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Die Kälbergesundheit beginnt am ersten Lebenstag

Die Gesunderhaltung von Kälbern, ein noch immer häufig unterschätztes Thema, stand im Fokus eines Seminars am Landwirtschaftlichen Zentrum St. Gallen in Flawil. Ein zentrales Thema war dabei die Fütterung: Wie man heute weiss, reicht es nicht, Kälber nur 2-3 Mal täglich 2-3 Liter trinken zu lassen. Damit aus einem Kalb eine gesunde Kuh wird, braucht es mehr Milch.


"Ein gesundes Kalb ist Voraussetzung dafür, dass wir später eine gesunde Kuh haben." Mit dieser Aussage betonte Pirmin Zürcher von der Fachstelle Rindvieh am Landwirtschaftlichen Zentrum St. Gallen – eingangs eines Seminars am vergangenen Mittwoch – die Wichtigkeit der Gesunderhaltung von Kälbern. Doch laut Zürcher wird das Thema noch immer unterschätzt. Bei der Milchviehhaltung ist in den letzten Jahren viel verbessert worden. Im Gegensatz dazu sind die Kälber immer noch häufig im hintersten Winkel des Stalls zu finden. "Besser wäre es jedoch, sie an einem zentraleren Ort zu halten, wo man sie besser im Auge behalten und aufkeimende Krankheiten schneller erkennen kann", meinte Zürcher. Ziel einer erfolgreichen Kälberaufzucht sei es, den Kälberverlust auf unter fünf Prozent zu senken, wovon man in der Schweiz jedoch noch weit entfernt sei.

Biestmilch in den ersten vier Stunden

Ein wichtiger Punkt bei der Gesunderhaltung ist die Fütterung vom ersten Tag an. So konnte eine deutsche Studie nachweisen, dass die Nutzungsdauer von Holstein-Kühen mit der täglichen Gewichtszunahme in den ersten 80 Tagen korreliert.

Die Rolle der Fütterung beginnt jedoch bereits während der Trächtigkeit: Erhält die Galtkuh mindestens 12 kg Trockensubstanz pro Tag, trägt dies zu einer guten Biestmilchqualität bei und schützt vor Mastitis. Unmittelbar nach der Geburt sollte das Kalb in eine Starterbox kommen, wo die Kuh es von nebenan ablecken kann. Dieses natürliche Verhalten aktiviert das Hormon Oxytocin und löst damit den Milcheinschuss aus. "Dann ist es ganz wichtig, dass das Kalb in den ersten vier Stunden mindestens vier Liter Biestmilch trinkt. Nur in dieser ersten Zeitphase ist die Darmwand dafür grösstmöglich durchlässig. Dabei gilt: So viel wie möglich, so schnell wie möglich, so lange wie möglich!", betonte Pirmin Zürcher. Das Kolostrum wird in den letzten zwei Wochen der Trächtigkeit gebildet und enthält etwa Immunglobuline, Hormone, Vitamine und Spurenelemente. Zudem versorgt es das Frischgeborene mit Energie. Für die Immunabwehr ist es unabdingbar, dass das Kalb die Biestmilch der eigenen Mutter erhält. Dadurch ist das Immunsystem gewappnet, wenn es beispielsweise mit Kolibakterien in Kontakt kommt.

Ad libitum-Tränke wird empfohlen

Pirmin Zürcher sprach auch die täglich empfohlene Milchmenge an: "Früher galt die Devise, Kälbern zweimal täglich zwei bis drei Liter zu geben. Nun weiss man aber, dass eine intensive Tränke von mindestens acht Litern pro Tag Krankheiten und Abgänge vermindert." Nach heutigen Erkenntnissen trinkt ein Kalb etwa zehn bis zwölf Liter täglich bis zur vierten, fünften Lebenswoche, wie sich beim Angebot einer ad libitum-Tränke zeigt. In Holland wurde herausgefunden, dass ein unlimitiertes Trinksystem die Stoffwechselentwicklung fördert und die Tiere früher beginnen, festes Futter zu fressen. Empfehlenswert ist auch, die Milch anzusäuern, wodurch sie haltbarer wird und Durchfallbakterien in ihrer Vermehrung stark eingeschränkt werden.

Häufiges Trinken bewirkt auch, dass viel Speichel gebildet und die Verdauung angeregt wird. In der Natur trinkt das Kalb bei der Mutter mehrmals pro Tag 1 bis 1,5 Liter, was jeweils etwa 15 Minuten dauert. Es verbringt so etwa 100 Minuten täglich mit intensivem Saugen. Wenn Kälber in der Aufzucht sich gegenseitig besaugen, heisst dies, dass sie entweder den Saugtrieb befriedigen, Hunger haben oder gelangweilt sind. Geht es um mangelnde Beschäftigung, können Gummisauger, Spielbälle oder ein gefülltes Heunetz Abhilfe schaffen. "Saugen hilft auch dabei, Stress abzubauen", stellte Zürcher fest. Er gab auch den Ratschlag mit auf den Weg, den Blick für Kälbersignale zu schulen. Wenn man die Tiere immer wieder beobachte, bekomme man mit der Zeit ein Gespür dafür, was normal sei oder aber auf eine Krankheit hinweise. 

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