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Smart Farming: Wird der Anbau vertikal?

Verschiedene neue Technologien dringen in der Landwirtschaft vor, so dass man sich fragen muss, wie sie die Lebensmittelproduktion in Zukunft bestimmen werden. Ist die Zukunft der Landwirtschaft womöglich vertikal?


Publiziert: 18.02.2019 / 12:06

Nicht nur vertikalen Indoor-Gemüseplantagen könnten die Landwirtschaft verändern. "Agrarheute" berichtet über das Vordringen  der künstlichen Intelligenz in Stall und Feld, selbstständigen Jät-Roboter, autonome Traktoren, Mist- und Fütterungsroboter. Während ferngesteuerte Drohnen bereits heute Rehkitze aufspüren und Daten sammeln, sind obige Ansätze noch wenig verbreitet oder stecken in den Kinderschuhen. Könnten sie einmal die traditionellen Landwirtschaft auf den Kopf stellen?  

Sparsam, produktiv, dezentral

In vertikalen Farmen, wo Gemüse in einer Art Regalen übereinander wachsen, kann laut dem Hamburger Start-Up Farmers Cut 20 mal pro Jahr geerntet werden. Das System ist geschlossen, Pflanzenschutzmittel nicht nötig und die Anlage ist platzsparend. Dank künstlicher Beleuchtung steht so dem Gemüsegarten im Keller nichts mehr im Weg.

Die multifunktionale Wiese

In der Politik, den Medien und der Wissenschaft hört man in letzter Zeit vermehrt den Begriff der Ökosystem-Leistungen. Damit will man zum Ausdruck bringen, dass ein intaktes Ökosystem verschiedene Aufgaben erfüllt. Eine Wiese zum Beispiel ist ein Lebensraum für Insekten, eine Quelle für Samen und Futter für Vieh. Eine vertikale Farm im Keller hingegen liefert Gemüse für Menschen, nicht mehr und nicht weniger. Nebenbei ist sie höchstens ein grosser Stromverbraucher.

Sinnvolle Einsatzgebiete für Technik

Nicht überall scheint es sinnvoll, den Menschen durch künstliche Intelligenz zu ersetzten. Ein Jät-, Melk- oder Mistroboter führt wenig anspruchsvolle Arbeiten aus und kann damit dem Bauern Zeit für andere Aktivitäten verschaffen. Den Kontakt zwischen Vieh und Mensch kann ein Roboter aber nicht ersetzen. Letztlich muss man sich fragen, wo Technik die richtige Lösung ist. Dass es eine Maschine dafür gibt, heisst noch nicht, dass sie eine Arbeit besser erledigen kann als ein Mensch. 

Einflechten ins Netz

Natürliche Ökosysteme sind ein riesiges Netz aus Tieren und Pflanzen. Diese wirken zusammen, um verschiedene Funktionen zu erfüllen und das System am Laufen zu erhalten. Indoor-Anlagen sind ein Gegensatz dazu, weitestgehend abgekapselt von aussen und einseitig produktiv. Auch wenn solche Techniken ihre Vorteile haben, sie taugen eher als Notlösung. Besser, natürlicher erscheint der Versuch, die Landwirtschaft harmonisch in diese lebenden Netze einzuflechten. Welche Rolle die künstliche Intelligenz dabei spielen wird, bleibt abzuwarten.

jsc 

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