Trotz Regen trafen sich letzten Mittwoch Abend 20 Interessierte zum ersten Anlass der Interessengruppe "Naturgärten in der Biosphäre". Der erste Teil, ein Gartenrundgang bei Susanne und Ruedi Schwery im Aernihüsli Schüpfheim löste allgemeine Begeisterung aus. Schwerys Umgebung ist bestes Beispiel dafür, dass ein Naturgarten kein Wildwuchs und Chaos ist.  Im Zentrum befindet sich ein grosser Natur-Schwimmteich. Rundherum finden sich Hecken, Obstbäume und eine gepflegte Gartenanlage mit Hochbeeten. Mit viel Liebe sind Steinmauern, Holzelemente und eine grosse Vielfalt an einheimischen Pflanzen zu einem zauberhaften Gesamtbild arrangiert. Kaum zu glauben, dass sich hier vor 25 Jahren rundherum noch Wiesen bis ans Haus geschmiegt haben, und lediglich 3 Sträucher und Bäume auf dem Grundstück standen.

Naturnah gepflegt – kein Widerspruch
Christoph Winistörfer eröffnete anschliessend seinen Vortrag im BBZN Schüpfheim mit der Erklärung, dass er lieber von «naturnahen Gärten» als von Naturgärten spreche, da letztere eine ungepflegte Überwucherung vermuten lassen. Winistörfer ist einer von fünf als Bioterra-Fachbetrieb zertifzierten Naturgärtner des Kantons Luzern und leitet in Malters die Naturag Gartenbau AG. Im ersten Teil zeigte er auf, dass auf und von einheimischen Arten ein vielfaches mehr Tiere leben, als auf exotischen Arten. Im Folgenden überzeugte er mit Bildern von attraktiven einheimischen Stauden und Sträuchern davon, dass diese nicht minder attraktiv als ihre exotischen Konkurrenten sind. Er rundete seine spannenden Erzählungen ab mit Fotos von Strukturelementen wie Steinmauern, Fassadenbegrünungen oder Naturteichen. Viele Teilnehmer schrieben emsig mit – wohl an ihrer Einkaufsliste für den Kräuter- und Wildpflanzenmarkt vom 20. Mai 2017 in Escholzmatt. Die beiden Initiantinnen der Interessengruppe Naturgärten, Brigitte Zehnder und Eva Frei zeigten sich sehr erfreut über das rege Interesse und luden abschliessend zum weiteren Austausch.

sso