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Milchmarkt: Bundesrat soll für Planungssicherheit sorgen

Der Bundesrat soll bei der Branchenorganisation Milch darauf hinwirken, dass die Milchpreise in den höheren Segmenten für mindestens drei Monate festgelegt werden. Die Produzenten sollten auch künftig frei entscheiden können, ob sie Milch in den tieferen Segmenten zu einem tieferen Preis abgeben wollen.


Der Nationalrat hat am Dienstag einer entsprechenden Motion der ständerätlichen Wirtschaftskommission als Zweitrat ohne Gegenstimme zugestimmt. Der Vorstoss wurde damit an den Bundesrat überwiesen. Er fordert im Landwirtschaftsgesetz einen Standardvertrag für den Milchhandel.

Rechnung geht nicht auf

Produzenten und Verarbeiter brauchten Planungssicherheit zu Menge und Preis, sagte Kommissionssprecher Marcel Dettling (SVP/SZ). Damit könne die Wertschöpfung gestärkt werden. «Es soll weniger Milch geliefert werden, aber zu einem vernünftigen Preis», so Landwirt Dettling. Heute stiegen viele Milchproduzenten aus dem Geschäft aus, weil die Rechnung nicht mehr aufgehe.

In der Branchenorganisation Milch sind die Produzenten, aber auch die Industrie vertreten. Die meisten Mitglieder sprachen sich in der Vergangenheit gegen längere Fristen für Milchpreise aus. In steigenden Märkten würden die Preise länger auf tieferem Niveau verharren, argumentierten sie.

Parmelin unzufrieden mit Uneinigkeit

Landwirtschaftsminister Guy Parmelin zeigte sich unzufrieden mit der grossen Uneinigkeit in der Branche. Er riet aber davon ab, diese zu mehr Regeln zu zwingen. Es sei die Verantwortung der Branchenorganisation Milch, den Standardvertrag bei Bedarf anzupassen.

Die Milch in den Segmenten A bis C wird unterschiedlich hoch bezahlt. Die sogenannte A-Milch ergibt im Vergleich eine gute Wertschöpfung. Die B- und C-Milch, die etwa zu Butter oder Milchpulver verarbeitet und exportiert wird, deckt dagegen nicht einmal die Fremdkosten.

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