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Risikobasierte Kontrollen: So läuft die Kontrolle ab

Seit diesem Jahr finden die Kontrollen auf Landwirtschaftsbetrieben zielgerichteter statt. Betriebe ohne Mängel und spezielle Risiken werden weniger oft kontrolliert, die anderen öfter. Damit sollen die Kontrollen effizienter und wirksamer als zuvor sein.


Kontrollen in der Landwirtschaft laufen seit diesem Jahr anders als bisher. Es finden vermehrt risikobasierte Kontrollen anstelle von Grundkontrollen nach dem Giesskannenprinzip statt. Die Kontrollen würden damit effizienter und wirksamer, sagte Rahel Schelbert vom Fachbereich Direktzahlungen des Bundesamtes für Landwirtschaft (BLW) an einer gemeinsam mit dem Kanton Bern durchgeführten Medienorientierung in Zollikofen. Aufgrund der immer umfangreicheren und aufwändigeren Grundkontrollen waren die risikobasierten Kontrollen zuletzt zu kurz gekommen.

Risikobehaftete Betriebe gezielt ausgewählt

Bei den Grundkontrollen wird jeder Betrieb, der Direktzahlungen bezieht, regelmässig kontrolliert. Bei den risikobasierten Kontrollen werden hingegen gezielt Betriebe ausgewählt, die gewissen Risikokriterien entsprechen. Dabei kann es sich um Höfe handeln, bei denen bei früheren Kontrollen Mängel entdeckt worden waren oder ein begründeter Verdacht besteht. Hinzu kommen Änderungen im Betrieb oder solche mit höheren Risiken. Dabei kann es sich etwa um grosse Milchviehbetriebe handeln, die am RAUS-Programm teilnehmen, welches hohe Anforderungen umfasst. Das BLW legt jährlich Bereiche mit höheren Risiken fest. 2020 sind dies Erosionsschutz und Begrünung, Pflanzenschutz, Pufferstreifen sowie Weideflächen beim Regelmässigen Auslauf im Freien (RAUS). Bei letzterem handelt es sich um ein freiwilliges Tierwohlprogramm.

Hat der Betrieb genügend Fläche, um die Bedingungen des RAUS-Programms zu erfüllen? (Bild ji)

Das BLW und das Amt für Landwirtschaft und Natur des Kantons Bern (Lanat) zeigten diese Woche auf dem Betrieb des Inforama Rütti auf, wie die Kontrollen praktisch stattfinden. Denn nicht nur bei Betrieben mit Mängeln, auch bei den anderen wird ein neues System angewandt.

Fokussierter und weniger ermüdend 

Während die Kontrolleure früher umfangreiche Listen abarbeiten musste, geht es nun um Fokus-Kontrollpunkte. «Früher dauerten solche umfangreichen Kontrollen vier bis fünf Stunden», sagt Kontrolleur Marcel von Ballmoos bei der Kontrolle des Betriebs von Hugo Emmenegger auf der Rütti. Da seien am Schluss Landwirt und Kontrolleur ermüdet gewesen. Auch hätte die Kontrolleure nicht mehr jedem Punkt die nötige Aufmerksamkeit widmen können, sagt von Ballmoos.

Marcel von Ballmoos kontrolliert das Auslaufjournal von Hugo Emmenegger. Sind die Kühe tatsächlich wie gefordert 26-mal pro Monat draussen? (Bild ji)

RAUS-Programm im Fokus

Auf der Rütti geht es nun nicht mehr um eine Gesamtkontrolle, sondern darum, ob der Betrieb die Anforderungen RAUS erfüllt. Von Ballmoos macht mit Betriebsleiter Emmenegger einen Stallrundgang. Im Fachgespräch erfährt er, wie der Landwirt die Kühe hält und wie es um deren Gesundheit steht. Von Ballmoos hört zu und schaut sich genau um, damit ihm allfällige Mängel nicht entgehen. Wichtig ist bei der RAUS-Kontrolle unter anderem, dass der Betrieb tatsächlich genügend Weideland besitzt. Auf der Rütti ist das kein Problem, Emmeneggers Kühe verfügen über ein vielfaches der benötigten Fläche.

Marcel von Ballmoos wirft einen Blick auf die Gruppenhaltung bei den Kälbern. (Bild ji)

Mit offenen Augen über den Betrieb

Auch wenn Kontrolleur von Ballmoos nur wegen RAUS auf dem Betrieb ist, muss er in anderen Bereichen festgestellte Mängel melden. So wie beim Kälber-Iglu, bei dem der Wassernapf fehlt. Die Situation ist gestellt, aber würde im echten Fall Emmenegger eine Busse und weitere Kontrollen bescheren.

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