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Naturschutzgebiet erweist sich als Todesfalle für Karpfen

In Ellikon am Rhein im Zürcher Weinland spielt sich in diesen Tagen eine Tragödie ab: Dutzende von Karpfen gehen im grossen Naturschutzgebiet Thurauen qualvoll ein – in künstlich angelegten Tümpeln.


von Roland Müller
Publiziert: 24.05.2019 / 16:52

Das Elliker Urgestein, der Fischer Wälz Nägeli versteht die Welt nicht mehr: Was sich in diesen Tagen im Naturschutzgebiet «Schöni» südlich von Ellikon und innerhalb des grossen Naturschutzgebietes Thurauen abspielt, ist ein Drama und eine Tragödie sondergleichen, die auch in der Bevölkerung für viel Unmut sorgt.

Eigentliche Todesfallen

Wegen des Thurhochwassers und dem steigenden Wasserstand des Rheins nach den Niederschlägen von Anfang Woche ist die «Schöni» überflutet worden. Vor allem viele Karpfen, welche bis zu 80 Zentimeter lang sind, zogen sich in das seichte und vermeintlich schützende Wasser zurück. Mit dem Absinken der Pegelstände wird ihnen aber der Rückzug in den Rheins verwehrt. Die auf der Wiese als Naturschutzmassnahmen angelegten kleinen Tümpel erwiesen sich für Dutzende von Fischen als eigentliche Todesfallen. Bereits sind Dutzende von Karpfen eingegangen und weiteren steht das Ende bevor. In den langsam eintrocknenden Tümpel ragen ihre Rücken bereits aus dem Wasser und sie sind schutzlos den Angriffen von Vögeln aussetzt. «Tötet ein Fischer einen gefangenen Fisch nicht sofort mit einem Kiemschnitt, so wird er massiv bestraft. Hier aber, wo in einem vom Menschen gestalteten Gebiet nun Dutzende von Fischen eingehen obwohl man Schutzmöglichkeiten unternehmen könnte, geschieht nichts.»

Warum kein Abflussgraben?

«Ich verstehe nicht, warum man nicht sofort handelt und mit baulichen Massnahmen den Fischen wieder eine Rückzugsmöglichkeit in den Rhein schafft – beispielsweise mit einem kleinen Graben», ärgert sich Nägeli. Er verweist auf einen ähnlichen Fall, bei dem gar die Feuerwehr aufgeboten wurde, um einen Tümpel mit Amphibienlaich vor dem Austrocknen wieder mit Wasser zu füllen. Auch vor der Einrichtung des Naturschutzgebietes Thurauen wurde die Wiese «Schöni» gemäss Nägeli immer wieder überflutet. Damals bestand aber ein Abflussgraben, welcher immer wieder den Rückzug der Fische sicherte. «Tötet ein Fischer einen gefangenen Fisch nicht sofort mit einem Kiemschnitt, so wird er massiv bestraft. Hier aber wo in einem vom Menschen gestalteten Gebiet nun Dutzende von Fischen eingehen obwohl man Schutzmöglichkeiten unternehmen könnte, geschieht nichts», kommentiert Nägeli.

Ried- und Magerwiese

Das Gebiet «Schöni», das direkt an den Rhein grenzt, wurde mit verschiedenen baulichen Massnahmen als Ried- und Magerwiesenflächen ins Thurauenprojekt integriert. Dabei wurden kleine seichte Tümpel angelegt, welche sich bei Hochwasser füllen. Die Macher der Thurauen sprechen von einem Paradies zwischen Fluss und Wald. «Flach auslaufende Ufer sind wertvolle Lebensräume. Weil sie zeitweise und unterschiedlich stark überflutet werden, bilden sie ein Mosaik von nassen, wechselfeuchten und trockenen, sandigen und kiesigen Zonen – jede mit ihrer typischen Vegetation. Ein Artenreiches Paradies für spezialisierte Pflanzen und Tiere», heisst es auf der entsprechenden Informationstafel.

 

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Kommentare (1)
Eden am 24.05 2019 um 20:38
Mensch, wieso fühlt sich denn da keiner zuständig. Was ist mit den umliegenden Gemeinden, Fischerei, Tierärzten! ...
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