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Markus Ritter zu den Forderungen des Klimastreiks

In einem Podcast des Klimastreiks äussert der Präsident des Schweizer Bauernverbands seine Meinung zu den Forderungen des Klimastreiks.


Publiziert: 09.10.2019 / 11:54

Unter dem Namen Klimapodcast stellt die Schweizer Klima-Bewegung Klimastreik derzeit Gespräche mit Kandidierenden für den National- und Ständerat ins Netz. Auch Markus Ritter wurde eingeladen.

Eigenverantwortung und Information

Eingangs wird Ritter auf sein Engagement für Direktzahlungen und Eigenverantwortung angesprochen. In Sachen soziale Absicherung (sei es von Bäuerinnen oder etwa die Altersvorsorge) ist seiner Meinung nach die Bildung und Information zentral. "Es bringt nichts, jemanden zu zwingen. Man muss das Problem verstehen", argumentiert Ritter.

Food Waste als Top-Thema

Der Präsident des Schweizer Bauernverbands sieht ein grosses Problem im derzeitigen Food Waste. Wenn die Menge unnötigerweise weggeworfener Lebensmittel reduziert werden könnte, bräuchte es auch weniger Importe, argumentiert er. 

Drei Forderungen und eine Alternative

Der Klimastreik hat drei Kernforderungen formuliert:

  • Klimanotstand in der Schweiz. Damit ist eine Priorisierung klimarelevanter Geschäfte und eine verständliche Information der Bevölkerung in Sachen Klimakrise gemeint.
  • Netto 0 Treibhausgase in der Schweiz bis 2030. Dabei sollen keine Kompensationen eingerechnet werden dürfen.
  • Klimagerechtigkeit. Das soll heissen, dass Massnahmen zum Klimaschutz materiell und finanziell benachteiligte Menschen nicht zusätzlich belasten dürfen. Dazu soll das Verursacherprinzip angewandt werden.

Die Nachfrage bestimmt die Produktion

Damit reagierte er auf die Frage, ob Direktzahlungen (DZ) ausreichen würden, um den CO2-Fussabdruck von Betrieben zu senken oder ob man nicht besser bei den Importen (etwa von Soja) ansetzen sollte. 

"DZ sollten nicht die Produktion beeinflussen. Diese sollte vom Markt, also der Nachfrage der Konsumenten bestimmt werden", so Ritter.

Die Marktmacht der Bauern ist klein

Die Klimastreikenden fragten auch, ob Bauern den Markt nicht mitgestalten könnten. Dafür sei ihre Marktmacht zu klein, erklärte Ritter. Die Detailhändler seien grosse Akteure und die Konsumenten in ihrem Verhalten von gesellschaftlichen Gesprächen beeinflusst. 

Direktvermarktung gegen Food Waste

Eben weil die Kunden im Laden nicht direkt mitentscheiden können, ob sie auch krumme Karotten kaufen würden (weil diese nicht angeboten werden), setzt der Bauernverband laut Ritter gegen Food Waste auf Direktvermarktung. 

"Das ist nicht unser Wording"

Der ersten Forderung des Klimastreiks (dem Klimanotstand) widerspricht Markus Ritter nicht. Das sei allerdings nicht sein Wording; Der Bauernverband hätte also eine andere Wortwahl getroffen. Die Forderung an sich sei schon richtig, es brauche ein Handeln.

Im Trockenjahr 2018 sei ein Ruck durch die Schweizer Landwirtschaft gegangen. Die schwierigen Bedingungen hätten zu denken gegeben. "Man muss sich auf den Weg machen, man muss anfangen", schloss Ritter.

Hilfe der Wissenschaft gefordert

Bei der Forderung nach Netto 0 Treibhausgase bis 2030 in der Schweiz ist der Bauernverbands-Präsident skeptisch. Das sei ein allzu ambitioniertes Ziel. Das Problem gerade in der Landwirtschaft sei, dass man die biologisch entstehenden Treibhausgase etwa in der Viehhaltung reduzieren müsse. "Da brauchen wir Unterstützung aus der Wissenschaft", meint Ritter. Der grösste Hebel beim Klimaschutz sei das Konsumverhalten.

Wollen Schweizerinnen und Schweizer ihr Verhalten ändern?

Schweizerinnen und Schweizer seien vergleichsweise wohlhabend und "man leistet sich eben etwas", was den ökologischen Fussabdruck vergrössere. "Die Frage ist: Inwieweit sind wir bereit, unser Verhalten zu ändern?", ist Ritter überzeugt.

Weltweit sieht der Biobauer schwarz für Netto 0 bis 2030. Allerdings könne und solle die Schweiz eine Pionierrolle einnehmen. 

Viel Wahres bei der Klimagerechtigkeit

Die Klimagerechtigkeit schient Ritter sinnvoll: "Da ist viel Wahres drin", meint er zu dieser Forderung. Es dürfe nicht sein, dass im Namen des Klimaschutzes Ärmere, Ältere oder abgelegen wohnende Menschen "unter die Räder kommen". Ein vorsichtiges Vorgehen sei wichtig.

Das Zusammenleben kann man immer verbessern

In der Schweiz sei bereits Vieles nicht schlecht organisiert. So antwortet Ritter auf die Klausel des Klimastreiks, die unter Umständen einen Systemwandel verlangt. Er denke da an unser Sozialwesen oder die Krankenkassen, führte Ritter aus. Aber grundsätzlich könne man das Zusammenleben immer optimieren. 

 

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