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SBV stoppt umstrittene Nullparzellen-Aktion

Im Hinblick auf die Pflanzenschutz-Abstimmung wollte der Schweizer Bauernverband (SBV) landesweit Parzellen ohne Behandlung wuchern lassen, um zu zeigen, wie wichtig der Pflanzenschutz ist. Nach teilweise heftigem Widerstand von Seiten der Biobauern wird die Aktion nun gestoppt.


Publiziert: 13.02.2019 / 16:39

Die Aktion mit sogenannten Nullparzellen im Projekt "Schau in meinen Acker" ist abgeblasen worden, bevor die erste dieser Parzellen angebaut war. Dies hat der SBV am Mittwoch den Mitgliedorganisationen mitgeteilt. "Die geplanten Nullparzellen im Rahmen der Vorkampagne ‘Wir schützen, was wir lieben’ haben bei vielen Biobauern/in Biokreisen teilweise heftigen Widerstand hervorgerufen", schreibt Kampagnenleiter Urs Schneider in einer Mail, die der BauernZeitung vorliegt.

Statt Nullparzellen gut gepflegte Ackerkulturen

Aus diesem Grund habe sich diese Woche der Vorstand des Bauernverbands nochmals mit dem Thema befasst. "Obwohl die Massnahme keineswegs gegen die Bioproduktion gerichtet war, sondern mit ihr aufgezeigt werden sollte, dass Pflanzen Schutz und Pflege brauchen, wurde beschlossen, auf die Nullparzellen zu verzichten", schreibt Schneider. Damit solle verhindert werden, dass ein inner-landwirtschaftlicher Konflikt und nicht die Sache im Vordergrund steht.

Das Thema Pflanzenschutz solle aber dennoch erklärt und der Dialog mit der Bevölkerung geführt werden. Statt Nullparzellen, bei denen auf sämtliche Pflegemassnahmen verzichtet wird, sollen nun laut dem SBV gut gepflegte Ackerkulturen und Spezialkulturen mit einer Tafel zur Pflege der Kulturen ausgerüstet werden.

Inner-landwirtschaftliche Auseinandersetzung "nicht zielführend"

Alle anderen Massnahmen der Vorkampagne würden weitergeführt, heisst es in der E-Mail. Abschliessend entschuldigt sich der SBV für allfällige Umtriebe im Zusammenhang mit diesem Entscheid. "Aber wir sind überzeugt, dass eine inner-landwirtschaftliche Auseinandersetzung zwischen Bio und Nicht-Bio für das Gesamtimage nicht zielführend wäre", begründet Schneider das Vorgehen.

Die Nullparzelle ist eine deutsch-österreichische Entwicklung der dortigen Industriegruppe Agrar und wurde vom SBV mit leicht verändertem Titel übernommen. Im nahen Ausland lautete der Titel der Tafeln "Ernte in Gefahr!", in der Schweiz hätte der Claim auf den Tafeln "Dein Essen in Gefahr!" geheissen. Zusätzlich wollte der SBV Flurgänge zu den 25 Quadratmetern grossen Parzellen anbieten.

akr

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