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Milch-Abo statt Margen für die Grossen

Familie Buchwalder aus Liesberg BL bietet die Milchprodukte vom eigenen Hof im Abo an. Ein Grund dafür ist die Unzufriedenheit mit den Margen der Grossverteiler.


Abos mit regionalen Lebensmitteln vom Bauernhof sind beliebt. Gemüse-Abos gibt es bereits einige. Florian und Evelyn Buchwalder, die auf dem Hof Spitzenbühl im basellandschaftlichen Liesberg Milchwirtschaft betreiben, bieten ein anderes Angebot an: Seit fünf Jahren kann bei ihnen ein Biomilchprodukt-Abo und ein Biomilch-Abo abgeschlossen werden. Enthalten sind verschiedene Produkte wie Hart- und Weichkäse, Frischkäse und Joghurt.

25 Franken pro Lieferung

Der Konsument kann das Abonnement über ein Jahr abschliessen. Das beinhaltet eine bestimmte Anzahl an wöchentlichen Lieferungen. Die Kosten für das Abo belaufen sich auf rund 25 Franken pro Lieferung, abgerechnet wird quartalsweise. Die Produkte werden wöchentlich an eine Depotstelle geliefert und können dort abgeholt werden.

Für die Buchwalders sind die Depotstationen die beste Lösung. Zum einen liegt ihr Hof zu abgelegen in den idyllischen jurassischen Hügeln, als dass ein Hofladen in Frage käme. Hof und Weiden sind über eine Naturstrasse zu erreichen, die sich über mehrere Kilometer die bewaldeten Hügel hinaufschlängelt. Hauslieferungen wären für Buchwalders zu aufwändig. Auch die Haltbarkeit der Produkte spielt dabei eine Rolle. Aktuell gibt es Depotstationen in Liesberg, Röschenz, Basel, Laufen und Breitenbach. Es ist möglich, dass weitere Stationen hinzukommen.

Die Milch für die angebotenen Produkte stammt von den eigenen Kühen. Evelyn und Florian Buchwalder halten normalerweise 20 Kühe der Rasse Schweizer Fleckvieh. Zurzeit sind es 15 Kühe. Ausserdem halten sie zur Nachzucht zwei Generationen à 6 - 7 Rinder. Tierhaltung und Produktion erfolgen nach den Knospe-Richtlinien von Bio Suisse.

Produkte aus eigener Käserei

Im Sommer sind die Kühe und Rinder durchgängig auf der Weide und im Winter erhalten sie so viel Auslauf wie möglich. Gefüttert werden die Tiere hofeigenem Heu. Die Milch wird in der hauseigenen Käserei verarbeitet und die Energieversorgung wird durch Holzschnitzel sichergestellt.

Zurzeit bedienen die Buchwalders 45 Abos, Tendenz langsam steigend. Für Florian Buchwalder ist das noch zu wenig. Um all ihre Milch und Milchprodukte im Abo direkt an den Konsumenten verkaufen zu können, bräuchten sie über 200 Abonnenten, dies entspräche 70'000 Liter Milch.

Ein Teil der verarbeiteten Produkte geht an Quartierläden. Die übrige Milch, die nicht selbst verarbeitet werden kann, wird unter den Produktionskosten an die Grossverteiler geliefert.

Florian und Evelyn Buchwalder sind der Meinung, dass die Grossverteiler ihre Margen auf Kosten der Produzenten erhöhen. (Bild zvg)

"Hohe Marge auf Kosten der Produzenten"

Die Idee für das Milchprodukte-Abo hat sich Florian Buchwalder vom Gemüse-Abo abgeschaut. Ausschlaggebend für die Umsetzung der Idee sei für ihn hauptsächlich die Tatsache, dass seit Jahren die Grossverteiler ihre Margen auf Kosten der Produzenten erhöhten und diese somit zur Aufgabe zwängen.

Ausserdem gibt es keine anderen Biomilchbauern in ihrem Ort, die Buchwalders müssen deshalb zusätzlich die Abholpauschale von 540 Franken pro Monat für den Milch-LKW alleine finanzieren. Diese Pauschale ist in den letzten Jahren ebenfalls gestiegen. Die Politik reagiere da zu wenig, meint Florian Buchwalder.

Mit dem Milchprodukte-Abo will er einen neuen Weg gehen, um seine Produkte direkt an den Konsumenten zu verkaufen und nicht mehr über die Grossverteiler. Dies entspricht dem Prinzip der regionalen Vertragslandwirtschaft, die auf einer direkten Zusammenarbeit von Produzenten und Konsumenten beruht. Deshalb hat er auch die Übernahme und Verarbeitung der Milch und die Verteilung der Produkte genossenschaftlich organisiert. Der Verbraucher als Genossenschafter hat somit Einfluss auf die Produktion und die Qualität. Im Gegenzug stellt die Genossenschaft für ihn Sicherheit dar.

"Betrieb schuldenfrei übergeben"

Das langfristige Ziel von Florian und Evelyn Buchwalder ist es, in 25 Jahren den Betrieb schuldenfrei an die nächste Generation übergeben zu können. Auch wenn ihre vier Kinder noch klein sind, sind sie mit diesem Ziel nicht ganz im Plan. Denn durch den Bau der hauseigenen Käserei haben sie finanzielle Verpflichtungen. Dies hält Florian Buchwalder jedoch für normal, da in der Schweizer Landwirtschaft die Verschuldung über 40 Prozent betrage.

Hof Spitzenbühl Kühe

 

Florian Buchwalder bei den derzeit 15 Kühen. (Bild lid/cz)

Auf die Frage, wie er das Marketing seiner Produkte verbessern will, erklärt Florian Buchwalder, dass sie in Zukunft vermehrt auf moderne Medien setzen wollen und die Website soll optimiert werden. Auch die Genossenschaftsverwaltung werde durch Personen mit Marketingwissen ergänzt.

Der Hof Spitzenbühl, der klimatisch und landschaftlich bereits durch das Jura geprägt ist, produziert nicht nur Michprodukte. So gibt es auf dem Hof diverse Obstbäume, wie Birne, Apfel, Zwetschgen, Mirabellen, Kirschen  oder Reineclaude. Die Hochstammbäume stehen  frei auf dem ganzen Land verteilt. Die Früchte werden zu diversen Produkten verarbeitet, wie Most, Konfitüre, Dörrobst oder Schnaps verarbeitet. Ausserdem wird das Fleisch der eigenen Kühe verkauft.

Was weitere Produkte angeht, so hat Evelyn Buchwalder die vage Idee eines Tages Ziegen anzuschaffen und deren Produkte ins Sortiment aufzunehmen. Der praktische Vorteil der Ziegen sei, dass sie den Waldrand auf natürliche Weisen "mähen". Auch ohne Ziegen wird es Evelyn und Florian Buchwalder in nächster Zeit an Arbeit und Herausforderungen sicher nicht mangeln.

lid/Chantal Zoelly
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