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Rechtzeitig loslassen

Ruth Rebsamens beruflicher Werdegang lief nicht wie geplant. Trotzdem schaut die Bäuerin dankbar zurück.  


«Rundum geborgen sein» heisst die Website von Ruth Rebsamen. Seit mehreren Jahren behandelt sie als Craniosacraltherapeutin mit viel Sorgfalt und Achtsamkeit Menschen jeden Alters. Es sei ihre Berufung. Aber dazu später mehr. Ruth Rebsamen bewirtschaftet zusammen mit ihrem Mann Sepp den Hof Reckenbrunnen, einen 25-ha-Milchwirtschaftsbetrieb im Luzerner Seetal. Zudem halten sie Zucht- und Mastschweine und machen Ackerbau.

Von den fünf Töchtern sind schon deren zwei ausgeflogen. «Ja, und bald schon werde ich zum zweiten Mal Grossmutter», freut sich die 49-jährige Bäuerin.

Mit 23 Jahren ins kalte Wasser geworfen


Eigentlich hätte Ruth Rebsamen sich eine Lehre als Krankenschwester vorstellen können.

Jedoch verzweigte sich ihr Lebensweg in jungen Jahren in eine andere Richtung. «Das musste wohl so sein, denn sonst hätte ich meinen Mann nicht kennengelernt», lächelt sie.

Sie arbeitete während einem Haushaltjahr auf einem Hof in Hohenrain, ihr Mann war in dieser Zeit Lehrling eines Nachbarbetriebs. Im Winter arbeitete sie in einem Pflegeheim und Spital – im Sommer auf landwirtschaftlichen Betrieben. So auch am Schluechthof in Cham, wo sie nach der Bäuerinnenschule in Willisau als Köchin tätig war. «Da wäre ich noch

gerne geblieben, jedoch verunglückte die Mutter meines Mannes, und es war für mich selbstverständlich, ihn und seine Familie in dieser schwierigen Zeit zu unterstützen.»

Mit 23 Jahren übernahm sie die Verantwortung für den grossen Haushalt. Sie kochte für die Familie und die Angestellten und sorgte für den Garten, Blumenschmuck und die Selbstversorgung. Ihre damaligen Reisepläne mussten sie verschieben: «Wir wollten gerne nach Amerika reisen, um meinen ausgewanderten Bruder zu besuchen.» Dazu sei es leider nicht mehr gekommen. Denn ein paar Monate später verstarb die Mutter ihres Mannes, und im Jahr 1990 heirateten Sepp und Ruth. Bald darauf kam die erste Tochter Sarah zur Welt. «Aber», betont sie voller Freude, «die Reise haben wir heuer nachgeholt – die haben wir uns zur silbernen Hochzeit gegönnt.»


Lernende gehörten einfach dazu


Hochschwanger absolvierte sie im Jahr 1992 die Prüfung zur eidgenössisch diplomierten Bäuerin, «zwei Tage später kam unsere zweite Tochter Martina zur Welt». Zwei weitere Jahre später erblickten die Zwillinge Eveline und Rahel das Licht der Welt. «Von da an habe ich dann Lehrtöchter eingestellt», die 
Arbeit war nicht mehr alleine zu bewältigen.

Es sei eine bereichernde Zeit gewesen, die Lehrtöchter auszubilden. Sechs waren es an der Zahl. Noch immer pflege sie eine gute Freundschaft. «Eine Lehrtochter ist sogar Gotti von Eliane, der jüngsten Tochter.» Lehrtöchter oder Lehrlinge – sie waren lange ein Teil der

Familie. «Sepp konnte dieses Jahr seinen 50. Geburtstag feiern – da hab ich alle Lehrlinge, die er ausgebildet hatte, heimlich eingeladen.» Es seien fast alle zum Fest erschienen.

Lange Spaziergänge als Ausgleich

Die fünffache Mutter bewegt sich sehr gerne in der Natur: «Ich nehme mir bewusst die Zeit für lange Spaziergänge – die tun mir gut.» Lesen, Garten und ihre Blumen sieht sie als schöner Ausgleich. Klavierspielen ist ein weiteres Hobby. «Ich komponiere für jede meiner Töchter, wenn diese ihren 20. Geburtstag feiern, ein auf sie zugeschnittenes Lied.» Früher sei sie als Alleinunterhalterin bei Hochzeiten und Landjugendanlässen unterwegs gewesen.

Als die Kinder aus dem «Gröbsten» waren, wie sie es nennt, startete sie die Ausbildung Craniosacraltherapie. «Es war dazumal ein guter Zeitpunkt, die Kinder langsam loszulassen, das heisst, ihnen Verantwortung zu übergeben.»

Die Ausbildung dauerte vier Jahre und war modulmässig aufgebaut. «Es war jeweils eine gute Vorbereitung und Organisation erforderlich. Wir haben die Herausforderung gemeinsam geschafft.» Sie selber habe seit dieser Zeit einen tiefen Frieden gefunden: «Im Flüeli Ranft, wo die Ausbildung stattfand, ist mir bewusst geworden, dass ich nie alleine gelebt habe», erinnert sie sich zurück. «Ich hatte selten Zeit für mich – wusste gar nicht, dass ich die Stille so liebe.»


Ziel: Höhere Fachprüfung ­Komplementärtherapeutin


Nebst Craniosacraltherapie bietet Ruth Rebsamen Geburtsbegleitung und Babymassagekurse an. «Ich empfehle die Craniosacraltherapie auch allen Säuglingen, vor allem nach einer schwierigen Geburt oder nach Kaiserschnitt». Schreibabys mit Koliken oder Schlafschwierigkeiten aber auch Schädelsymetrien, Schiefhals usw. können unterstützt und sanft in ein Gleichgewicht gebracht werden, weiss die erfahrene Therapeutin.


Nun strebt die Bäuerin das nächste Ziel an: die Höhere Fachprüfung KomplementärTherapeutin. Vor zwei Monaten wurde die Craniosacraltherapie mit drei weiteren Therapiemethoden offiziell als eidg. Gesundheitsberuf anerkannt. «Das ermöglicht uns Therapeuten ganz neu, eine höhere Fachprüfung zu absolvieren. Es ist ein kleiner Meilenstein in unserer Gesundheitspolitik und fördert das Bewusstsein für eine ganzheitliche Sichtweise», betont Ruth Rebsamen.

Komplementärtherapie fördere die Gesundheit und erachte Genesung als einen Prozess, der von verschiedenen, sich ergänzenden Faktoren abhängig sei und Körper, Geist und Seele gleichermassen umfasse.

Erika Rebsamen

www.rundumgeborgensein.ch

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