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Kiesaufschüttung: «So nicht», protestiert der ZBV

Der ZBV protestiert scharf gegen eine Kiesaufschüttung auf einer landwirtschaftlichen genutzten Wiese. Er habe das Areal vor 20 Jahren zu Naturschutzzwecken genutzt, argumentiert der Kanton.


Im zürcherischen Regensdorf liess die kantonale Fachstelle für Naturschutz eine Wiese, die von der Landwirtschaft bewirtschaftet wurde, mit einem künstlichen Vlies und einer Schicht von über einem Meter Kies überdeckt. In einer Medienmitteilung kritisierte der ZBV diese Massnahme der kantonalen Fachstelle für Naturschutz mit scharfen Worten. Mehr als 500 LKW-Fahrten seien notwendig gewesen, um diese wertvolle und teure Ladung zu transportieren, schreibt der ZBV. «Die rund 10 000 Kubikmeter Kies überdecken nun den während 20 Jahren bewirtschafteten Boden und der entstandene Humus wird unter dieser Schicht für immer zugedeckt und begraben», heisst es in der Mitteilung des ZBV. «Für solche abstrusen Aktionen unter dem Deckmantel von Naturschutz haben wir kein Verständnis. Bodenaufwertungen wären angesagt, im Kanton Zürich fehlt es an Fruchtfolgeflächen.» Einmal mehr habe die kantonale Verwaltung das gesunde Augenmass für die Aufwertung von Naturschutzgebieten verloren. Ein solcher Eingriff lasse sich aus Sicht der Landwirtschaft nicht einordnen und mit Blick auf Natur und Klima schon gar nicht nachvollziehen: «Hier wird sinnlos und unverständlich Geld verlocht», schreibt der Bauernverband, der die Kosten für diese «Aufwertung» auf einer Fläche von etwa 75 Aren auf eine halbe Million Franken schätzt.

Für den Naturschutz gekauft

In dieser Kostenschätzung treffen sich die Verantwortlichen des ZBV und der Zürcher Baudirektion in etwa. Die Baukosten für das gesamte Aufwertungsprojekt auf der rund 1,65 Hektaren grosse Fläche betragen rund 450 000 Franken, schreibt Wolfgang Bollack auf Anfrage. Es ­seien keine weiteren Aufschüttungen geplant, hält der Mediensprecher der Baudirektion ­weiter fest. Die bereits abgeschlossenen Aufwertungsmassnahmen im westlichen Teil des Grundstücks umfasste die Umgestaltung des südöstlichen Uferbereichs des Grundwassersees als Flachufer, um gute Voraussetzungen für die Entwicklung einer artenreicheren Ufervegetation zu schaffen. Die Raumplanung des Kantons habe in diesem Ort nie eine Aufwertung zur intensiven landwirtschaftlichen Nutzung vorgesehen. Der Kanton habe die Fläche vor 20 Jahren zu Naturschutzzwecken erworben.

Ehemalige Kiesgrube

Die Gestaltung mit Kies ist laut Wolfgang Bollack naheliegend, weil der Untergrund hier stets kiesig war und sich an diesem Ort zuvor eine Kiesgrube befand. Die umstrittene Fläche werde seit rund 20 Jahren aus naturschützerischen Gründen extensiv genutzt, doch sei ihre ökologische Qualität immer noch sehr gering. «Darum hat man sich für einen Eingriff entschieden, der die Fläche ökologisch massgeblich aufwerten soll.» Angestrebt wird eine nährstoffarme, trockene Fläche, die sich verhältnismässig rasch zu Magerwiesen entwickeln werde. Der Kanton Zürich erfülle sein Fruchtfolgeflächen-Kontingent gemäss Sachplan des Bundes, hält die Baudirektion in ihrer Stellungnahme fest. Hingegen besteht ein grosser Mangel an hochwertigen Flächen für die Biodiversität. Das eingesetzte Vlies soll verhindern, dass die Pflanzen mit ihren Wurzeln in die darunterliegenden nährstoffreicheren Bodenschichten wachsen können.

Grenzwerte überschritten

Wie die Baudirektion in ihrer Stellungnahme weiter festhält, ist die Humusschicht chemisch belastet. Der Boden weise Werte für PAK (Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe) aus, die den erlaubten Grenzwert überschreiten. Eine Wiederverwertung des Humus sei deshalb nicht möglich gewesen. Aus diesem Grund habe die Überschüttung auch bodenschutzrechtlich bewilligt werden können. Ein Teil der Belastung des Grundstücks führt die Baudirektion auf Abgasimmissionen der nahe an der Wiese vorbeiführenden Strassen zurück.

Befremdlicher Umgang

«Dieser Umgang des Kantons mit kontaminierten Boden ist mehr als befremdlich», sagt Ferdi Hodel, Geschäftsführer des Zürcher Bauernverbands. Jeder private Landbesitzer und die Gemeinden würden dazu verpflichtet, kontaminierte Böden zu sanieren. Die Haltung der Baudirektion sei zudem bedenklich, weil das aus diesem Boden in den Grundwassersee drückende Wasser auch zur Bewässerung eingesetzt werde. Der ZBV sei nicht grundsätzlich gegen die ökologische Aufwertung von Böden. «Aber dieser Umgang mit Boden stösst sauer auf», so Hodel. Im Kantonsrat wurde denn auch eine Anfrage zum Vorgehen der Fachstelle für Naturschutz auf dieser Fläche eingereicht. 

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