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Milchbranche präsentiert Charta und Logo für nachhaltige Schweizer Milch

Am Dienstag hat die Branchenorganisation Milch mit Bundespräsident Ueli Maurer das Logo und eine Charta für nachhaltige Schweizer Milch präsentiert. Das müssen Sie dazu wissen.


Publiziert: 13.08.2019 / 13:16

Die Milchbranche feiert sich selbst. In der Galerie des Alpes im Bundeshaus hat die Branchenorganisation Milch (BOM) zur feierlichen Lancierung des Standards für nachhaltige Schweizer Milch am Dienstag in Bern eingeladen. "Wir haben heute die einmalige Chance, Sie zu einem einzigartigen Anlass willkomen zu heissen, quasi als Startpunkt in eine positive Zukunft." Das sagte BOM-Präsident Peter Hegglin in seiner Begrüssung.

Mit der Einladung verbunden war die Entwicklung einer Charta, einer Selbstverpflichtung, die darlegt, wie sich die Milchbranche in der Schweiz in Zukunft zu positionieren gedenkt.

Ueli Maurer: Branchenstandard ist eine "Win-Win-Situation"

Der Einladung gefolgt sind viele Vertreterinnen und Vertreter aus der Milchbranche und einige aus der Politik - sogar Bundespräsident Ueli Maurer lässt es sich nicht nehmen, der Branche für das Geleistete zu gratulieren. Der Branchenstandard, der auch unter dem Namen Grüner Teppich zu einiger Bekanntheit gekommen ist, ist aus Maurers Sicht eine Win-Win-Situation. Seiner Meinung nach würden nicht nur die Konsumentinnen und Konsumenten, sondern auch die Verarbeiter, die Produzenten sowie die Natur und die Tiere vom Standard profitieren. "Ein besseres Label könnten wir nicht haben", sagte der Bundespräsident in seiner Ansprache.

Hanspeter Kern: "Die Produzenten stehen aus mindestens fünf Gründen hinter dem Standard"

Wie der Präsident der Schweizer Milchproduzenten, Hanspeter Kern, sagte, stünden die Schweizer Milchproduzenten aus mindestens fünf Gründen hinter dem Grünen Teppich:

  1. Mit dem Label könne Schweizer Milch gegenüber den Konsumentinnen und Konsumenten besser ausgezeichnet werden. 
  2. Schweizer Milchprodukte könnten im Export besser positioniert werden.
  3. Leistungen der Milchproduzenten und der Akteure in der Wertschöpfungsketten würden mit dem Standard transparent aufgezeichnet.
  4. Der Standard sei ein deutliches Signal an die Agrarpolitik.
  5. Die Milchwirtschaft könne mit dem Standard glaubwürdig bleiben.

Der Preis wird garantiert weitergegeben, sagt Coop-Vertreter

Auch die anderen Exponenten, die sich zu Wort meldeten, waren sehr zufrieden über das neue Label, das ab erstem September eingeführt werden wird. Coop-Vertreter Roland Frefel betonte, dass Coop garantieren wolle, dass die Preiserhöhung (drei Rappen je Kilo A-Milch) auch bei den Produzenten ankomme. "Nicht-selbstverständliche Leistungen in der Produktion sollen abgegolten werden. Auf diese Weise tragen wir zu einer Sicherung einer verantwortungsvollen Milchproduktion bei", so Frefel weiter. Er stellt in Aussicht, dass die ersten Produkte mit dem neuen Swissmilk Green Label wie geplant ab September in den Regalen stehen werden. 

Auch unter den Anwesenden war die Stimmung aufgeräumt. Denn sie alle wissen, dass der eigentliche Bewährungstest noch vor ihnen liegt. Wenn nämlich im September deutlich wird, ob die Konsumenten bereit sind, für Schweizer Milch mehr zu bezahlen, wird sich zeigen, wie gut der Grüne Teppich tatsächlich ist.

Die Charta im Wortlaut

Eine Charta ist eine Selbstverpflichtung. Der Branchenstandard für Schweizer Milch soll eine Verpflichtung sein, nicht beim Status Quo zu verharren, sondern auch weiter zu gehen. So sagte es BOM-Präsident Peter Hegglin im Bundeshaus. Bis jetzt hätten 41 Organisationen die Charta unterzeichnet, unter anderem alle sechs Detailhändler in der Schweiz.

Charta für die Schweizer Milch

Schweizer Milch und Milchprodukte sind einzigartig und bezüglich Nachhaltigkeit und Tierwohl weltweit führend. Sie geniessen jetzt und in Zukunft bei den Konsumenten im In- und Ausland grosse Anerkennung. Der gemeinsame Erfolg über die gesamte Wertschöpfungskette wird über eine Mehrwertstrategie erzielt.

Unser Bekenntnis

  • Milch für Schweizer Milchprodukte wird standortgerecht, naturnah, tierfreundlich und ressourcenschonend produziert.
  • Sämtliche Milchkühe können sich regelmässig frei bewegen und erhalten vor allem naturnahes Futter.
  • Bäuerinnen und Bauern werden für die Mehrwerte für nachhaltige Schweizer Milch transparent entschädigt.
  • Schweizer Milch wird in nachhaltigen Prozessen zu hochwertigen Produkten verarbeitet. Für Käse wird zusätzlich ein strenger Branchenkodex eingehalten.
  • Die Branche garantiert glaubwürdige Kontrollen über die Einhaltung des Branchenstandards. Die Resultate werden transparent kommuniziert.
  • Die Mehrwerte können durch die Dachmarke Swissmilk Green ausgezeichnet werden. Diese Kennzeichnung steht für alle nachhaltigen Schweizer Milchprodukte zur Verfügung.
  • Die Schweizer Milchbranche verpflichtet sich, den Branchenstandard aufgrund der Bedürfnisse der Konsumenten und der Gesellschaft stets weiter zu entwickeln.

Der Grüne Teppich ist erst der Anfang

Klar wurde am Dienstag in Bern, dass der Grüne Teppich erst der Anfang ist. So betonte BOM-Geschäftsführer Stefan Kohler, dass man die Anforderungen an die Produktion, an die Verarbeitung und den Handel nach der Einführung des Standards weiter erhöhen könne. "Das ist ein Mehr-Etappen-Rennen und wir sind noch nicht auf der Champs-Élysées", sagte Kohler in Anlehnung an eines der berühmtesten Radrennen der Welt.

Auch für Coop ist klar, dass sich der Grüne Teppich in Zukunft weiterentwickeln wird. Wie schnell die Entwicklung vonstatten geht, wird abhängig sein von der Konkurrenz im Ausland sowie den Möglichkeiten, die sich im Milchabsatz auftun.

Entsprechen ruhen auch für die Verarbeiter die Hoffnungen des Standards auf der Zukunft. Wie nämlich Markus Willimann sagt, ist Swissmilk Green "eine schlagkräftige Antwort auf Importprodukte und den Einkaufstourismus." Und weil sich eben auch im Ausland die Rahmenbedingungen verändern, schwingt implizit mit, dass sich der Standard entwickeln muss, um auch langfristig am Markt erfolgreich sein zu können.

"In diesem Sinne wünsche ich der Branche, dass sie sich in Zukunft zugunsten vom Wohl von Mensch und Tier einsetzen kann", sagte deshalb Susanne Staub vom Schweizerischen Konsumentenforum in ihrer kurzen Rede.

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