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Obstbautagung Zentralschweiz: Alle sollen ehrlicher kommunizieren

In Hohenrain wurde ein sachlicher Dialog um Pflanzenschutz geführt. Dieser werde sich verändern, waren sich die Sprecher einig.


Doch, auch in fünf Jahren wird es noch Pflanzenschutzmittel im Obstbau geben. Zu dieser Frage, gleichzeitig Thema und Titel der Zentralschweizer Obstbautagung, waren sich alle Referenten einig. Selbst Marc Germann vom WWF ist davon überzeugt, obwohl dieser Verband die Parole zu den Pflanzenschutz-Initiativen noch nicht gefasst habe, wie er betonte. Und Oliver Felix vom Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) meinte, dass wegen einer Abstimmung die Krankheiten und Schädlinge nicht einfach so verschwinden würden.

Alternative Technologien

Der Pflanzenschutz werde sich aber in Zukunft deutlich verändern, so meinten die Podiumsteilnehmer. Es brauche mehr ­resistente und auch konsum-taugliche Sorten, da seien aber auch die Grossverteiler als Abnehmer gefordert, meinte Obstbauer Jacky Wildisen aus Hitzkirch. Neue, teils auch bio-taugliche Wirkstoffe würden auf den Markt kommen, erklärteAndreas Friedli von der Stähler Suisse AG. Es würden künftig viel weniger risikoreiche Pflanzenschutzmittel eingesetzt, prognostizierte Felix. Die Trinkwasserbelastung werde künftig abnehmen und der Aktionsplan Pflanzenschutz des Bundes wirke, der Schutz der Kulturen sei gleichwohl eingehalten, so die Prognose von Fabian Soltermann vom Bundesamt für Umwelt (Bafu).

Obwohl die Trinkwasserqualität in der Schweiz sehr gut sei, dürfe die Problematik der Rückstände von Pflanzenschutzmitteln in Gewässern nicht unterschätzt werden. Es seien bei mehrjährigen Untersuchungen an mehreren Standorten gehäuft Überschreitungen von ökoto­xikologischen Schadschwellen nachgewiesen worden, meinte Gewässerschutzspezialist Soltermann. Es bestehe deshalb grosser Handlungsbedarf, die Belastung der Gewässer zu reduzieren. Dazu brauche es die ­Mithilfe der Praxis, etwa bei der Applikation von Pflanzenschutzmitteln oder durch neue Anbautechniken.

Einkauf entscheidet

Für neue Technologien und mehr Forschung plädierte auch Germann, selber Kenner der Praxis und Kontrolleur bei Bioinspecta. Es gelte den Dialog und gemeinsame Lösungen zu suchen. Er bedauerte, dass die Branche nicht schon früher aktiv geworden sei. Oliver Felix meinte allerdings, dass man im internationalen Vergleich sehr wohl stolz auf das Erreichte sein dürfe, und erwähnte den integrierten Pflanzenschutz und den Absenkpfad im Aktionsplan. «Der Trend zu weniger Pflanzenschutzmitteln hält an. Viele Mittel verschwinden vom Markt, die Zulassung neuer Wirkstoffe ist viel strenger.» Andreas Friedli wies auf das Spannungsfeld zwischen dem Einkaufsverhalten der Konsumenten und deren Vorstellungen von einer heilen Umwelt hin. «Die Qualitätsansprüche der Abnehmer sind hoch. Entweder erfüllen wir diese mit der Schweizer Landwirtschaft, oder dann sind es eben andere Lieferanten im Ausland.»

«Schädlinge und Krankheiten verschwinden nicht wegen einer Abstimmung.»

Oliver Felix, Bundesamt für Landwirtschaft

Kritik an der Dauerkritik

Viel diskutiertes Thema an der Obstbautagung war die Dauerkritik der Medien an der Landwirtschaft. Erwartet wird mehr Sachlichkeit statt Emotionen und einseitige Kritik, betonte abschliessend Xaver Stocker, Präsident der organisierenden Arbeitsgemeinschaft Zentralschweizer Obstproduzenten. «Wir haben ein Kommunikationsproblem.» Die Brisanz des Themas Pflanzenschutz sei zu lange unterschätzt worden, es brauche nun viel mehr Dialog mit den Konsumenten. Der Schweizer Obstverband plant Argumentationstrainings für die Bauern, erklärte der neue ­Kommunikationschef Christian Schönbächler. «Wir müssen den Leuten aufzeigen, dass wir nicht einfach aus Freude Gift spritzen», betonte Stocker. Er erwartet von Produktabnehmern und auch von den Umweltverbänden mehr Ehrlichkeit, auch bezüglich dem Konsumverhalten.

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