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"Les Dépossédés" öffnet einem die Augen

Bauern in Drittweltländern leiden und niemand interessierts – Regisseur Mathieu Roy möchte das mit seinem Film ändern.


Publiziert: 10.10.2018 / 15:27

Kleinbauern in afrikanischen und indischen Ländern produzieren zwar Nahrungsmittel, aber haben meist selber nicht genug, um sich zu ernähren und geraten in eine existenzbedrohende Schuldenfalle. Dies zeigt der Dokumentarfilm "Les Dépossédés" (dt. Bittere Ernte) auf, der Ende  September in die Kinos kam.

Die Realität ist hart

Nachdenklich blickt ein kleiner Junge  an der Kamera vorbei und sagt kein Wort. Seine Brüder spielen im Hintergrund. Derweil erzählt der Vater den Reportern vom Selbstmordversuch des kleinen Jungen mithilfe von einem Pestizid.
Diese und weitere Szenen, die dem ahnungslosen Zuschauer die Sprache verschlagen, sind ein Teil des neuen Films von Mathieu Roy. Die Auswirkungen der Freihandelspolitik sind darin gut zu sehen:  Sie berauben Kleinbauern auf der ganzen Welt ihrer Möglichkeit, ein annehmbares Einkommen zu erzielen und für ihre Familien zu sorgen.

Verschiedene Akteure kommen zu Wort

Regisseur Mathieu Roy lässt in der 76-minütigen Dokumentation alle Beteiligten zu Wort kommen. Von den direkt betroffenen Bauern, Wirtschaftern, Vertretern der WTO sowie Wissenschaftern von Grosskonzernen ist alles dabei und präsentiert sein Plädoyer."Konsumenten in Industriestaaten überlegen sich beim Einkaufen im Supermarkt wohl kaum: Wo kommt das her?" meint Uta Patnaik, Wirtschaftswissenschafterin im Interview.

 

Die Menschheit schaut weg

Der Film appelliert an die Vernunft der Konsumenten. Sie sollen nicht wegsehen, nicht hinnehmen, dass Bauern in diesen Gegenden hoch verschuldet sind, nicht mehr weiterwissen und Selbstmord begehen. Aber kann ein Dokumentarfilm die Zuschauer derart umpolen? Der 2006 erschienene und von Al Gore produzierte "Eine unbequeme Wahrheit" vermochte dies nicht zu bewirken, wie aktuelle Forschungsergebnisse zur globalen Erwärmung zeigen.

Schöne Bildgestaltung

Besonders zu erwähnen ist die Kameraarbeit. Da es weder Schwenks, Zooms noch Kamerafahrten gibt, bleibt die Aufmerksamkeit voll und ganz auf dem Geschehen und dem Schicksal der Beteiligten. Die Bilder sehen atemberaubend und ästhetisch aus. Auch der geringe Einsatz von Musik ist auffallend und passend. Der Film geht nahe, er zeigt anhand der direkt Betroffenen ungeschönt die Realität in Ländern wie Indien, Malawi und Brasilien. Für Branchenkenner der Internationalen Landwirtschaft bietet der Film nichts Neues. Hingegen wird er Ahnungslosen garantiert die Augen öffnen.

Marcel Schmid

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