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Migros geht eigene Wege bei den Suppenhühnern

Der Schweizer Eiermarkt hat ein Problem mit den Althennen. Grund dafür ist die Migros-Metzgerei Micarna: Der Fleischverarbeiter will nur noch die Suppenhühner der eigenen Eierlieferanten verwerten. Für 500'000 Althennen schliesst sich damit ein Absatzkanal. Helfen soll jetzt die Coop-Metzgerei Bell; Gespräche werden schon geführt.


Publiziert: 20.12.2018 / 12:11

Wo Eier produziert werden, fallen irgendwann Suppenhühner an; in der Schweiz insgesamt rund 1,7 Millionen Tiere pro Jahr. Bisher wurden davon rund zwei Drittel von der Migros-Tochter Micarna in der Oberschwäbischen Geflügel GmbH in Ertingen (DE) geschlachtet, verarbeitet und in der Schweiz verkauft.

Roboter verändern Markt

Für die letzten zehn Jahre hat das gut funktioniert, nur verändern gerade Roboter die Marktstrukturen. Micarna hat nämlich in neue, automatisierte Zerlegelinien investiert, in denen Pouletschenkel automatisch entbeint werden; und das gibt günstigeres Pouletfleisch. «Das macht uns auf dem Suppenhennenmarkt zu schaffen», sagt Willi Neuhauser, Präsident der Genossenschaft Gallo Circle: «Wir sind nicht mehr konkurrenzfähig.»

Micarna hat ausserdem für das kommende Jahr entschieden, nur noch die Suppenhühner der eigenen Eierlieferanten zu verwerten. Die Konsequenzen für die Gallo-Circle-Mitglieder: Sie verlieren einen Absatzkanal für rund eine halbe Million Suppenhühner. Gallo Circle, gegründet 2008 um die Verwertung von Suppenhühnern sicherzustellen, bleibt aber die Selbsthilfeorganisation der Produzenten:«Alle Genossenschafter können auch in Zukunft ihre Althennen über unseren Kanal verwerten», heisst es in einem Gallo-Circle-internen Informationsschreiben, das am Dienstag an die Mitglieder ging und von Neuhauser und Thomas Münger, Vorstandsmitglied von Gallo Circle, unterzeichnet wurde.

Konkret werden die Althennen entweder in der Oberschwäbischen Geflügel GmbH im Lohn geschlachtet, oder sie werden auf dem Betrieb getötet und in Biogasanlagen gebracht. Die Verwertung in der Biogasanlage ist laut Gallo Circle zeitlich flexibler. Und sie ist nötig, um saisonale Spitzen (z.B. nach Ostern) zu brechen. Dennoch ist die Biogasanlage nur die zweitbeste Option; eigentlich will man die Tiere schlachten und als Lebensmittel verkaufen. 

Die neue Lösung ist für die Produzenten teurer; im Schnitt würden die Verwertungskosten um 80 Rappen pro Tier steigen. Wie Neuhauser sagt, sollen die Kosten von den Mitgliedern solidarisch getragen werden. Mittelfristig will Gallo Circle ohnehin möglichst viele Hennen in den Lebensmittelkanal geben.

Coop hat Interesse

Laut Informationsschreiben ist Coop interessiert, neue Absatzkanäle für Legehennen-Fleisch zu erschliessen. Wie Thomas Münger am Mittwoch auf Nachfrage betont, hat Coop eine Zusammenarbeit mit Gallo Circle zugesichert; die Details werden derzeit ausgehandelt.

hja

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