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Keine halben Sachen

Die gelernte Bäcker-Konditorin Manuela Mock-Dörig hat sich mit dem eigenen Hofladen einen grossen Traum erfüllt.


Publiziert: 07.02.2015 / 07:00

Im Rahmen des Ferienpasses erhielt Manuela Mock als Kind einen Blick hinter die Kulissen einer Bäckerei. Seit diesem Moment wusste sie, dass sie die Bäcker- und Konditorlehre absolvieren wollte. Die Ausbildung schloss sie mit einer sehr guten Note ab, welche ihr bei Richemont, dem Kompetenzzentrum für Bäckerei, Konditorei und Confiserie in Luzern, die Tür öffnete. «Dort durfte ich das Handwerk auf höchstem Niveau ausüben und zudem mein Wissen in der Aus- und Weiterbildung vertiefen und weitergeben», erzählt Manuela Mock.


Der Liebe wegen ins Appenzellische zurückgekehrt

Die Zeit in Luzern möchte sie nicht missen. Doch irgendwann plagte sie dann das Heimweh nach Steinegg im Appenzellischen, wo sie aufgewachsen ist. Aber nicht nur nach der Heimat, sondern auch nach ihrem damaligen Freund, der mittlerweile ihr Mann ist. «Der Liebe wegen kam ich zurück», sagt Manuela Mock. In einer kleinen, aber feinen Bäckerei arbeitete sie dann auf dem erlernten Beruf weiter, bis im September 2012 Tochter Noemi auf die Welt kam.

Manuela Mock spürte: Nun war die Zeit gekommen, ihren Kindheitstraum vom eigenen Hoflädeli zu verwirklichen. Im Frühjahr 2014 war es so weit. Sie eröffnete ihr «Appezöller Hoflädeli» an der Verbindungsstrasse zwischen Steinegg und Brülisau, auf dem Vorplatz ihres Elternhauses. Bei den baulichen Arbeiten konnte sie auf die Tatkraft ihres Mannes Kuno zählen, denn er ist nicht nur Bauer, sondern auch Zimmermann. So entstand ein heimeliges Holzhäuschen, innen perfekt ausgestattet mit  Regalen, so dass das Sortiment bestens und «amächelig» präsentiert werden kann.  

Was sie im Hoflädeli verkauft, stellt sie bei sich zu Hause her. Dort hat ihr Mann eine kleine Backstube mit allen nötigen Gerätschaften eingerichtet. Und auch damit habe sich für sie ein grosser Wunsch erfüllt. Nämlich der, dass sie zu Hause arbeiten und gleichzeitig die Familie geniessen kann. «Denn unsere Tochter soll nicht zu kurz kommen», betont die Innerrhoderin.

Gebacken wird im Steinofen


In der Backstube stellt Manu­ela Mock die verschiedensten Brote her. Vom beliebten Buurebrot über Chrustekranz, Früchte-, Kürbis-, Gmüesli- und Zwiebelbrot bis hin zum speziellen Fonduebrot. Für den Samstag dann natürlich feine Gipfeli und Zöpfe. Immer beliebter werden ihre Backwaren mit Dinkelmehl. Nicht nur das Brot, sondern auch Dinkel-Birewegge oder Dinkel-Chrömli. Wichtig ist Manuela Mock, nur qualitativ gute Rohprodukte zu verwenden und auf Zusatzstoffe zu verzichten. Das schätzen die Leute sehr, was sie auf den mittlerweile treuen Kundenstamm zurückführt.


Gebacken wird alles in einem Steinbackofen. Dieser ist vor allem für den Samstagverkauf die ganze Nacht über in Betrieb. Mit anderen Worten: von Freitag auf  Samstag legt Manuela Mock jeweils eine Nachtschicht ein.


In ihrem Hoflädeli verkauft sie nebst stets frisches Brot noch viel anderes Selbstgemachtes: Biberfladen, Sirupe, Konfitüren, Meringues, Linzertorten, Apfelmus, Guetzli, Pralinen, Torten, Apéro-Meterbrote und, und, und… Bei allem, was sie macht, ist es ihr wichtig, nur saisonale Zutaten zu verwenden. Zum Beispiel für Eingemachtes. Dafür habe sie einen bescheidenen, aber vielfältigen Garten. Für viele Backwaren kann sie einen Teil der Milch ihrer Kühe verwenden, und voraussichtlich wird sie sich auch noch Hühner zulegen, um eigene Eier zu haben.


Die ganze Familie zieht an einem Strick

Wenn sie im Laden steht, dann komme es ihr vor, als sei sie im Ausgang, sagt Manuela Mock. Das gleiche Gefühl habe sie, wenn sie zwischen April und Mai am Wochenmarkt in Herisau sei. Das Ganze sei für sie nicht nur Arbeit, sondern auch Hobby. Doch ohne die grosse Unterstützung ihres ganzen familiären Umfelds, vor allem ihres Mannes, hätte sie sich ihren Traum nicht verwirklichen können, dessen ist sich Manuela Mock bewusst und ist auch sehr dankbar dafür.  Den Stall mit den momentan gut einem Dutzend Kühen, den sechs Rindern und ebenso vielen Kälbern besorgt mehrheitlich ihr Mann, der aber auch noch selbständig ist als Zimmermann und für Baumontagen.

Ein gutes Teamwork beziehungsweise Miteinander ist daher bei der Familie Mock-Dörig gefragt. Es versteht sich von selbst, dass Manuela Mock zum Beispiel beim Heuen hilft. Sie erledigt auch die anfallenden Büroarbeiten und führt die verschiedenen Buchhaltungen. Dafür hat sie noch eine Bürofachschule absolviert, ganz nach dem Motto: «Wenn ich etwas mache, dann recht.»


Als Ausgleich zur ganzen Arbeit geniesst sie gerne die Natur, trifft sich mit Kolleginnen oder geht mal auswärts fein essen.


Vreni Peterer

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