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Mit vereinten Kräften für den Herkunftsschutz

«L’union fait la force», schloss Alain Farine anlässlich der GV der AOP/IGP aus dem guten Verhältnis von Investment und erzieltem Wert aus Werbekampagnen. Die Vereinigung ist allgemein gut unterwegs, sieht aber politische Umwälzungen auf sich zukommen.


Während innerhalb der Schweizerischen Vereinigung AOP/IGP eine gute Stimmung wahrzunehmen ist, scheint man sich mit dem Bundesamt für Landwirtschaft nicht immer zu finden; Das BLW kürzte in Folge einer Marktanalyse seinen Unterstützungsbeitrag.

«Wir wurden klar diskriminiert»

Zu der Beitragskürzung um 100'000 Franken fand die Präsidentin Géraldine Savary an der Generalversammlung vom Dienstag in Bern klare Worte. Man sei eindeutig diskriminiert worden gegenüber anderen Produktkategorien und das Gewährungsverfahren sei intransparent gewesen. Daher hat die AOP/IGP nun Berufung gegen die Höhe des Unterstützungsbeitrag eingelegt. Aktuell befasst sich das Bundesverwaltungsgericht damit.

Die Kommission wird eingekürzt

Einem parlamentarischen Vorstoss folgend wird aktuell die Anzahl nicht-parlamentarischer Kommissionen verringert. Nur unentbehrliche sollen bestehen bleiben. Wie Paulo Degiorgi vom BLW erklärte, sei auch die eidgenössische Kommission für AOP/IGP als entbehrlich eingestuft worden. Dies vor allem deshalb, weil die Zahl zu prüfender Anträge in den letzten Jahren klein gewesen sei.

Ausserdem äusserte sich Degiorgi auch zum «Absinthe du Val-de-Travers». Diese Spirituose musste nach einem Bundesgerichtsentscheid die Herkunftsbezeichnung in seinen Namen integrieren. Nun gibt es aber Opposition von Produzentenseite, die keine Vorschriften zur Herkunft der Hauptkräuter im Pflichtenheft haben möchten. Bei diesem Absinthe habe es wenig Schweiz und wenig Val-de-Travers drin, so der BLW-Vertreter. Das komme einem Betrug der Konsumenten gleich.

Ein Forum als Ersatz

Die Aufgaben der zur Auflösung verurteilten Kommission soll in Zukunft ein Forum übernehmen. Einerseits begrüsst die AOP/IGP diesen Vorschlag des BLW. Andererseits dürfe das Ganze nicht zur Alibi-Übung verkommen. Der Geschäftsführer Alain Farine wünscht sich eine Diskussionsplattform; «daran sollten Vertreter der Sortenorganisationen, Konsumentenvertreter und weitere Beteiligte teilnehmen. Je nach Thema möchten wir auch die Kantone, speziell die Kantonschemiker als wichtige Akteure im Vollzug miteinbeziehen».

Das Forum ist bisher ein Vorschlag, es stehen noch weitere Diskussionen bevor.

Werbeschwerpunkt auf der Deutschschweiz

Da AOP/IGP bisher vor allem in der Welschschweiz bekannt ist, will die Vereinigung einen Schwerpunkt der Promotionsaktivitäten auf die Deutschschweiz legen. Die jährliche Umfrage zu Glaubwürdigkeit und Bekanntheitsgrad des Logos zeigten über die letzten paar Jahre erfreuliche Zunahmen. Erstere stieg um 8 Prozent, letztere um 6 Prozent in den letzten drei Jahren. «Das Wachstum ist langsam, aber stetig», schloss Alain Farine.

Hoher Return on Investment

Das in die Absatzförderung investierte Geld (rund 356'000 Franken) brachte einen Brutto Kampagnen-Wert von etwas über einer Million zustande. Der Return on Investment lag also bei satte 286 Prozent. Farine betonte bei dieser Gelegenheit den Vorteil der Vereinigung, da man Kräfte bündeln könne; «L’union fait la force».

Sparen für die neue Kampagne

Im letzten Jahr habe man im Bereich Promotion unter dem Budget gelegen. Dies im Hinblick auf eine neue Werbekampagne 2019, deren Finanzierung dank den letztjährigen Rücklagen bereits gedeckt sei. Für das kommende Jahr (2020) sei dann wieder ein «normales» Jahr mit ausgeglichener Bilanz geplant. Für die Zukunft empfiehlt die Revisionsstelle eine mittelfristige Finanzplanung.

Private Kontrollbeauftragte zur Debatte

Eine aktuelle Motion mit dem Ziel, auch private Kontrollbeauftragte als Ergänzung zu den kantonalen Kontrollen zuzulassen, wurde vom Ständerat bereits klar angenommen. Als nächstes geht das Anliegen in den Nationalrat, wie Géraldine Savary ausführte. Damit soll der Schutz der AOP-IGP-Produkte weiter verbessert werden, da bisher Betrugsfälle gerade auf der Zwischenhandelsstufe mit den jetzigen Strukturen öfter nicht angegangen werden konnten.

Personelle Änderungen

Mit dem 24-jährigen Philippe Gerber (Mitglied des Vorstands der Charcuterie VD IGP) zieht ein neues Gesicht in den Vorstand ein. Gerber ersetzt Pierre-Michel Lehmann.

Der Rest des Vorstands wurde einstimmig wiedergewählt. Die Präsidentin Géraldine Savary kündigte jedoch ihren Rücktritt im nächsten Frühling an. Sie werde im Parlament nicht mehr kandidieren. Ihre Nachfolge ist noch nicht geklärt. Die Vereinigung will die Parlaments-Wahlen im Herbst abwarten, um einen vorteilhaften Kandidaten für das Amt zu finden.

Jubiläum geht leise über die Bühne

In diesem Jahr feiert die IGP/AOP ihr 20-jähriges Bestehen. Savary erklärte, man wolle zu dieser Gelegenheit kein grosses Brimborium veranstalten und das Geld lieber in die Arbeit der Vereinigung investieren. Einzig eine Sonderausgabe des Magazins "Le Menu" mit den geschützten Spezialitäten wird veröffentlicht werden. Aus der langjährigen Geschichte könne man aber schlussfolgern, dass dies eine solide Organisation sei. «Wir waren vor 20 Jahren Vorreiter beim Schutz von Qualität und Herkunft», meinte die Präsidentin. Nun gelte es, die Bekanntheit und auch die Kenntnis des Unterschieds zwischen AOP und IGP zu fördern.

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