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Nachhaltiger Konsum: Wie viel Regionalität soll es sein?

Bei der Podiumsdiskussion zum Start der "Regio Challenge" herrschte mehr Einigkeit beim richtigen Umgang mit Konsumenten als als beim Sinn einer regionalen Ernährung.


Publiziert: 04.09.2019 / 14:42

Man versuche ja eigentlich immer, die Kunden als König zu entmachten, fasste Adrian Wiedmer zusammen. Das war nicht das einzige klare Statement des Gebana-Geschäftsführers bei der Podiumsdiskussion zur Lancierung der «Regio Challenge» der Kleinbauern-Vereinigung (VKMB) am Dienstagabend in Bern. Es ging um die Chancen der Regionalität für einen nachhaltigen Konsum.

Für eine Woche nur regionale Produkte 

Bei der «Regio Challenge» soll während einer Woche nur gegessen werden, was im Umkreis von 30 km produziert worden ist. «So sollen die Leute die Vielfalt der Produkte ihrer Region und die Leute dahinter kennenlernen», erklärte Barbara Küttel, Geschäftsführerin der VKMB. Dass das nicht in allen Regionen gleich einfach wird, ist sich auch VKMB-Präsidentin Regina Fuhrer bewusst. «Sinn der Challenge ist es sicher nicht, in der Migros Produkte ‹aus der Region› zu kaufen», stellte sie klar, «Im Berner Oberland müsste man dann vielleicht eine Woche lang von Milch, Käse und Randen leben.» Diese Überlegungen würden aber zum Nachdenken anregen. Bei direktem Kontakt zum Produzenten sei die Kaufentscheidung bewusster, man merke eher, welche Produktionsweise man unterstütze.

Eine abschottende Ideologie

Thomas Cottier vom World Trade Institute kritisierte die «Ideologie der Regionalität» bei der Challenge als abschottend. «Die regionale Versorgung reicht nicht für alle», meinte er. Wegen des geringen Selbstversorgungsgrads hätten z. B. die Hälfte der Schweizer so nicht genügend Gemüse zur Verfügung. Auch im Hinblick auf den Klimawandel sei es wichtig, die Versorgung über gute Handelsbeziehungen zu sichern: «Eine protektionistische Landwirtschaftspolitik ist eine schlechte Vorbereitung.»

Mangos besser als Spargeln

Adrian Wiedmer, dessen Firma sich für fairen und ökologischen  internationalen Handel einsetzt, schloss sich dem an. In Sachen Ökologie komme es sehr auf das Produkt an: «Mit dem Schiff transportierte Mangos sind dreimal besser als Schweizer Freilandspargeln». In gewissen Ländern gebe es einfach einen höheren Ertrag und man könne auch Chancen für eine ökologische Produktion im Ausland nutzen. «Regional heisst nicht automatisch ökologisch und grosse Höfe können auch nachhaltig sein», schloss er.

Die falsche Frage gestellt

Für Regina Fuhrer ist die Frage nach der Herkunft aber eigentlich falsch. «Es sollte vielmehr heissen: Brauchen wir z. B. das ganze Jahr Tomaten?». Mit der «Regio Challenge» solle die entfremdete Gesellschaft auch wieder ein Gefühl für Saisonalität entwickeln. «Importe von nachhaltig produzierter Ware sind wichtig und richtig», erklärte sie, «aber für mich als Biobäuerin gehören die Produktion, die Förderung der Biodiversität und Humusaufbau zusammen». Damit reagierte sie auf die Frage von Thomas Cottier, ob man nicht durch ökologische Produktion im Ausland die Umwelt in der Schweiz schonen könnte, da die Landwirtschaft nicht stärker intensiviert werden müsste.

Die Konsumenten suchen Führung

Die «Regio Challenge» versucht also, die Konsumenten sanft zu erziehen. Adrian Wiedmer sprach dabei von einer cleveren oder lustvollen Führung des Kunden. «Der Kunde ist König, aber er hat keine Ahnung», meinte er. Daher suchten Konsumenten auch nach Führung und die Detaillisten reagierten darauf mit Eigenmarken, die sie mit Labels aufladen. Labels seien aber keine gute Orientierung, bemerkte Thomas Nemecek von der Forschungsgruppe Ökobilanzen bei Agroscope. Die Bandbreite der Produktion sei innerhalb davon zu gross. Es brauche weniger Moral und mehr Vernunft durch Sensibilisierung, so Wiedmer. Tina Siegenthaler von der Kooperationsstelle für solidarische Landwirtschaft sieht auch die regionale Politik in der Pflicht. Beispielsweise laufe im Kanton Genf bereits viel zur Unterstützung der Regionalität

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