Haben Sie noch kein Abo der BauernZeitung?
Ein Produkt auswählen und bestellen

Sie sind bereits BauernZeitungs-Abonnent - haben aber noch kein Online-Login?
Die sofortige Freischaltung anfordern

Haben Sie Ihr Passwort vergessen?
Passwort vergessen

Haben Sie Fragen?
Infohotline: 031 958 33 33
Montag bis Freitag 8:00 - 17:00 Uhr

 

Haben Sie noch kein Abo der BauernZeitung?
Ein Produkt auswählen und bestellen

Sie sind bereits BauernZeitungs-Abonnent - haben aber noch kein Online-Login?
Die sofortige Freischaltung anfordern

Haben Sie Ihr Passwort vergessen?
Passwort vergessen

Haben Sie Fragen?
Infohotline: 031 958 33 33
Montag bis Freitag 8:00 - 17:00 Uhr

 

Kräuterproduktion in zweiter Generation

Suissessences stellt Pflegeprodukte aus Oberaargauer Kräutern her. Die Grundidee: Vom Kräuteranbau bis zum fertigen Produkt alles selbst zu machen.


von lid/Therese Schenker
Publiziert: 04.08.2019 / 15:26

Die Bienen summen, der Lavendel duftet. Auf dem Betrieb von Adrian Fankhauser stehen 10 Aaren Lavendel in voller Blüte. Jetzt ist es Zeit für die Ernte. 

Projekt startete im 2005

Geerntet wird zu dritt. Mit einem kleinen Mäher, ausgestattet mit einem Gebläse, wird der Lavendel gemäht und direkt in einen Sack gepustet. Nach jeder Bahn wird der Sack in den Wagen geleert. Sonst werde er zu schwer, meint Fankhauser. Vater und Sohn gehen mit dem Mähmaschineli über das Feld, der Lehrling hält den Sack, damit dieser nicht hängen bleibt.

2005 haben sich neun Landwirte zu einer Genossenschaft zusammengeschlossen und angefangen Kräuter anzubauen. Vom Anbau bis zum fertigen Produkt wollten sie selbst produzieren, um die Wertschöpfung zu erhalten. Suissessences haben sie das Projekt genannt. Heute ist die Genossenschaft vielfach schon in zweiter Generation. Die Jungen haben das Ruder übernommen. Sie produzieren weiterhin vom Kraut bis zum Produkt selbst. Die Leidenschaft für den Kräuteranbau ist geblieben.

Arbeitsintensive Kräuterproduktion 

Vor zwei Jahren hat Adrian Fankhauser den Betrieb von seinem Vater übernommen. Er überlegt sich, die Kräuterfläche auszudehnen. Es fehlt aber noch an einem besseren Mähwerk, denn für richtig grosse Flächen ist das Mähmaschineli  nicht geeignet.

Nach einer Stunde ist die Hälfte des Feldes gemäht. Die Ladung wird nun für die Destillation auf den Nachbarsbetrieb zu Christoph Hess gebracht. Der Kräuteranbau ist nach wie vor ein Nebenerwerb, wenn auch ein arbeitsintensiver. Nebst den Kräutern hat Adrian Fankhauser 25 Milchkühe sowie Zucht- und Mastschweine.

Der gelieferte Lavendel wird in grosse Kessel gefüllt. Der Lavendel muss jetzt verdichtet werden. Damit kommt der Wasserdampf später nicht zu schnell durch das Kraut und die ätherischen Öle können sich besser aus der Pflanze lösen. Mit dem Dampf steigen die Öle auf und schweben in ein doppelwandiges Rohr.

Aussen fliesst kaltes Wasser, innen befindet sich der heisse Dampf, der nun langsam abkühlt und in einen Auffangbehälter fliesst. Dort schwimmt das gewonnene Lavendelöl auf dem abgekühlten Wasserdampf, dem sogenannten Hydrolat. Auch dieses riecht leicht nach Lavendel. 

Das blühende Lavendelfeld duftet wunderbar. (Bild lid/ts)

Den Schweinestall mit Lavendel vernebeln

Jedoch könne nur das Hydrolat von der mittleren halben Stunde des Destillationsprozesses weiterverwendet werden, sagt Hess, da der Rest zu wenig stark dufte. Manchmal nehme er jedoch vom überflüssigen Hydrolat für sich selbst. Damit vernebelt er den Schweinestall, um den Schweinegeruch zu neutralisieren.

Die Landwirte arbeiten seit ungefähr 3 Jahren mit der Firma Phytomed zusammen. Sie stellt aus dem Öl und dem Hydrolat die Crèmes, Douches und Raumsprays her. Der grosse Vorteil für die Landwirte ist, dass sie auch Kleinmengen bestellen können. Und wenn einmal mehr Öl gewonnen wird als geplant, können sie das überschüssige Öl direkt verkaufen.

Mithilfe der Biologin Brigitte Schulthess werden die Rezepte für die endgültigen Produkte festgelegt. Denn nicht jede Lavendelernte riecht genau gleich, erklärt Christoph Hess. Darum muss Schulthess im Labor zuerst herausriechen, wie die Öle zu mischen sind, damit ein homogenes Endprodukt entstehen kann.

Regionale Produktion

Das Öl, das aus den Kräutern gewonnen wird, kann mit den Preisen der ausländischen Konkurrenz nicht mithalten. Doch das fertige Produkt hat durch den regionalen, biologischen Anbau einen Marktvorteil.

Suissessence ist auf der Suche nach motivierten Landwirten, die Kräuter liefern wollen. Durch den Generationenwechsel pausierten einige der Genossenschafter und bauten momentan keine Kräuter an, erzählt Hess. "Sie wollen zuerst schauen, wie es auf dem Betrieb läuft, bevor sie sich dem aufwändigen Kräuteranbau widmen." Christoph Hess hat den Betrieb vor 2 Jahren vom Vater übernommen. Für ihn war immer klar, dass er den Kräuteranbau und die Destillerie weiterführen wird.

Nach 1,5 Stunden ist der Lavendel fertig destilliert. Das Öl wird nun in einen Kolben abgefüllt, damit es sich gut vom Hydrolat trennen kann. Danach kommt es in eine braune Flasche für Brigitte Schulthess. 

Jede Flasche hat eine Chargennummer. So kann genau nachverfolgt werden, welches Öl schliesslich in welcher Tube landet. So weiss jeder Produzent genau, ob der Lavendel in der Fusscrème von seinem eigenen Feld stammt.

Werbung
Werbung
War dieser Artikel lesenswert?
Kommentar erfassen
Entlebucher Kräuter florieren
Die Genossenschaft Entlebucher Kräuter blickte auf ein aktives Jahr zurück. Seit der Gründung vor 30 Jahren ist Toni Moser als Aktuar tätig. 
Artikel lesen
Präsident Peter Stadelmann führte zügig durch die ordentliche Generalversammlung im BBZN Schüpfheim. In seinem Jahresbericht konnte er vermelden, dass trotz nassem Vorsommer wiederum leicht mehr Kräuter als im Vorjahr produziert werden konnten. In einem Kräuterfeld sind Nematoden (Fadenwürmer) aufgetreten, der erste Fall in der Schweiz. Die Genossenschaft arbeitet dazu eng mit den ...
Werbung
Werbung
Werbung
Leser-Schnappschüsse Weitere Schnappschüsse Senden Sie uns Ihre Schnappschüsse!