Haben Sie noch kein Abo der BauernZeitung?
Ein Produkt auswählen und bestellen

Sie sind bereits BauernZeitungs-Abonnent - haben aber noch kein Online-Login?
Die sofortige Freischaltung anfordern

Haben Sie Ihr Passwort vergessen?
Passwort vergessen

Haben Sie Fragen?
Infohotline: 031 958 33 33
Montag bis Freitag 8:00 - 17:00 Uhr

 

Haben Sie noch kein Abo der BauernZeitung?
Ein Produkt auswählen und bestellen

Sie sind bereits BauernZeitungs-Abonnent - haben aber noch kein Online-Login?
Die sofortige Freischaltung anfordern

Haben Sie Ihr Passwort vergessen?
Passwort vergessen

Haben Sie Fragen?
Infohotline: 031 958 33 33
Montag bis Freitag 8:00 - 17:00 Uhr

 

Klimawandel bedroht mehr Arten als gedacht

Der Klimawandel gehört zu den Hauptgründen für das weltweite Artensterben. Und seine Auswirkungen auf die Artenvielfalt könnten bisher sogar unterschätzt worden sein, legt eine Studie der Uni Zürich nahe.


von sda
Publiziert: 29.05.2019 / 11:17

Rund eine von acht Millionen Arten auf der Welt könnten in den nächsten Jahrzehnten für immer verschwinden. In seinem Bericht zum Zustand der Artenvielfalt nennt der Weltbiodiversitätsrat IPBES auch den Klimawandel als einen der Gründe für das Massenaussterben, das bereits in vollem Gange ist. Und der Effekt der Klimaerwärmung könnte sogar unterschätzt worden sein, berichten Zürcher Forschende.

Bisher nutzten Ökologen meist Klimamodelle, um das Schicksal einzelner Arte im Zuge der Erderwärmung vorherzusagen. Das greift allerdings zu kurz, wie die Uni Zürich am Dienstag mitteilte: Denn Arten sind in ein grosses Netzwerk gegenseitiger Abhängigkeiten eingebunden. Wenn eine Art stirbt, kann das andere Arten, die von ihr abhängig sind, mit in den Abgrund reissen. Fachleute sprechen auch von "Ko-Extinktion".

Bedrohung als Kettenreaktion

Forschende um Jordi Bascompte von der Universität Zürich untersuchten das Ausmass dieses Effekts bei Blütenpflanzen und Bestäuberinsekten in sieben unterschiedlichen Regionen Europas. Es zeigte sich, das aufgrund der Vernetzungen wahrscheinlich viel mehr Arten klimabedingt vom Aussterben bedroht sind als bisher gedacht.

Die Ergebnisse, die im Fachblatt "Science Advances" erscheinen, beschreibt Bascompte an einem konkreten Beispiel: Die Wahrscheinlichkeit, dass in einem Netzwerk in Südspanien die salbeiblättrige Felsenrose klimabedingt bis 2080 aussterbe, betrage 52 Prozent. Für die kleine Holzbiene fiele dadurch eine wichtige Nahrungsgrundlage weg und auch sie sei in Folge vom Aussterben bedroht.

Weil die kleine Holzbiene jedoch auch die Myrte bestäubt, diese also auf das Insekt angewiesen ist, setzt sich die Bedrohungs-Kettenreaktion auch auf diese fort. Für sich allein betrachtet läge die Aussterbewahrscheinlichkeit für die Myrte nur bei 38 Prozent. Berücksichtigt man jedoch das Netzwerk und die gegenseitigen Abhängigkeiten, steigt die Wahrscheinlichkeit auf 62 Prozent.

Abhängigkeiten erhöhen das Risiko

"Wird das Bestäubungsnetzwerk, in das einzelne Arten eingebunden sind, berücksichtigt, steigt die Gesamtzahl der Spezies, die vom Aussterben bedroht sind", so Bascompte. "Arten mit einer sehr geringen Wahrscheinlichkeit, klimabedingt auszusterben, zeigen unter diesem Blickwinkel plötzlich signifikante Wahrscheinlichkeiten, aufgrund ihrer Abhängigkeiten ausgelöscht zu werden."

Im Vergleich der verschiedenen untersuchten Regionen stach insbesondere der Mittelmeerraum hervor: Hier falle das Artensterben aufgrund von Ko-Extinktion besonders stark ins Gewicht, schrieb die Uni Zürich. Berücksichtige man die Vernetzungen der Arten, könnten in Griechenland zwei- bis dreimal mehr Pflanzenarten aussterben als aufgrund der Einzelprognosen vermutet.

Werbung
Werbung
War dieser Artikel lesenswert?
Kommentar erfassen
Analyse: Die Rettung der Biodiversität ist eine Aufgabe für alle
Die Biodiversität schwindet in alarmierendem Tempo, global und bedingt durch zahlreiche Faktoren moderner Zivilisation. Trotzdem wird der Landwirtschaft regelmässig die alleinige Schuld zugeschoben. Das ist nicht zielführend.
Artikel lesen
Die Erkenntnisse aus dem ersten globalen Biodiversitätsbericht sind alarmierend: "Die Natur geht weltweit in einem in der Geschichte der Menschheit noch nie gesehenen Tempo zurück, und das Aussterben der Arten nimmt zu", schreibt die Uno-Plattform für Biodiversität (IPBES).  Von rund 8 Mio Arten gelten 500'000 bis 1 Mio als gefährdet. Zahl und Vielfalt der Ökosysteme nähmen weiter ab und dies habe ...
Werbung
Werbung
Werbung
Werbung
Leser-Schnappschüsse Weitere Schnappschüsse Senden Sie uns Ihre Schnappschüsse!