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Rettung für seltene Ziegen

In der Schweiz sind zahlreiche Ziegenarten gefährdet. Der Schweizerische Ziegenzuchtverband (SZZV) führt zusammen mit dem Bundesamt für Landwirtschaft BLW und ProSpecieRara Projekte für die Erhaltung dieser seltenen Rassen durch.


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Jede Region hat ihre typische Ziegenrasse. Zu den drei Hauptrassen gehören die Saanenziege, die Gämsfarbige Gebirgsziege und die Toggenburgerziege. Drei Viertel der ungefähr 33'000 Geissen, die beim Schweizerischen Ziegenzuchtverband im Herdebuch eingetragen sind, entfallen auf diese gängigen Rassen, sagt Ursula Herren, Geschäftsführerin des SZZV.

Auch wenn der Bestand dieser drei Ziegenrassen nicht gefährdet sei, gelte es zu beachten, dass vor hundert Jahren in der Schweiz noch fast fünfmal so viele Ziegen gehalten wurden wie heute.

Ursprung der modernen Zucht

"Die Schweiz gilt heute als Ursprungsland der modernen Ziegenzucht", sagt Herren weiter. Die Ziege habe als landwirtschaftliches Nutztier einen wichtigen Platz in der Schweizer Landwirtschaft und sei für viele Bauern ein unverzichtbarer wirtschaftlicher Betriebszweig. Dabei spielt der Geisskäse eine wichtige Rolle als Nischenprodukt.

Fünf Rassen sind gefährdet

Zu den gefährdeten Ziegenrassen hingegen gehören die Appenzellerziege, die Bündner Strahlenziege, die Nera Verzascaziege, die Pfauenziege vom Prättigau und die Walliser Schwarzhalsziege.

Für den Agronomen Florian Sandrini, der früher beim Schweizerischen Ziegenzuchtverband tätig war und heute beim Berufsbildungszentrum Arenenberg arbeitet, ist es sehr wichtig, dass die vor einigen Jahren gestarteten Projekte für gefährdete Ziegenrassen (GefRa-Projekte) weitergeführt werden. "Die Schweiz ist ein Ziegenland und fast jede Region hat ihre typische Ziegenrasse", sagt Sandrini.

Deshalb will der SZZV in Zusammenarbeit mit dem BLW und ProSpecieRara alles unternehmen, dass diese gefährdeten Rassen wieder vermehrt anzutreffen sind.

Genetische Vielfalt erhöhen

Die Massnahmen der GefRa-Projekte zielen darauf ab, die effektive Populationsgrösse der jeweiligen Rasse zu erhöhen. In den Jahren 2011 bis 2013 stellte der SZZV verschiedene Instrumente zur Verfügung. So wird zum Beispiel die Haltung der Bockpopulation über die Sommermonate in Form von Bockweiden im Berggebiet unterstützt. Bei Rassen mit besonders gefährdeten Bockbeständen wird zusätzlich die Haltung über den Winter gefördert.

Um bei der Nera Verzascaziege weiterhin genetisch gesicherte Abstammungen zu erhalten, werden dort gezielte Abstammungskontrollen durchgeführt. Bei dieser Rasse, so Sandrini, bestehe die Gefahr, dass die genetische Vielfalt sonst abnimmt.

Bei der Bündner Strahlenziege hingegen, sollen die Anstrengungen zur Vermarktung des Gitzifleisches fortgeführt werden, was sich schliesslich in der Praxis verankern sollte. "Dadurch wird die Wirtschaftlichkeit der Rasse unterstützt", sagt Sandrini.

Wirtschaftlicher Druck

Für Sandrini ist klar, dass der wirtschaftliche Druck und der gesellschaftliche Wandel die Bestände haben schwinden lassen. Wenn das Halten von Ziegen nicht mehr rentiert braucht es von Seiten der Landwirte enorm viel Wohlwollen und Freude an den Tieren, damit sie weiterhin züchten. Immer stärker komme der Kostenfaktor zum Tragen, sagt der Agronom.

Deshalb sei es wichtig, dass der Bund die Projekte, die vom SZZV zur Prüfung eingereicht werden, auch finanziell unterstützt. "Wer sich an einem Projekt beteiligt und damit einen aktiven Beitrag zur Erhaltung der gefährdeten Rassen leistet, soll für seine Anstrengungen zumindest teilweise entschädigt werden", sagt Sandrini.

In den vergangenen drei Jahren wurden die Züchter direkt mit gegen 180'000 Franken für ihre Arbeit zum Erhalt der Geissen entschädigt. Der SZZV wird die Projekte künftig in leicht angepasster Form weiterführen.

Ruth Bossert, lid

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