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Kartoffeln: Krautvernichtung wird teurer

Auf dem Betrieb der BG Löhr in Lobsigen BE traf sich die Kartoffelbranche zur Besichtigung vielseitiger Feldversuche.


von Sebastian Hagenbuch
Publiziert: 31.08.2019 / 09:11

Die Erntezeit für die Kartoffeln steht vor der Türe. Wo noch nicht geschehen, dürfte die Krautvernichtung der nächste Arbeitsschritt sein. An der Landi-Versuchsplattform in Lobsigen BE verglich die Fenaco unterschiedliche Verfahren miteinander.

 

Wirkstoff ist bald verboten

«Am häufigsten werden die Stauden derzeit chemisch mit dem Wirkstoff Diquat vernichtet», weiss Adrian Sutter von der Fenaco. Der Grund liegt auf der Hand: «Die Kosten pro Hektare sind tief, das Verfahren ist einfach, bewährt und zuverlässig.» Da der Wirkstoff allerdings auf der Abschussliste steht und bald verboten werden könnte, macht man sich Gedanken über Alternativen. Bereits auf dem Markt sind die Mittel Spotlight (Carfentrazoneethyl) und Firebird (Pyraflufen-Ethyl). Ebenfalls erhältlich ist mit Natrel ein Mittel biologischen Ursprungs, der Wirkstoff ist Pelargonsäure. An der Versuchsparzellen konnten die unterschiedlichen Verfahren direkt miteinander verglichen werden. Es zeigte sich, dass dem üppigen Kraut der Agria-Kartoffeln mit den Reglone-Alternativen nur schwer beizukommen ist. Beinahe überall grünte es noch in den Parzellen. Vielversprechender war hingegen die Kombination dieser alternativen Mittel mit dem Krautschlegel. Die Applikation der Mittel erfolgte teilweise aber recht kurzfristig, weshalb noch nicht eindeutig gesagt werden kann, welche Anwendung die beste ist. Sicher ist, dass sämtliche Verfahren die Produktion im Vergleich zu Reglone verteuern.

Gegen Schnecken

Die Einsatzgebiete von Drohnen werden immer vielfältiger. So wurde ein Trichokopter mit einer Streuvorrichtung für Schnecken-körner vorgestellt. Das Gerät kann 10 kg Schneckenkörner tragen und vermag bei einer Streubreite von 6 Metern eine Hektare in 10 Minuten zu behandeln. Geforscht wird zudem an der Virus- und Krautfäuleerkennung durch Drohnen. Praxistauglich ist das aber noch nicht. Ebenfalls zur Krautfäulebekämpfung beitragen sollen womöglich bald auch Bodensonden, welche für eine zielgerichtete Bewässerung lanciert worden sind. Werden diese mit meteorologischen Messgeräten versehen, soll so ein Prognosesystem für den Krautfäulebefall daran gekoppelt werden. «Für zuverlässige Prognosen brauchen wir aber präzise Daten», mahnt Andreas Keiser von der Hochschule für Agrar-, Forst- und Lebensmittelwissenschaften (HAFL). Er ist überzeugt, dass es im aktuellen politischen Klima – Stichwort Trinkwasserinitiative – wichtig ist, dass die Landwirtschaft darlegen kann, dass sie Pestizide datenbasiert einsetzt: Also nur dann, wenn nötig.

Aus Holland im Test

Vorgängig zur öffentlichen Versuchsplattform testete die Fenaco mit der Rema EnviMaxX eine Krautzupfmaschine aus Holland auf den Feldern der Versuchsplattform in Lobsigen BE. Ziel dieser Maschine ist es, bei der mechanischen Staudenvernichtung zu helfen. Es zeigte sich, dass die Maschine gut funktioniert, wenn die Stauden (das Kraut der Sorte Agria war noch sehr üppig) vorgängig geschlegelt werden. So kann eine chemische Behandlung oder das Abflammen ersetzt werden. Nachteilig sind allerdings die geringe Flächenleistung, der hohe Zugkraftbedarf und die hohen Kosten der Maschine.

Massive Mehrerträge

Hinsichtlich der zunehmend heissen und trockenen Sommer ist die Bewässerung ein aktuelles Thema. Ein Versuch der HAFL zeigte, dass bei der Sorte Lady Claire die Erträge mit Tropfbewässerung (wobei hier auch die Düngung über die Bewässerung erfolgte) und Sprinklern gegenüber der Variante ohne Bewässerung massiv gesteigert werden konnten. Trotz höchsten Kosten schnitt das Verfahren Tropfbewässerung finanziell am besten ab, da hier mit 51,4 dt/ha (Anteil Speiseware: 34,1 dt/ha) auch die höchsten Erträge erzielt wurden. Kartoffeln werden in der Regel als Dammkultur angebaut. Auch der Beetanbau ist möglich und wurde an der Versuchsplattform gezeigt. Es wird angenommen, dass die bessere Standraumverteilung (drei Reihen pro 1,5 m-Beet) homogenere Knollen hervorbringt. Das ist insbesondere für die Premium-Sorten Amandine und Celtiane wichtig, da es hier eine Kaliber-Obergrenze gibt. Gemäss der Versuchsleitung zeigte sich, dass die Kartoffeln im Beet hitzetoleranter gewesen sind als diejenigen im Damm. Erste Probegrabungen seien hinsichtlich Homogenität der Knollen und Gesamtertrag sehr vielversprechend. Damit Kartoffeln im Beet gesetzt werden können, braucht es eine spezielle Bandsetzmaschine. Handelsübliche zweireihige Vollernter können für die Ernte bei leichter Modifikation verwendet werden.

 

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