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Olma Tag der Bäuerin: «Ich musste da durch und überleben»

Am Tag der Bäuerin an der Olma geht es ums Thema Grenzen. An Grenzen kam Margrith Loretz-Muheim. Sie hat eine schlimme Zeit hinter sich. Die Bäuerin musste schmerzhaft lernen, wie es ist, wenn man nicht mehr selber entscheiden kann, wie weit man gehen will, sondern die Gesundheit darüber entscheidet.


Margrith Loretz-Muheim ist Bäuerin auf einem 25-Hektaren-Stufenbetrieb im Kanton Uri. Der Hauptstandort befindet sich in Erstfeld, der zweite Standort ist auf Golzern im Maderanertal. Dorthin gelangt man nur per Seilbahn. Margrith Loretz war eine topfitte Frau mit extrem grosser Energie. Sie arbeitete sehr viel im Milchwirtschaftsbetrieb mit Alpung und Agrotourismus. Vor rund zwei Jahren traten grosse gesundheitliche Probleme auf, die ihr neue, starre Grenzen setzten.

Gefühl behielt recht

Alles begann mit unendlicher Müdigkeit und immer wiederkehrenden Blähungen und Bauchschmerzen. Als die Situation schlimmer wurde, suchte Margrith Loretz ihre Gynäkologin sowie den Hausarzt auf. Beide waren der Meinung, dass "solche Zustände" bei einer 46-jährigen Frau vorkommen können, dass nichts Aussergewöhnliches vorliege. "Ich fühlte mich nicht ernstgenommen. Ich kannte doch meinen Körper und wusste, dass etwas nicht stimmt. Leider intervenierte ich nicht und akzeptierte die Meinungen der beiden Ärzte."

Olma Tag der Bäuerin

  • Wann: 17. Oktober 2019 
  • Wo: Olma-Forum in der Halle 9.2
  • ab 9.45 Uhr: Treffpunkt und Begrüssungskaffee
  • 10.30–12.30 Uhr: Gesprächsrunde zum Thema Grenzen

Obwohl sie noch müder wurde und die Schmerzen und Verdauungsprobleme zunahmen, biss sie ein Jahr lang durch. Bis kurz nach Weihnachten 2017. Endlich wurde Margrith Loretz zu einer Darmspiegelung aufgeboten. Die zeigte, dass nicht alles in Ordnung war – aber auch hier fand die Ärztin, dass kein Grund zu grosser Besorgnis vorliege. Die Resultate der Biopsie des entnommenen Gewebes sahen nicht schlecht aus. Margrith Loretz aber war körperlich total fertig. – Sie wusste, dass etwas nicht stimmte. Ein erneuter Eingriff zeigte, dass es im Enddarm einen bösartigen Tumor gab – dass sie an Darmkrebs litt. "Für mich war die Diagnose schlimm, aber ehrlich gesagt, ahnte ich es. Ich hatte damit gerechnet." Anders sah es für die Familie aus. Für Ehemann Bini und die erwachsenen Söhne Andreas und Roman sowie Tochter Daniela brach eine Welt zusammen.

"Ich setzte mir Etappenziele"

Nach der Diagnose war rasch klar, dass Margrith Loretz für mindestens eineinhalb Jahre als Arbeitskraft ausfallen würde. "Das war sehr schlimm für mich!" Bis anhin hatte sie auf dem Betrieb immer gemäht und auch sonst sehr viel in Stall und Feld gearbeitet. Das sollte alles vorbei sein? "Wer sollte denn die bisher von mir erledigten Arbeiten auf unserem Stufenbetrieb übernehmen? Ich durfte nicht daran denken …" 

Margrith Loretz ist eine sehr positiv denkende Persönlichkeit und ein Organisationsgenie. Für sie war klar, dass alles gut kommt, dass sie bestimmt nicht sterbe. Sie wollte genau wissen, wie es nun "vorwärts gehe". Ihr wurden die fünf Phasen der Genesung geschildert: Zuerst eine kombinierte Radio-/Chemotherapie, anschliessend die Entfernung des Tumors mit dem Setzen eines künstlichen Darmausgangs. Als Nachbehandlung waren mehrere Chemotherapieblöcke vorgesehen. Wenn die Heilung gut fortschreite, dürfe damit gerechnet werden, dass rund ein halbes Jahr nach der Operation der künstliche Darmausgang wieder zurückverlegt werden könne. Die letzte Phase sei dann die Erholungsphase, die auch noch etwa ein halbes Jahr dauere. "Ich organisierte alles, setzte mir Etappenziele, wusste genau, wie ich welche Phase überstehen wollte. Per Whatsapp informierte ich alle mir nahestehenden Personen. Ich schrieb, dass ich am Beginn einer schwierigen Gipfelbesteigung stehe. So waren alle informiert und ich musste die mich sehr belastende Geschichte nicht unzählige Male erzählen."

Über die Grenze hinaus

"Nur so viel: Die Phase mit gleichzeitigem Bestrahlen und Chemotherapien war schrecklich!", erzählt Margrith Loretz. Auch die Zeit nach der Operation mit künstlichem Darmausgang und den nachfolgenden Chemotherapien habe sie an die Grenzen gebracht – oder sogar darüber hinaus. "Ich musste mir nicht überlegen, ob ich die Grenzen akzeptieren wollte oder nicht. Die Frage stellte sich nie, denn ich hatte nur eine Möglichkeit: Ich musste da durch und alle Kraft fürs Überleben einsetzen." 

Nun ist die Krebserkrankung von Margrith Loretz glücklicherweise Geschichte. Alle Untersuchungsresultate sind gut. "Erst die Besteigung von zwei markanten Urner Bergen Ende August mit Tochter Daniela zeigte mir, dass ich es geschafft habe. Ich erkannte, dass der sinnbildliche Gipfel bezwungen war und ich glücklich und dankbar hinunter sehen durfte."

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