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So war es früher: Ernährungssicherheit

Nach dem deutlichen Ja zur Initiative betreffend Ernährungssicherheit letzten September hat sich nicht viel getan. Als hingegen im November 1940 die Versorgung der Schweizer Bevölkerung diskutiert wurde, waren die Folgen drastisch.  


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Die Sense liegt schwer in den zittrigen Händen des alten Bauers, nennen wir ihn Kari. Früher waren seine Bewegungen fliessender, die Arbeit schneller getan. Und doch kämpft sich der weissbärtige Greis weiter durch das Weizenfeld, sein Ziel - er teilt es mit tausenden anderen - immer vor Augen: Die Ernährung der Schweizer Bevölkerung während des Zweiten Weltkriegs sicherstellen.

"Bauern! Das Vaterland erwartet, dass ihr eure Pflicht tut!"

"Am 15. November 1940 hielt Dr. Wahlen, der damalige Leiter der Landwirtschaftlichen Versuchs- und Untersuchungsanstalt Oerlikon ZH, in der Gesellschaft schweizerischer Landwirte einen Vortrag, in dem er den berühmt gewordenen Plan Wahlen entwickelte (...)." Und dieser hatte es in sich: Die Behörden verordneten die Pflicht, mehr Ackerbau - insbesondere Mehranbau von Getreide, Kartoffeln sowie Gemüse - zu betreiben. Gleichzeitig sollte dabei der Fleischkonsum reduziert werden, da dieser kalorienineffizient sei.

Kari war nicht von Beginn weg begeistert von den Ideen aus dem Bundeshaus: Ein Zwangsanbau zu Zeiten des freien Markts - Unmöglich! Und ohnehin: Ein Krieg sei sowieso nicht wahrscheinlich, das könne friedlich gelöst werden. 

Dem Ruf der Behörden "Bauern! Das Vaterland erwartet, dass ihr eure Pflicht tut!", wurde dennoch in weiten Kreisen widerstandslos Folge geleistet. Dies aber erst, nachdem den Schweizerinnen und Schweizern durch die Kapitulation Frankreichs das Bedrohungspotential des Krieges bewusst worden war.

"Nicht nur die Männer, die ganze Familie"

"Die Bauernsame hat diese Pflicht erfüllt; nicht nur die Männer, die ganze Familie. Immer kleiner wurden die Zufuhren, immer schwieriger die Produktionsbedingungen, immer länger die Militärdienste - und dennoch blieb das Schweizer Volk vor Hunger und Not bewahrt." Doch der Pflicht nachzukommen, war keineswegs einfach: Mit der Erweiterung der Ackerbaufläche, wuchs auch der Arbeitsaufwand. Gleichzeitig wurden die Bauern, ihre Söhne und Angestellten vom Militärdienst beansprucht. Den Bauernbetrieb ohne fremde Unterstützung aufrecht zu erhalten, war für die verbliebenen Frauen, Kinder und Greise kaum machbar.

Ohne seinen Junior kann Kari die anstehende Arbeitsflut nicht bewältigen: Ährenlesen, jäten, das Dach flicken, das Vieh besorgen. Schwiegertochter Anna hilft zwar, so gut sie kann, doch auch sie kommt an ihre Grenzen. Umso grösser war die Erleichterung über den Bundesbeschluss, dass Arbeitsdienstpflichtige aufgeboten werden können. "Gestützt auf diese Verfügung, sollten der Landwirtschaft namentlich Arbeitslose, Stellensuchende, Pensionierte, Freiwillige, Jugendliche und Leute aus entbehrlichen Berufen zugewiesen werden."

Abstimmungscouvert zu - Arbeit getan

Im November 2017 sitzt Karis Urenkel Julian am Schreibtisch, vor ihm die Abstimmungsunterlagen der Initiative zur Ernährungssicherheit. Die Vorlage genau durchzulesen, dazu hat er weder Lust noch Energie. Achselzuckend kritzelt er neben die Abstimmungsfrage ein Ja, dann klebt er das Couvert zu. Für ihn ist die Arbeit damit getan.

dmo

Mit Auszügen aus "Die Festgabe des Schweizerischen Bauernverbandes 1897 bis 1947"

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