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Mikroplastik in Europas Gewässern: Noch keine Gefahr für Lebewesen

Forschende der Empa haben nach eigener Aussage die weltweit erste Risikoabschätzung für Mikroplastik in Seen und Flüssen geliefert. Demnach sind aquatische Organismen in europäischen Gewässern noch nicht akut gefährdet.


von sda
Publiziert: 13.05.2019 / 11:32

Winzige Plastikteilchen in Kosmetika, Kunststofffasern aus der Wäsche, verwitterte oder abgeriebener Kunststoff - Mikroplastik landet aus verschiedenen Quellen im Abwasser. Zwar sind Kläranlagen recht effizient darin, die Kunststoffteile von weniger als fünf Millimetern Grösse zurückzuhalten. Jedoch gelangt trotzdem immer mehr davon in Gewässer und Böden.

Noch keine akute Gefahr

Bernd Nowack und Véronique Adam von der Forschungsanstalt Empa haben laut eigenen Aussagen erstmals die Risiken abgeschätzt, die von diesen winzigen Partikeln für im Süsswasser lebende Fische und andere Organismen ausgehen. Demnach besteht in europäischen Flüssen und Seen noch keine akute Gefahr, da die Konzentrationen an Mikroplastik in den bisher untersuchten Gewässern unter den Schwellenwerten für mögliche Schäden an verschiedenen Wasserorganismen liegen, wie die Empa am Montag mitteilte.

Die beiden Forschenden verwendeten eine Methode, die für die Abschätzung von Umweltrisiken durch Chemikalien etabliert ist. Dabei verglichen sie real gemessene Mikroplastik-Belastungen mit Schwellenwerten für mögliche toxische Effekte bei verschiedenen Organismen. Von ihren Ergebnissen berichteten sie unlängst im Fachblatt "Environmental Toxicology and Chemistry".

Abwasserreinigung entscheidend

Anders als in Europa liegt die Mikroplastikbelastung in Gewässern in Asien teils über den besagten Schwellenwerten, hiess es weiter. Dies zeige, dass sich die Weltregionen bezüglich Verschmutzung durch Mikroplastik und des daraus resultierenden Umweltrisikos unterscheiden. Zentral ist dabei die Abwasserreinigung: Wo Kläranlagen fehlen oder nur begrenzt funktionieren, können grössere Konzentrationen an Mikroplastik in der Umwelt auftreten.

Auch den Boden untersuchen

Trotz der derzeitigen Entwarnung für Europa betont Nowack, dass weitere Untersuchungen nötig seien, um negative Folgen auszuschliessen. Die Datengrundlage sei insgesamt noch spärlich, vor allem was lokale "Hotspots" von Mikroplastik in der Umwelt angehe.

Mit seinem Team plant der Forscher weitere Risikobewertungen zu Mikroplastik in Böden und den Weltmeeren. Zudem untersuchen die Empa-Wissenschaftler die Bildung von Mikroplastik beim Waschen und bei Verwitterung, und versuchen die Mikroplastikflüsse in der Umwelt zu quantifizieren.

 

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