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Milchalpen: Unter Druck, aber kein «Auslaufmodell»

Die Milchalpen werden weniger. Im Kanton Graubünden ist deren Zahl in den letzten zehn Jahren um 17 Prozent zurückgegangen. Keiner der Teilnehmer eines Podiums am Plantahof mochte sie deswegen aber als «Auslaufmodell˚ bezeichnen.


Publiziert: 08.03.2019 / 14:50

«Sind unsere Milchalpen ein Auslaufmodell?» Ob dieser Frage ist Plantahof-Direktor Peter Küchler erschrocken. «Auslaufmodelle gibt es bei Autos», stellte er als Gesprächsleiter eines Podiums zur Zukunft der Milchalpen fest. Wenn ein bestimmtes Modell nicht mehr gebaut werde, verschwinde es mit der Zeit von der Strasse. «Unsere Milchalpen», so Küchler, «sind aber ein Jahrhunderte altes Erfolgsmodell.» Nur schon die Vorstellung, dass sie zum Verschwinden verurteilt sind, beunruhigte ihn sichtbar. Eingeladen zum Podium unter dem etwas provokativen Titel hatten die Bündner Sektion des Schweizerischen Albwirtschaftlichen Verbandes und der Bündner ÄlplerInnenverein. Und Valentin Luzi vom Bündner Amt für Landwirtschaft und Geoinformation lieferte die Zahlen zur Entwicklung der Milchalpen.

Der Zehnjahresvergleich

  • Im Zehnjahresvergleich hat sich im Kanton Graubünden die Zahl der Milchalpen von 176 auf 146 reduziert, was einem Rückgang von 17 Prozent entspricht.
  • Die Zahl der Sennalpen, auf denen gekäst wird, hat sich um 7 Prozent auf 116 reduziert.
  • Die Zahl der auf den Bündner Alpen gemolkenen Kühe hat sich um 15 Prozent auf 11 454 reduziert.
  • Und auch die einzige auf den ersten Blick positive Zahl ist zwiespältig: Die Auslastung der Milchkuhalben hat sich innert zehn Jahre um 5.5 Prozent auf 96.8 Prozent erhöht. Das ist aber auch ein Ausdruck des eingesetzten Strukturwandels: Milchalpen werden aufgegeben.

Zahlreiche Gründe

Die Gründe für den Rückgang der Milchalpen sind vielfältig. Fadri Riatsch, Milchviehhalter aus Vnà im Unterengadin nannte den Trend zur Mutterkuhhaltung. Damit könnten insbesondere grössere Betriebe die Arbeitsbelastung etwas reduzieren.

Markus Michel aus Igis bei Landquart hat auf Mutterkuhhaltung umgestellt. Er verwies auf die Spezialisierung der Talbetriebe. Diese setzten vermehrt auf Ackerbau oder, sofern sie bei der Milchwirtschaft bleiben, auf Hochleistungskühe. Diese würden sich schlecht für die Sömmerung eignen.

Theodor Solèr ist Alpkassier. Der ehemalige Landwirt aus Cumbel im Oberengadin wies daraufhin, dass eine Alpsaison auf 90 Tage ausgerichtet ist. In den ersten 40 Tagen sei es einfach die «Milchkessi» vollzubringen. Ab August gehe die Milchleistung der Kühe massiv zurück. Er riet dazu, den Abkalbezeitpunkt der gealpten Kühe nach hinten zu schieben. Dies würde es erlauben, die Milchleistung während der Alpsaison erhöhen. Das würde sich wiederum positiv auf die Wirtschaftlichkeit der Milchalpen auswirken.

Enge Verknüpfung

Alle Podiumsteilnehmer waren sich einig darin, dass eine enge Verknüpfung zwischen der Entwicklung der Milchwirtschaft in den Bündner Talbetrieben und der Zahl der Milchviehalpen besteht. Auch deshalb, weil es kaum noch Landwirte aus dem Unterland, gibt, die bereit sind, ihre Hochleistungskühe zu sömmern. Ausserdem spielen Faktoren wie der Milchpreis eine entscheidende Rolle.

Trotz all dieser negativen Trends mochte keiner der Teilnehmer die Milchalpen ohne Vorbehalte als «Auslaufmodell» bezeichen.

Elita Florin ist Gemeindepräsidentin von Bonaduz. Die Gemeinde hat vor kurzem eine Milchalp saniert. Die Alp sei beliebt und verankert bei der Bevölkerung. Die Grundlagen für eine Milchalp müssten erhalten bleiben.

Die Bündner Alpen verfügten im allgemeinen über eine gute Infrastruktur, stellte Fadri Riatsch fest. Seine Genossenschaft habe soeben eine Milchalp saniert. Da stecke viel Herzblut drin. Dieses Engagement müsse man an eine junge Generation weitergeben.

Am skeptischsten zeigte sich Markus Michel. Jeder Heimbetrieb habe es in der Hand, ob und in welcher Form er seinen Betrieb mit der Alpwirtschaft koordinieren wolle. Da würden auch wirtschaftliche Überlegungen mitspielen.

chw

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