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Räben rentieren

Jetzt sind wieder überall Kinder mit «Räbeliechtli» unterwegs. Nur noch vereinzelte Betriebe bauen die weissen Räben an. Die Anzahl ist seit Jahren konstant und der Preis gut.


Publiziert: 08.11.2017 / 10:21

Von weitem ist nur ein Leuchten im Dunkel des spätherbstlichen Abends zu sehen. Dann hört man die Kinderstimmen: «Räbeliechtli, Räbeliechtli, wo gasch hi?». Es ist November und damit Zeit für den «Räbeliechtli»-Umzug.

Kein Wachstumspotenzial

Der stimmungsvolle Anlass hat seinen Ursprung im Mittelalter. Er diente als Erntedankfest für die letzten Feldfrüchte im Jahr. Heute haben Kindergärten und Schulen häufig die Organisation der Vorbereitungen und des Umzugs in der Hand. Meist beziehen die Kindergartengruppen und Klassen die Räben direkt beim Quartierladen oder beim Landwirten. Die Randkultur weisse Räbe wird kaum noch in der Küche verwendet.

Beim «Räbeliechtli»-Umzug hat sie aber ihren festen Platz. Deshalb bleibt die Zahl der verkauften Räben auch konstant. Die Migros Genossenschaft Ostschweiz beispielsweise verkauft seit Jahren gut 15 000 Stück. Und zwar nur während drei bis vier Wochen im Jahr. Von Ende Oktober bis Anfang November. Coop möchte übrigens, wie die Medienstelle kommuniziert, aus «Konkurrenzgründen» keine Angaben zu den Absatz-zahlen machen.

Preis auf gutem Niveau

Es ist eine Tatsache, dass die weisse Räbe kaum als Nahrungsmittel verkauft wird. So kann der Preis höher angesetzt werden als die vergleichbaren Wurzelgemüse. Folgende Preise tummeln sich auf dem Markt:

  • Preisempfehlungen Bauernverband: Fr. 3.70 pro Kilo.
  • Bauernmarkt in Winterthur: Fr. 1.80 pro Stück.
  • Migros Ostschweiz ,Gemüseauslage: Fr. 2.10 pro Stück.

Viel Handarbeit

Die Migros Ostschweiz bezieht ihre Räben von der Proverda AG im St. Galler Rheintal. Diese wiederum hat als Hauptlieferanten einen Gemüseproduzenten im Aargau. Der letzte St. Galler Räben-Lieferant der Proverda AG ist der Lehmhof in Lüchingen.

«Die weisse Räbe ist ein sensibles Gemüse», findet Betriebsleiter René Schmid. Er sät jeweils Anfang Juli, als Nachfolgefrucht der Gerste. Spritzen könne man höchstens mal gegen Erdflöhe. Sonst sei sehr viel Handarbeit gefragt. In den Sommerferien jätet die Familie Schmid die 15 Aren jeweils zwei bis drei Mal. Geerntet wird jetzt. Auch von Hand.

Risiko in Kauf nehmen

«Wir bauen auf eigenes Risiko an. Was wir nicht verkaufen, verfüttern wir den Tieren.» René Schmid baut die weisse Räbe schon seit vielen Jahren an. Er kann neben der Proverda AG auch an einen lokalen Gemüsehändler, der Schulen und Kindergärten beliefert, und an Private verkaufen. Für René Schmid lohnt sich der Anbau. «Wenn man weiss, wie der Boden beschaffen sein muss, wächst sie sehr gut.»

Nadine Baumgartner

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