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Nach der Explosion in Beirut: Sind handelsübliche Dünger explosiv?

Als Auslöser für die Explosion in Beirut wird Ammoniumnitrat vermutet. Daraus werden Dünger hergestellt – sind Düngemittel auf dem Landwirtschaftsbetrieb also gefährlich, weil sie explodieren könnten? Wir haben nachgefragt.


Anfang Woche kam es in Beirut zu einer gewaltigen Detonation. Die genaue Ursache ist noch unklar, es könnte aber einen Zusammenhang mit  2750 Tonnen Ammoniumnitrat geben, die im Hafen von Beirut gelagert worden waren. Medienberichten zufolge gibt es über 130 Todesopfer und Tausende Verletzte. Noch konnten zudem nicht alle Verschütteten aus den Trümmern geborgen werden. Der Auslöser für die Explosion ist noch unbekannt.

Kein hochkonzentriertes Ammoniumnitrat in Schweizer Düngern

«Grundsätzlich gilt: Die Explosionsgefahr eines Düngers sinkt mit abnehmendem Ammoniumnitratgehalt», erklärt Jürg Friedli, Leiter SGE Pflanzennahrung bei Landor auf Anfrage der BauernZeitung. Daher werde in der Schweiz hauptsächlich Ammonsalpeter 27% verwendet. Dabei handelt es sich um eine Mischung aus Ammoniumnitrat und Kalk mit einem Stickstoffgehalt von 27 Prozent «Ammonsalpeter 27% kann nicht explodieren», stellt Friedli klar.  

Bei der Explosion in Beirut sei mutmasslich hoch konzentriertes Ammoniumnitrat (mit einem Stickstoffgehalt von 33%) unsachgemäss gelagert worden.

Kalk stabilisiert das Düngemittel

Dass in der Schweiz legal im Handel erhältliche Düngemittel nicht explosionsgefährdet sind, bestätigt auch Peter Klauser von der Beratungsstelle für Unfallverhütung in der Landwirtschaft BUL. «Das bekanntesten Produkt,  Ammonsalpeter, besteht aus 70-78% Ammoniumnitrat. Aber es ist mit Calciumcarbonat (Kalk) stabilisiert», erklärt er. Ammonsalpeter enthalte auch praktisch keine brennbaren Inhaltsstoffe.

Manche Dünger wirken brandbeschleunigend

Gewisse Dünger können aber brandfördernd wirken. Bei einem Brand geben diese Düngemittel Sauerstoff ab und wirken daher als Brandbeschleuniger, so Klauser. «Das Löschen braucht dann mehr Löschmittel und wird fast unmöglich.» Das sei vergleichbar mit einem Zuckerstock am 1. August. Auch Wasser könne ein solches Feuer schlecht stoppen.

Brandfördernd wirkende Dünger sind mit einem entsprechenden Piktogramm gekennzeichnet:

Sicherheitsdatenblätter geben Auskunft

Gemäss dem Landor-Sicherheitsdatenblatt zu Ammonsalpeter 27% geht von diesem Dünger keine Gefahr aus (Abschnitt 2: Mögliche Gefahren). Dasselbe gilt für Harnstoff. Bei wasserlöslichem Kalinitrat weist obiges Piktogramm darauf hin, dass dieses Düngemittel Brände verstärken kann. Es sind Sicherheitshinweise aufgelistet, die beim Umgang mit wasserlöslichem Kalinitrat beachtet werden sollten.

Die BUL habe in ihrer Statistik keinen einzigen Vorfall oder Unfall mit explosiven Düngern, versichert Peter Klauser. «Es gab einige Vorfälle von Hobbychemikern, die Dünger mit organischen Stoffen anreicherten, um damit Sprengstoff herzustellen.», fügt er hinzu.

Vorsicht bei Lagerung und Transport

Zur Lagerung heisst es bei der BUL, vor allem flüssige Brennstoffe und Stickstoffdünger sollten nicht zusammen gelagert werden. 

Für jede gekaufte und transportierte Chemikalie gebe es Sicherheitsdatenblätter (siehe Kasten), die wenn nötig von den Verkaufsstellen mitgegeben werden. «Bei grösseren Mengen  Chemikalien, die transportiert werden, gibt es internationale Normen und Vorschriften», erläutert Peter Klauser. 

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