Die Interprofession Zucker erhöht den Grundpreis pro Tonne Schweizer Zuckerrüben für das Jahr 2022 deutlich:

  • Grundpreis plus 5 Franken auf 45 Franken pro Tonne Zuckerrüben und
  • Richtpreis plus 5 Franken auf 50 Franken pro Tonne Zuckerrüben

DossierEine Erntemaschine (Rübenroder) lädt schon gereinigte Zuckerrüben am Feldrand ab.Zuckerrüben Zudem werden die Zahlungen für einen Zuckergehalt über 16 Prozent erhöht und die Abzüge für Ausbeuten unter 85,5 Prozent reduziert. Die Transportkosten für Fremdbesatz über 10 Prozent fallen weg und die Abzüge für Fremdbesatz über 12 Prozent werden halbiert.

Der Richtpreis für Bio Suisse-Zuckerrüben liegt bei 158 Franken pro Tonne. Darin enthalten ist eine bis mindestens 2024 zugesicherte Label-Prämie von 30 Franken.

Mit diesen Massnahmen sollen die Bereitschaft der Schweizer Landwirte für den Anbau von Zuckerrüben gefördert und die Versorgungssicherheit mit Schweizer Zucker garantiert werden.

Ziel ist es, die Anbaufläche von Zuckerrüben in der Schweiz von aktuell 16'500 Hektaren langfristig auf 20'000 Hektaren zu erhöhen (der Höchststand wurde 2014 mit rund 21'000 Hektaren erreicht). Seither ist die Fläche rückläufig). Gesucht sind deshalb Produktionsflächen in allen Produktionsstandards, also ÖLN, IP-Suisse und Bio Suisse.

Die Interprofession Zucker

Die Interprofession Zucker setzt sich zusammen aus:

– 4 Vertretern der Schweizer Zucker AG (SZU) und
– 6 Vertretern (mit vier Stimmrechten) des Schweizerischen Verbandes der Zuckerrübenpflanzer (SVZ)

Die Interprofession Zucker legt jährlich den definitiv ausbezahlten Schlusspreis sowie die Preis- und Übernahmebedingungen für Schweizer Zuckerrüben fest.

Stützungsmassnahmen für den einheimischen Zuckerrüben-Anbau bis 2026

Normalerweise wird die Branchenvereinbarung von der Interprofession Zucker jährlich im Juli angepasst und ist Bestandteil des Anbauvertrages.

Weil aber Nationalrat und Ständerat  die Stützungsmassnahmen für den einheimischen Zuckerrüben-Anbau in der Sommersession 2021 «verlauerten», musste die Interprofession Zucker die Branchenvereinbarung auf den Oktober 2021 verschieben.

Am 1. Oktober 2021 haben Nationalrat und Ständerat der Verlängerung der Stützungsmassnahmen für den einheimischen Zuckerrübenanbau bis 2026 zugestimmt. Damit ist der Mindestgrenzschutz Zucker von 7 Franken pro 100 kg Zucker und der Einzelkulturbeitrag von 2100 Franken pro Hektare befristet bis 2026 im Bundesgesetz für die Landwirtschaft festgehalten.

Ökologischer Zuckerrüben-Anbau mit dem Forschungsprojekt «Nachhaltiger Zuckerrübenanbau»

Zudem werden die besonders ökologische Anbauformen Bio und IP-Suisse mit zusätzlich 200 Franken pro Hektare gefördert. Damit erhält die Branche die nötige Planungssicherheit, um sich in einem schwierigen Marktumfeld ökologisch und wirtschaftlich weiterzuentwickeln.

Die Schweizer Landwirte sind aufgerufen, die Anbauverträge für 2022 in den nächsten Wochen zu unterzeichnen. Parallel dazu läuft in der Schweizer Agrarforschung ein Projekt, mit dem die bekannten Zuckerrüben-Krankheiten in Schach gehalten werden soll.

Mit dem vom Bund lancierten Forschungsprojekt «Nachhaltiger Zuckerrübenanbau» hofft die Branche auf zeitnahe Antworten auf die Herausforderungen im Anbau wie Viröse Vergilbung und Syndrome de basses richesses.

Die Branche prüft zurzeit einen erneuten Antrag der bereits für 2021 zugelassenen Pflanzenschutzmittel gegen die Virus übertragenden Blattläuse.