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Palmöl: Plantagenflächen weiterhin zunehmend

Die Nachfrage nach Palmöl boomt. Bei der Anlage von Plantagen werden jedoch nicht nur Lebensräume zerstört, sondern auch Menschenrechte verletzt. Die Hilfswerke «Brot für alle» und «Fastenopfer» fordern Schweizer Detailhändler und Hersteller deshalb auf, weniger Palmöl zu verwenden.


Publiziert: 04.09.2017 / 06:00

Palmöl ist nicht nur in unseren Lebensmitteln, sondern auch im Tierfutter allgegenwärtig. Laut der Sendung «Rundschau» importiert die Schweiz jährlich rund 30'000 t Palmöl, wovon 5000 t in der Landwirtschaft verfüttert werden - die Hälfte davon an Milchkühe, um deren Leistung anzukurbeln, den Rest an Rinder, Schweine und Hühner.

Die Kehrseite: Der Anbau von Ölpalmen wird von der FAO, der Landwirtschaftsorganisation der UNO, als eine der wichtigsten Ursachen der Abholzung des Urwaldes bezeichnet. Diese Rodungen bedeuten für Mensch und auch Tier den Verlust von Lebensraum -und Grundlage. Als Reaktion darauf wurde vor 15 Jahren die Organisation «Runder Tisch für nachhaltiges Palmöl» (englisch RSPO) gegründet, die -  zusammengesetzt aus Plantagenbetreibern, Händlern und Verarbeitern - sicherstellen sollte, dass Mitsprache und die Rechte der Menschen in den Anbaugebieten in den Tropen gewahrt bleiben.

RSPO keine Hilfe

In einer Mitteilung schildern die Organisationen «Brot für alle» und «Fastenopfer» ein Beispiel dafür, dass diese Gewährleistung noch nicht umgesetzt worden ist: 

«Auf vier zertifizierten Plantagen der indonesischen DSN Dharma Satya Nusantara-Gruppe – seit 2012 RSPO-Mitglied – wurden gravierende Probleme festgestellt: Die betroffenen Gemeinden wurden nicht oder nur unzureichend über die Landvergabe an den Konzern informiert und konsultiert; für die Bevölkerung wurde der Zugang zu ihren Feldern eingeschränkt; Primärwaldgebiete sind durch die Aktivitäten des Konzerns bedroht; die Wassermenge und -qualität der Flüsse hat sich massiv verschlechtert; es herrschen Unklarheiten über Höhe und Umfang der Entschädigungszahlungen.»

Die Zunahme von Plantagenflächen sei durch das 15-jährige Bestehen der RSPO kaum gedrosselt worden, schreiben «Brot für alle» und «Fastenopfer» in der Mitteilung. 2014 erreichte die Fläche von Ölpalmplantagen 19,7 Millionen Hektaren (197'000 Quadratkilometer), rund die Hälfte mehr als bei der Gründung des Standards RSPO. Interessant sei der Rohstoff vor allem aus finanziellen Gründen für Grossinvestoren. 

Die Unkenntnis des SBV

In der Schweiz griff die SRF-Sendung «Rundschau» das Thema «Palmöl» auf und trieb damit auch SBV-Präsident Markus Ritter in Erklärungsnöte. Ausgerechnet er, der sich schon im Frühling diesen Jahres mit einer Präsentation zum Thema «Palmöl und seine katastrophalen Folgen» im Bundeshaus vehement gegen den Import des Rohstoffs aussprach, betonte in der «Rundschau», bis zur Sendung nichts vom Palmöl-Anteil im Futter gewusst zu haben. Palmöl sei auf den Futtersäcken nicht deklariert und man habe halt nicht nachgefragt, aber es sei wichtig, dass man das nun thematisiert, so der CVP-Nationalrat in der Rundschau. In einer Mitteilung, die nach der Sendung veröffentlicht wurde, fordert der SBV die Futtermittelfirmen auf, Palmöl aus den Rezepten zu streichen und stattdessen Rapsöl zu verwenden.

Auch die Werke «Brot für alle» und «Fastenopfer» rufen Schweizer Grossverteiler dazu auf, weniger Palmöl zu verwenden und Konsumentinnen und Konsumenten, diese Forderung zu unterstützen, da erst ein sinkender Verbrauch weniger Druck auf die Menschen und die Umwelt bringe.

lae

 

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