Das Gesetzt schreibt vor, dass stickstoffhaltige Dünger wie Gülle oder Mist nur zu Zeiten ausgebracht werden dürfen, in denen Pflanzen den Nährstoff auch aufnehmen können. Grundsätzlich liegt die Verantwortung beim Landwirt.

Für geruchsaktive Stoffe gibt es keine gesetzlichen Imssionsgrenzwerte. Als übermässige geruchliche Belastung definiert die Luftreinhalteverordung, was «einen wesentlichen Teil der Bevölkerung in ihrem Wohlbefinden erheblich stört».

Intensität und Dauer sind entscheidend 

Um die Belastung zu beurteilen, sind die Intensitäts des Dufts und die Dauer des Stinkens über das ganze Jahr gesehen ausschlaggebend. Gerüche vom Güllen sind zeitlich sehr begrenzt und ein rechtliches Vorgehen gegen Landwirte daher wenig erfolgsversprechend. Anders sieht es aus, wenn strenge Gerüche aus Ställen kritisiert werden. Ein Beispiel dafür ist der Fall Meggen in Luzern. 

 

Wie misst man einen Geruch?

Für die Messung einer Geruchsbelastung gibt es verschiedene Methoden. Laut einer Empfehlung zur Beurteilung von Gerüchen des Bundes, dürfen beispielsweise in der Landwirtschaftszone nicht mehr als 15 Prozent der Einzelmessungen pro Messpunkt pro Jahr bzw. höchstens 40 Prozent pro Monat «Geruchsstunden» sein. Daten erhoben werden dazu in der Regel während 12, jedoch mindestens während sechs Monaten jeweils zweimal wöchentlich während drei bis zehn Minuten an für das Wohngebiet repräsentativen Stellen.

Üblicherweise per Befragung

Beim Erheben dieses «Geruchszeitanteils» kommt bei Begehungen die Nase zum Einsatz. Laut der Luftreinhalteverordnung ist das übliche Vorgehen zur Messung einer Geruchsbelastung aber die Befragung der Betroffenen per Fragebogen. Bei mittelmässigem oder stärkeren Gestank gilt die Immission als übermässig, wenn mehr als ein Viertel der Befragten stark belästigt sind. Dabei gibt es Vorgaben dazu, wie man zu repräsentativen Daten kommen kann. 

 

«Unzeiten» gibt es schon 

Als Unzeiten für das Ausbringen von Gülle oder Mist gelten ungünstige Wetter- oder Bodenbedingungen. Bei grosser Hitze im Sommer entweicht viel Stickstoff als Ammoniak, bei Regen kann Dünger in Gewässer abgeschwemmt werden. Daher gilt:

  • Im Sommer bei kühlem Wetter und Windstille, abends auf saugfähigen Boden und mit einer Verdünnung von 1:1 bis 1:2 güllen.
  • Im Winter weder auf gefrorenen, schneebedeckten, wassergesättigten oder ausgetrockneten Boden und grundsätzlich nicht während der Vegetationsruhe. 

«Wenn sich ein Kreiselheuer und ein Druckfass auf der Strasse begegnen, ist einer von ihnen falsch», schlussfolgert man in einer Präsentation des Inforama. Gülle solle man nur dann ausbringen, wenn man auch Ammonsalpeter streuen würde. 

Keine Vorgaben zum Wochentag

Wann Gülle gefahren werden darf, ist also vom Wetter, der Jahreszeit und dem Zustand der Böden abhängig. Ein günstiges Zeitfenster kann sich genauso an einem Montagmorgen, wie an einem Samstagabend bieten. Im Sinne eines friedvollen Zusammenlebens ist es zwar ratsam, auf seine Nachbaren auch beim Düngen Rücksicht zu nehmen – angesichts der Rechtslage kann man Landwirtinnen und Landwirte aber kaum dazu zwingen. 

Emmissionsmindernde Ausbringungsverfahren wie der Schleppschlauch helfen nicht nur, Stickstoffverluste in der Form von Ammoniak zu reduzieren. sondern auch den entstehenden Geruch. So schlägt man zwei Fliegen mit einer Klatsche.

 

Verbote zum Schutz der Gewässer

Wegen der Gefahr einer Auswaschung in Gewässer darf an folgenden Orten laut einem Merkblatt zum Umganz mit Hofdüngern nicht gedüngt werden:

  • Entlang von Gewässern im Bereich des Pufferstreifens (mind. 3 Meter), und wo ein Gewässerraum ausgeschieden wurde im Gewässerraum, sowie im Gefahrenbereich von Einlaufschächten;
  • In Grundwasserschutzzonen S1 und S2; (Ausnahmen siehe kantonales Schutzzonenreglement) 
  • Im Winter auf unbewachsenen Flächen (Mist und Kompost bei sofortiger Einarbeitung erlaubt).

Güllen darf man ausserdem nicht n einem Naturschutzgebiet, einem Wald, in Feldgehölzen oder einer Hecke.

Hier finden Sie ein Merkblatt mit Checkliste zum Gülle- und Mistaustrag zu Unzeiten oder an verbotenen Orten.