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Platz da, die Feldlerche braucht Unterschlupf

Die Feldlerche sucht Lücken für ihre Jungen. Diese sollen nun in Mais- und Weizenbeständen geschaffen werden.


Publiziert: 22.05.2019 / 12:53

Im Rahmen eines Ressourcenprojekts des Bundesamts für Landwirtschaft (BLW) untersucht die Hochschule für Agrar- Forst- und Lebensmittelwissenschaften (HAFL) und die Vogelwarte Sempach Anbausysteme, in welchen sich die Nahrungsmittelproduktion und die Biodiversitätsförderung kombinieren lassen. Hauptakteur der Forschungen ist die Feldlerche, ein klassischer Kulturvogel. Laut der Trägerschaft des Projekts sind die Biodiversitätsförderflächen nicht gross genug für das längerfristige Überleben der Feldlerche. Die Biodiversitätsförderung soll auf die Ackerflächen ausgeweitet werden. Nun testen die Projektpartner auf Betrieben Massnahmen, die auf den Ackerflächen die Biodiversität erhöhen sollen. Wichtig sei aber, dass die Massnahmen keine nennenswerte Ernteverluste mit sich brächten, betont Bernhard Streit von der HAFL.

Feldlerche auf dem Sinkflug

Am Anfang steht der Vogel, so war es auf jeden Fall an der Medienorientierung in Domdidier FR auf dem Hof der Familie Freiburghaus. Markus Jenny von der Vogelwarte Sempach hat sich schon in den 1980er Jahren dem bodenbrütenden und insektenfressenden Vogel angenommen und seine Doktorarbeit über die Feldlerche geschrieben. Jenny erklärt, dass heute 75 Prozent der Kulturlandvogelarten bedroht oder ausgestorben sind, darunter auch die Feldlerche. Das ideale Habitat der Feldlerche besteht aus einer lückigen Vegetation in der Höhe von 15 bis 40 cm. Diese Bedingungen sind in Kulturen wie Weizen oder Mais nur limitiert gegeben. Mais ist ein äusserst unattraktives Bruthabitat für die Feldlerche, da die «Maiswüste» zu wenig Schutz vor Fressfeinden wie der Fuchs bietet, meint Sina Siedler, die Doktorandin in diesem Projekt. Auch die Unkrautbekämpfung trage zur Zerstörung der Nester und zu erniedrigtem Schutz bei. Im Winterweizen besteht das Problem darin, dass der Höhepunkt der Brutsaison im Mai und Juni ist. Der Winterweizen ist zu diesem Zeitpunkt schon hoch und dicht, was den Anflug der Feldlerche erschwert. 

Lücken - Ja gerne, aber nicht im Ertrag

Als Massnahme wird in diesem Projekt der Einsatz von Untersaaten im Mais vorgeschlagen. Untersaaten haben zudem den Vorteil, dass Unkräuter unterdrückt werden können und somit zur Reduktion des Herbizid-Einsatzes führen kann. Auch sollen bei der Saat Nistgassen und Landebahnen berücksichtigt werden. Somit werde das Zeitfenster für die Brut verlängert, sagt Jenny. Das Projekt wurde vor knapp fünf Jahren begonnen und ist nun nach einer Pilotphase in der Umsetzungsphase angekommen. Bisher waren hauptsächlich zwei Fokusbetriebe (Bellechasse FR und Witzwil BE) im Versuch involviert. Die ersten Resultate der Fokusbetriebe zeigen, dass keine signifikanten Unterschiede zwischen den Ernteerträgen der Weizenbestände mit weiten Reihen und der konventionell gesäten Weizenbestände feststellbar sind. Eine Restverunkrautung nach der Weizenernte in den Systemen mit weiten Reihen kann jedoch beobachtet werden.

Satellitenbetriebe gesucht!

In einem nächsten Schritt sollen nun weitere «Satellitenbetriebe» die Praxistauglichkeit der Massnahmen testen und Ergebnisse zur Ökologischen Erfolgskontrolle liefern. Bisher wurden elf Betriebe in der Region Seeland gefunden. Eine der Projektleiterinnen, Eva Knop von der Universität Bern, macht jedoch darauf aufmerksam, dass sich interessierte Betriebe gerne melden können. Das BLW unterstütze zusammen mit der Trägerschaft die Projektteilnehmer mit Aufwandsentschädigungen, finanzielle Unterstützung in der Saatgutbeschaffung und Kompensationen bei Ernteausfällen.

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