Haben Sie noch kein Abo der BauernZeitung?
Ein Produkt auswählen und bestellen

Sie sind bereits BauernZeitungs-Abonnent - haben aber noch kein Online-Login?
Die sofortige Freischaltung anfordern

Haben Sie Ihr Passwort vergessen?
Passwort vergessen

Haben Sie Fragen?
Infohotline: 031 958 33 33
Montag bis Freitag 8:00 - 17:00 Uhr

 

Haben Sie noch kein Abo der BauernZeitung?
Ein Produkt auswählen und bestellen

Sie sind bereits BauernZeitungs-Abonnent - haben aber noch kein Online-Login?
Die sofortige Freischaltung anfordern

Haben Sie Ihr Passwort vergessen?
Passwort vergessen

Haben Sie Fragen?
Infohotline: 031 958 33 33
Montag bis Freitag 8:00 - 17:00 Uhr

 

Schweine: Vollspalten noch bis 2018 erlaubt

In der Schweinehaltung müssen die Vollspaltenböden bis am 31. August 2018 auf ein Zweiflächensystem umgebaut werden.


Publiziert: 08.03.2014 / 07:03

In der Schweiz müssen die heute üblichen Vollspaltenböden in der Schweinehaltung gemäss Tierschutzverordnung bis zum 31. August 2018 auf ein Zweiflächensystem umgebaut werden. Dabei sind ein Drittel Vollspalten und zwei Drittel feste Fläche vorgeschrieben.


Zirka 30% der Mastplätze gehen verloren


Allein aufgrund der höheren Mindestfläche pro Mastschwein ist zu befürchten, dass in den bestehenden Gebäuden mit Vollspalten etwa 30% der Mastplät
ze verloren gehen. Verschiedene Betriebe dürften zudem wegen ihrer eher ungünstigen Lage Schwierigkeiten haben, eine Bewilligung für einen Umbau zu erhalten.


Auch gelten dann neue Mindestflächen. Für Schweine in Gruppenhaltung und Zuchteber muss ein in grösseren Flächen zusammenhängender Liegebereich, der nur einen geringen Perforationsanteil zum Abfliessen von Flüssigkeiten aufweisen darf, vorhanden sein. Vollspaltenböden werden verboten. So dürfen Böden im Liegebereich von Schweinen maximal folgenden Perforationsanteil aufweisen:

  • 5% für seit 1. September 2008 bestehende Mastschweineställe.
  • 2% für übrige Ställe (Neubauten).
  • Der Liegebereich muss «zusammenhängend» sein.
  • Ferkelaufzuchtbuchten dürfen nur zu zwei Dritteln mit Spalten- oder Lochböden versehen werden.

Der Perforationsanteil 
bei Betonrosten

Laut Tierschutzverordnung darf der Perforationsanteil von Betonrosten nicht optisch bestimmt werden, sondern er muss berechnet werden. Sind alle Rost­elemente eines Stalls vom gleichen Hersteller und weisen sie die gleiche Länge auf, so muss nur ein einziges Element aus-gemessen werden.

Es können aber auch verschieden lange Rostelemente in einem Stall vorkommen, wenn verschieden breite Güllekanäle vorhanden sind. In diesem Fall muss je 
ein Element jeder Länge ausgemessen werden, da verschieden lange Elemente im Normalfall ungleich lange Schlitze aufweisen.

Suisseporcs machte frühzeitig auf das Problem aufmerksam

Der Schweizer Dachverband Suisseporcs machte frühzeitig auf diese Problematik aufmerksam. Um abschätzen zu können, wie viele Mastplätze ab dem 31. August 2018 nicht mehr in der Produktion sein werden, ist eine umfangreiche Fragebogenaktion gestartet worden.

Die Erhebungen und Auswertungen wurden im Rahmen einer Diplomarbeit von Markus Käppeli im Jahr 2012 gemacht. «Die Auswirkungen der Umbauvorschriften der Schweinemastställe mit Vollflächenroste sind vermutlich niemanden genau bekannt», bestätigt Adrian Schütz von der Suisseporcs. Folgende Auswirkungen sind schon jetzt klar:

  • Der Flächenbedarf pro Schwein wird grösser (0,9 statt 0,65 m2 bei einem Lebendgewicht von 85 bis 110 kg).
  • Höhere Kosten für den Betriebsleiter.
  • Der Perforationsanteil in den Schweinebuchten, die Hygiene und Verschmutzung in Zusammenhang mit dem Arbeitsbedarf ist erst in Abklärung.

Agroscope startete 
eine Untersuchung

Adrian Schütz stört sich daran, dass keine Praxisversuche vor der Formulierung in der Verordnung gemacht wurden. Für ihn ist klar, dass auch in Zukunft die Wirtschaftlichkeit und die Wettbewerbsfähigkeit für die Schweinehalter stimmen muss.

Auch die Forschungsanstalt Agroscope Reckenholz-Tänikon (ART) nahm sich diesem Thema an. Weil bis anhin noch keine Arbeiten bekannt sind, in denen die Eignung solcher Liegeflächen bezüglich Verschmutzung von Buchten und Tieren untersucht wurden. In Zusammenarbeit mit der Suisseporcs hat die ART eine Untersuchung durchgeführt, um die grundsätzliche Eignung von Liegeflächen mit einem geringen Perforationsanteil bei Mastschweinen abzuklären.

Dazu wurden auf vier Praxisbetrieben mit Vollspaltenbuchten verschiedene Liegeflächen mit unterschiedlichen Perforationsanteilen und aus verschiedenen Materialien untersucht. Es handelte sich dabei um Betonroste mit 5%, 6%, 6,4% und 8%, Gummimatten mit 5% und 10% sowie Click In (Kunstoffelemente zum Verschliessen von bestehenden Spalten) mit 5% Perforationsanteil.

Auf vier Mastbetrieben wurden die Bodentypen untersucht

Auf den vier bestehenden Mastbetrieben mit Vollspaltenbuchten – je zwei mit Nebenprodukten der Nahrungsmittel-
industrie und zwei mit Schottenfütterung – wurden die zu untersuchenden Bodentypen in je eine Bucht eingebaut. In jeder Versuchsbucht wurde der zu untersuchende Boden als Liegefläche mit einem Platzbedarf von 0,6 m2 pro Ausmasttier eingebaut.

Wie im ART-Bericht zu lesen ist, zeigen die Ergebnisse der Untersuchung auf, dass die Lie-
geflächen und die Tiere umso 
stärker verschmutzt waren, je tie-
fer der Perforationsanteil war. 
In Buchten mit dem Bodentyp Gummimatte 10% war die Verschmutzung der Liegeflächen und der Tiere auf einem ähnlichen Niveau wie in Buchten mit Vollspaltenboden.

Auch auf Böden mit einem Perforationsanteil von 5% war die Verschmutzung der Liegeflächen und der Tiere in der Gesamtbeurteilung auf einem Niveau zwischen «sauber» und «wenig verschmutzt». Der in der Tierschutzgesetzgebung vorgegebene maximale Perforationsanteil von 5% führte somit nicht zu einer Verschmutzung, die unter dem Gesichtspunkt des Tierwohls als inakzeptabel zu beurteilen ist.

Peter Fankhauser

Werbung
Werbung
War dieser Artikel lesenswert?
Kommentar erfassen
Werbung
Werbung
Werbung
Werbung
Artikel zum Thema
Leser-Schnappschüsse Weitere Schnappschüsse Senden Sie uns Ihre Schnappschüsse!