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Jauchen, Brühen und Co. – Das sagt die Gartenexpertin zu Hausmitteln

Mit Hausmitteln hat man schnell einen selbst gemachten Dünger oder ein natürliches Pflanzenschutzmittel zur Hand. Gartenexpertin Eveline Dudda rät aber, besser langfristiger zu denken.


«Meistens verschwinden die Läuse nach einiger Zeit – unabhängig davon, welche Mittel man gegen sie einsetzt», schildert Gartenexpertin Eveline Dudda ihre Erfahrungen. Wenn die Umgebung stimme, baue sich eine Nützlingspopulation auf, die der Schädlinge Herr wird. Hausmittel wie Schmierseife seien zwar  biologisch, schädigen aber auch Nützlinge. «Damit steigt die Chance, dass der nächste Befall schwerer wird», warnt Dudda.

Brennendes Wasser gegen Läuseplagen

Bei starkem Blattlausbefall könne man die Insekten mit einem festen Wasserstrahl herunterspritzen. Das schwäche sie, da sie den ganzen Weg wieder hinauf krabbeln müssen. Damit sind sie für Nützlinge wie Marienkäferlarven eine leichtere Beute. Auch empfehlenswert sei ein Kaltwasserauszug aus Brennnesseln. «Das Nesselgift geht innert 24 Stunden ins Wasser über, das man unverdünnt spritzen kann», erklärt Eveline Duda. Für Läuse sei das unangenehm, während Menschen nur ein leichtes Prickeln spüren.

Eine Übersicht mit verschiedenen Hausmitteln zur Düngung und als Alternative zu Pflanzenschutzmitteln finden Sie hier. 

Gefahr zum Überdüngen bei Jauchen

Jauchen setzt die  Gartenexpertin nur sehr sparsam ein. «Dabei handelt es sich um ein Fäulnisprodukt. In der Natur kommt das nur in Mooren vor – und dort wachsen nur sehr wenige Pflanzen. Garantiert keine Zier- oder Nutzpflanzen», stellt sie fest. Mit Tee hingegen könne man in der Regel nichts kaputt machen.

Wenn man es mit der Jauchdüngung übertreibe, riskiere man ausserdem, die Pflanzen zu schwächen und damit noch attraktiver für Schädlinge und anfälliger für Krankheiten zu machen. Kompost sei wie eine Ladentheke, wo sich die Pflanze nach Bedarf an Nährstoffen bedienen könne. Sie müsse aber quasi noch selbst kochen. «Jauchen hingegen sind eine Art Zwangsernährung, die Pflanze wird mit Nährstoffen geflutet», erläutert Dudda. Daher könne man damit viel einfacher überdüngen als mit Kompost. Mit einer angemessenen Verdünnung im Verhältnis von 1:20 oder mehr bestehe diese Gefahr kaum mehr – «die Wirkung ist aber auch entsprechend kleiner.»

Bei den Ursachen ansetzen

Was die Dosierung von Hausmitteln angeht, zieht die Gartenexpertin einen Vergleich zur Kindererziehung. Auch da gebe es viele nicht ganz ausgereifte Lösungsansätze, die aber in einigen Fällen funktionieren können, wenn es zum jeweiligen Kind passt. Allgemein rät Dudda, besser bei den Ursachen, statt den Symptomen anzusetzen. «Eine Pflanze wird nicht einfach so krank oder von einem Schädling befallen», konstatiert sie. Man könne schon eine Backpulverlösung gegen Mehltau einsetzen, «der häufigl bei starker Trockenheit auftritt», führt Eveline Dudda aus. Entsprechend wäre es zielführender und langfristig wirksamer, den Wasserhaushalt zu verbessern. Jäten im Beet, Mulchen, nach Bedarf Giessen, den Boden lockern und ein ausreichender Wasserabfluss schaffen gute Bedingungen für widerstandsfähige Pflanzen.

Mangel nicht immer leicht zu beheben

Der Boden ist das A und O im Garten und Pflanzen zeigen in der Regel, was ihnen fehlt. Bei einem Magnesiummangel etwa werden die unteren Blätter von aussen nach innen gelb, während die Blattadern grün bleiben. So einfach wie die Diagnose ist die Behandlung leider nicht. «Einen Mangel zu beheben ist sinnvoll. Aber gerade bei Spurenelementen wie Magnesium ist es oft so, dass sie zwar im Boden vorhanden, aber nicht pflanzenverfügbar sind», gibt Dudda zu bedenken. Nachschub an Magnesium würde dann – falls überhaupt – nur kurzfristig helfen, wenn das Spurenelement durch einen Kaliumüberschuss oder einen zu hohen PH im Untergrund blockiert ist. Daher könne es sinnvoll sein, mit einer Bodenanlayse die Verhältnisse im Erdreich zu überprüfen.

Verfärbte Blätter können auf einen Nährstoff- oder Spurenelementen-Mangel hindeuten. Es kann aber sein, dass der Stoff zwar im Boden vorhanden ist, aber nicht in einer für die Pflanze nutzbaren Form. (Bild jsc)

Der Boden kann einiges wegstecken

Wenn gar nichts mehr wachsen will, könne eine zweijährige Kleebrache den Boden regenerieren. Das sei aber nur nach jahrelanger einseitiger Düngung auf 10- bis 20-jährigen Flächen nötig. «Boden ist wie unser Körper, eine Weile lang erträgt er ziemlich viel. Aber zu viel Alkohol, Rauchen oder zu wenig Bewegung bekommt man im Alter zu spüren», meint die Fachfrau. Nach ein, zwei Jahren sei man sicher noch nicht an diesem Punkt.

Eveline Dudda setzt für eine gute Pflanzenversorgung auf hochwertigen Kompost. Bei diesem Material wisse man zwar weniger über die genaue Zusammensetzung, da sie nicht wie bei gekauftem Dünger auf dem Etikett steht, dafür schafft man eine langfristige Grundlage für guten Ertrag. Weiter verwendet die Gartenexpertin Schafwolle als Nährstofflieferant und Silage zum Mulchen. Pflanzenkohle und EM nutze sie nicht – das Kosten-Nutzen-Verhältnis erscheint ihr bei diesen Produkten fraglich.

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