschlossene Köpfe aufweisen und starke Stangen bilden. Für die Ernte stehen rund 22 Mitarbeiter im Einsatz. Dabei setzen die Brüder auf einheimisches Personal. «Wir haben zahlreiche sehr rüstige Rentner, welche diese Arbeit ausführen. 14 von ihnen schneiden die Spargeln.» Bei normalen Bedingungen werden während der Erntezeit jeweils alle Flächen übererntet. Bis am Mittag sind die Grünspargeln marktfertig.

Visuelle Kontrollen

Im zweiten Teil der Tagung im thurgauischen Hüttwilen stand die Nährstoffversorgung der Spargelkulturen im Zentrum. Carmen Feller befasst sich am deutschen Leibniz-Institut für Gemüse- und Zierpflanzenbau mit Fragen zur Düngung und möglichen Mangelerscheinungen. Sie hat festgestellt, dass insbesondere in den ersten vier Jahren eine umfassende Versorgung mit Nährstoffen und Spurenelementen für die Wirtschaftlichkeit und Ertragsstärke wichtig ist. Bei ihren Versuchen stellte sie fest, dass für die Spargeln die Schwefelversorgung sehr bedeutend ist. Mangelerscheinungen sind helle bis grüngelbe Nadeln und spindeldürre Pflanzen.

Nährstoffmängel lassen sich laut Feller durch eine dem Bodentyp angepassten optimalen Einstellung des pH-Wertes, durch eine gute Humusversorgung und regelmässige Bodenanalysen verhindern. Bei einer regelmässigen visuellen Kontrolle seien Mangelerscheinungen wie Verfärbungen an den Pflanzenteilen, Verkümmerungen oder verringerter Wuchs rasch erkennbar.

Ausgesprochen lange Ernte

In der auf Spezialgemüse- und Beeren spezialisierten Landi Hüttwilen liefern viele Produzenten ihre Ernte ab. Die Landi hat sich als überregionale Plattform und Drehscheibe für die Vermarktung von Bleich- und Grünspargeln etabliert. Im Rückblick auf die diesjährige Erntesaison sprach Landi-Vertreter Ruedi Grunder von einem sehr frühen Erntestart bereits am 25. März. Anschliessend sorgte aber eine Kälteperiode für einen verzögerten Start in den Freilandkulturen. Frostnächte insbesondere Anfang Mai und Niederschläge sorgten für Erntepausen und Lieferungsengpässe. «Wir durften aber bis zum 18. Juni eine sehr gute Schlussphase mit grosser Nachfrage verzeichnen. Bei den Grünspargeln dürfen wir von einer guten und bei den Bleichspargeln von einer reduzierten Ernte sprechen», sagte Grunder. Die Ernte war mit einer Dauer von 13 Wochen überdurchschnittlich lang. In der Spitzenwoche wurden 55 Tonnen Bleich- und 45 Tonnen Grünspargel über die Plattform in Hüttwilen vermarktet.

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