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Kranke Rüben und tiefe Erträge

Die Kampagne hat begonnen: Aus dem Berner Seeland werden rund 100'000 Tonnen weniger Rüben erwartet.


Die Rübenkampagne 2016 ist eröffnet: Am Dienstag rollten die ersten Rübenfuder in die Zuckerfabrik Aarberg BE ein. War der Dienstag quasi noch ein Probetag, so wurde die Kampagne am Mittwoch offiziell eröffnet. «In der Zuckerfabrik Frauenfeld hat die Verarbeitung am 2. Oktober mit der Biokampagne begonnen, welche dieses Jahr zirka neun Tage dauert. Die Verarbeitung der konventionellen Rüben beginnt um den 11. Oktober», sagte Peter Imhof, Leiter Rübenmanagement in Aarberg, auf Anfrage.


Schlechte Qualität


Auch der Rübenring Seeland nahm am Dienstag seine Arbeit beim ersten Rübenhaufen in Worben BE mit seinen «Rübenmäusen» auf. Der Rübenring ist jeweils bestrebt, die Rüben aus der Umgebung der Zuckerfabrik Aarberg möglichst kostengünstig und gereinigt nach Aarberg zu transportieren. Im Berner Seeland ist nicht nur die Qualität, sondern auch die Quantität der Zuckerrüben alles andere als erfreulich. Klein, mit ge
ringem Gewicht.

«Wegen dem nassen Frühling und dem trockenen Sommer müssen wir in unserer Region mit zirka 100'000 Tonnen weniger Rüben rechnen als 2015», sagt Hans Helbling, Verlade- und Transportleiter beim Rübenring. Dieses Jahr rechne man nur mit 322'000 Tonnen, dies sei gegenüber dem Rekordjahr von 2014 fast 200'000 Tonnen weniger.

Auch die explosionsartige Entwicklung der Cercospora-Blattflecken in der zweiten Augusthälfte habe zu mehreren Fungizidbehandlungen geführt und so die Ernteerwartungen deutlich geschwächt, war der Tenor der meisten Zuckerrübenbauern im Berner Seeland. Obwohl die Sorte Hannibal eine zucker- und gewichtsstarke Sorte ist, sei sie doch sehr anfällig auf diese Blattkrankheit. «Zu 95% säen wir hier Hannibal», sagte Helbling. «Dieses Jahr hatten wir halt kein Glück mit ihr.»

Die Cercospora-Blattfleckenkrankheit ist weltweit verbreitet und die wichtigste und schädlichste Blattkrankheit an der Zuckerrübe. Ein früher Befall beeinträchtigt den Rübenertrag und Zuckergehalt erheblich. Verluste können bis zu 40% betragen. Ein milder Winter, ein warmer Frühling, ein früher Reihenschluss und hohe Niederschlagsmengen in den Monaten Juni und Juli fördern den Befall. «Hier im Seeland nützte bei einigen Feldern nicht mal mehr eine Fungizidbehandlung gegen die Blattkrankheit. Wurde ein ‹Nest› entdeckt, war es meistens bereits zu spät», sagte Hans 
Helbling.


Der Anbau schwindet


Obwohl die Anbaubereitschaft im Einzugsgebiet der Zuckerfabrik Aarberg gegenüber Frauenfeld noch gut ist, befürchten doch viele Seeländer Zucker-

rübenpflanzer einen Rückgang der Kultur. «Kommt der Zuckerrübenpreis in den nächsten Jahren weiter unter Druck, könnte ich mir gut vorstellen, dass auch die Zuckerfabrik Aarberg nicht mehr voll ausgelastet sein wird», äussert sich ein besorgter Rübenpflanzer.

Die Lage im Einzugsgebiet Frauenfeld sieht jetzt schon bedrohlicher aus. So hat die Anzahl der Pflanzer von 2015 auf  2016 um 203 Personen auf 2326 Rübenpflanzer abgenommen. Die Anbaufläche reduzierte sich im gleichen Zeitraum von 8518 auf 7972 Hektaren.

Im Einzugsgebiet des Werks Aarberg erhöhte sich hingegen die Anbaufläche für Zuckerrüben im gleichen Zeitraum von 11 34 auf 11 13 Hektaren.


Zuckerpreis ist unter Druck


Gegenwärtig steht der Zuckerpreis unter massiven Druck. Betreffend der Branchenvereinbarung habe man in Anbetracht der Perspektiven auf dem Zuckermarkt den angestrebten Richtpreis für den Anbau 2017 auf 41 Fr./t gesenkt. Trotz der unsicheren Rahmenbedingungen habe sich die Interprofession 
Zucker auf stabile Grundpreise sowie Zu- und Abschläge geeinigt, heisst es in einer Mit-

teilung.

Peter Fankhauser

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