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Rumänien-Blog: Die HAFL-Studierenden besuchen zwei Bio-Grossbetriebe in Arad

Die HAFL-Studenten besuchten am zweiten Tag ihrer Studienreise den Grossbetrieb von Hans Stahl, einem ausgewanderten Deutschen und auch noch einen Bio-Betrieb.


von Michael Wentz & Micha Roth, HAFL-Studenten
Publiziert: 21.05.2019 / 13:21

Nach einer einstündigen Fahrt durch ebenes Ackerbaugebiet so weit das Auge reicht erreichen wir den Betrieb des ausgewanderten Deutschen Hans Stahl mit rund 3000 Hektaren Weizen, Sonnenblumen, Raps, Soja und Gerste.

Der in Deutschland bewährte Landwirt suchte eine neue Herausforderung in Rumänien. 2009 begann er Flächen zu pachten und bewirtschaftete nach zwei Jahren bereits 4000ha. Jedoch bald stellten sich mehrere Probleme heraus.

Böden in schlechtem Zustand

In die Böden wurde seit der Planwirtschaft im 20. Jahrhundert nicht mehr investiert. Bodenuntersuchungen ergaben erschöpfte P- und K-Gehalte, pH-Werte im Bereich von 5 oder darunter und tiefe Humusanteile. 

Eine langfristige Strategie zur Bodenverbesserung ist laut  Stahl praktisch unmöglich, da Pachtverträge und Parzellenabtausche nur über kurze Zeiträume vergeben werden und die Ackerbaupraxis erschweren. Aus diesem Grund lohnt es sich nicht, viel Geld in Kalk, ausgewogene Düngung oder Zwischenfruchtbau zu investieren.

Rumänische Arbeitsmentalität

Weitere Herausforderungen stellte die rumänische Arbeitsmentalität, heisse Sommer mit wochenlangen Regenpausen, Temperaturen über 40°C und Diebstahl von Treibstoff, Pflanzenschutzmitteln und Maschinenteilen. Heute wird das Areal von Wachpersonal und Hunden überwacht.

Nach Liquiditätsengpässen und einer starken Reduktion des Pachtlandes, tendiert die Betriebsstrategie heute in Richtung biologische Landwirtschaft mit Schwerpunkt auf Sojaanbau und Verbesserung der Bodenfruchtbarkeit durch Steigerung des Humusanteils mit dem Gedanken mehr Wasservorrat im Boden zu bilden. Der Betriebsleiter hat heute ein eingespieltes Team und blickt zuversichtlich in die Zukunft.

Biohändler im Besitz von Schweizer

Am Nachmittag führte uns unsere Reise weiter nach Timisora. Dort besuchten wir den Biohändler Banater, welche im Besitz vom Schweizer Unternehmen Biopartner ist. Banater kauft die Agrarprodukte Getreide, Sonnenblumen, Soja, Raps, Mais und Erbsen von 25 biologisch produzierenden Betrieben, welche in ganz Rumänien situiert sind. Die Flächen der Betriebe reichen von 160 – 1‘800 ha. Banater unterstütz diese Betriebe durch Fruchtfolgeberatungen, in der Sortenwahl und Anbaupraxis.

10 Prozent Bioanbau

In Rumänien wird 10 bis 12% der Landwirtschaftsfläche biologisch bewirtschaftet, mit steigender Tendenz. Die Umstellung auf EU-Bio dauert 3 Jahre und verpflichtet den biologischen Anbau auf 7 Jahre. Weil Banater Wert auf Transparenz und Rückverfolgbarkeit der Rohware legt, werden die Betriebe vor dem Vertragsabschluss besucht und von dann an unangemeldet kontrolliert.

Grossteil in die Schweiz exportiert

Banater funktionierte bisher als Warenvermittler. Mit dem Kauf einer 1984 erbauten Bierfabrik plant Banater den Einstieg in die Lagerungskapazität von 5000 Tonnen Agrarprodukten. Jedoch steht noch die Renovation bevor, welche vermutlich zwei Jahre dauern wird. Der Grossteil der Produkte wird zu Kunden in anderen EU Ländern und in die Schweiz exportiert, welche die Transparenz und die Qualitätssicherung schätzen.

Die grösste Herausforderung stellt sich darin Produzenten zu finden, welche von der biologischen Landwirtschaft überzeugt sind und motiviert bleiben diese Linie beizubehalten.

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