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In Elgg werden Hunde für die Jagd auf Wildschweine geschult

Im zürcherischen Elgg ist ein Schwarzwildgewöhnungsgatter in Betrieb genommen worden. Es dient der Ausbildung von Jagdhunden. Eines der Ziele der Ausbildung besteht darin, dass sich Jagdhunde und Wildschweine bei der Jagd nicht gegenseitig verletzten.


von Roland Müller
Publiziert: 12.07.2019 / 11:50

Im Schwarzwildgewöhnungsgatter für Jagdhunde in Elgg werden angehende Jagdhunde auf die Bejagung von Wildschweinen vorbereitet: Sie lernen unter kundiger Führung die Begegnung mit den Wildschweinen. Eines der Ziele der Ausbildung besteht darin, dass sich dabei weder Wildschweine noch Hunde gegenseitig verletzen. Ausgebildeten Hunde sind aus der Jagd kaum wegzudenken. Dank der Ausbildung und anderer angeborenen Eigenschaften gelingt es ihnen, auch in dichten Einständen Schwarzwild aufzustöbern und in Bewegung zu bringen. Sie leisten aber auch auf der Nachsuche beispielsweise nach einem Verkehrsunfall gute und wertvolle Dienste.

Ausbildung in vier Phasen

Das Ausbildungsgatter Gatter in Elgg ist vier Bereiche unterteilt: In ein Ruhegatter mit Welpenkontakt, in zwei je 1.5 Hektaren grossen Übungsgatter sowie in ein 2.5 Hektaren grosses Stöbergatter.Für die Ausbildung der Jagdhunde werden zehn Bachen und ein Keiler gehalten.

Die Ausbildung der Hunde und ihrer Halter erfolgt in vier Phasen.

  • Zu Beginn der Ausbildung nehmen die Hunde – abgetrennt durch den Zaun – Witterung mit dem Schwarzwild auf. «Bei diesem Ausbildungsschritt ist es wichtig, dass der Hund für sein richtiges Verhalten gelobt und belohnt wird», erläuterte Gattermeister Jürg Rengel an einer Medienorientierung.
  • In einem zweiten Ausbildungsschritt wird der Hund ins Gatter geführt, bleibt dabei aber angeleint. Hunde, welche in dieser Phase  auf die Sauen losgehen, werden nicht weiter ausgebildet.
  • In der dritten Phase bewegt sich der Hund frei in einem der Gatter. Seine Aufgabe besteht nun darin, die Sauen in Bewegung zu bringen und diese aus Distanz zu verbellen. Je nach Aufgabe bellt der Hund unterschiedlich. «An diesem unterschiedlichen Bellen kann der Hundeführer erkennen, ob sich die Sauen in Bewegung befinden oder im Stand sind», erklärte Rengel weiter.
  • Schlussendlich werden alle Hunde in einer vierten Abschlussphase geprüft, ob sie die drei vorangegangenen Ausbildungsschritte zielgerecht absolviert haben. 60 bis 70 Prozent aller Hunde meistern auch diese letzte und wichtigste Hürde und erlangen damit den entsprechenden Nachweis. Bei allen Schritten ist es wichtig, dass sich weder die Hunde noch die Sauen gegenseitig verletzen.

Grosses Interesse

«Wir haben bei der Bevölkerung aber auch bei Jägern ein grosses Interesse an dieser Anlage  festgestellt», sagte der kantonale Fischerei- und Jagdverwalter Urs J. Philipp vor den Medien. Philipp betonte, dass es sich bei der Anlage in Elgg nicht um eine Zürcher, sondern um eine nationale Anlage mit internationaler Ausstrahlung handle. Sie geht auf die im Jahr 2012 revidierte Jagdverordnung des Bundes zurück. Diese fordert eine solche Stätte für die Ausbildung und den Einsatz von Jagdhunden für die Nachsuche und für die Jagd von Wildschweinen. Es dauerte jedoch sieben Jahre, bis eine solche Anlage realisiert werden konnte.

Ideales Areal

«Dieses Areal ist absolut ideal» stellte Urs J. Philipp fest: Es ist gut erreichbar und topographisch sehr zweckmässig. Zudem ist in allen Gattern Wasser vorhanden. Das Waldstück von rund sechs Hektaren konnte von der Gemeinde Elgg gepachtet und die Anlage im Baurecht zügig erstellt werden. «Die Anlage erfüllt alle rechtlichen Vorgaben und internationalen Standards», betonte Philipp weiter. Eine «Kompetenzgruppe Schwarzwildgatter» begleitet und überwacht das Projekt. Die Sauen haben sich laut Philipp sehr gut ans Gatter gewöhnt.

Betriebsverein gegründet

Die Investitionskosten für die Anlage werden auf rund 250 000 Franken beziffert. Die Kosten teilen sich der Kanton Zürich und die Schweizerische Jagd- und Fischereiverwaltungskonferenz. Als Trägerschaft für den Betrieb des Gatters wurde ein privater Verein gegründet. «Es ist nicht Aufgabe des Staates Jäger und Jagdhunde auszubilden. Der Verein übernimmt diese Aufgabe», führte Präsident Jean Vuilleumier aus.

Der Verein ist für Anlage und Infrastruktur zuständig und betreut die Sauen. Eine Gatterordnung regelt den geordneten und tierschutzgerechten Arbeitsablauf. Zudem muss der Verein das notwendige Personal sicherstellen. Betriebsleiter ist der direkt am Waldrand wohnende Landwirt Jonas Kipfer. Die Finanzierung des Betriebes erfolgt über Übungsgebühren und Mitgliederbeiträge. «Der gesamte Übungsbetrieb ist streng überwacht», betonte Vuilleumier. «Wir wollen weder verletzte Sauen noch Hunde. Wir wollen mit der Ausbildung das richtige Verhalten der Hunde erreichen», so Vuilleumier.

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Kommentare (1)
Wild beim Wild am 12.07 2019 um 14:37
Gegen diese Übungsanlage hatten sich Tierschützer lange gewehrt, weil zum Beispiel professionelle Wildhüter, wie im Kanton Genf, auf diese Tierquälereien verzichten können.Aus Erfahrungen in Deutschland (in Deutschland gibt es über das ganze Land verteilt mind. 19 Gatter) weiss man zudem, dass auch mit Wildschweingatter, weder die landwirtschaftlichen „Schäden“ noch die Population der Wildschweine im gewünschten Masse nachhaltig reduziert werden können. Bis heute gibt es denn auch keinen wissenschaftlichen Nachweis, dass mittels Bejagung der Wildschweine durch Hunde das Ziel der „Regulierung“ (besser) erreicht werden könnte – auch wenn dies von Jagdverbänden und Behörden immer wieder gerne behauptet wird! Es besteht überhaupt keine Notwendigkeit, Wildschweine gezielt mit abnorm verhaltenden Hunden, deren Verhalten durch die Ausbildung noch gefördert wird, zu jagen. Aus Tierschutzgründen ist die Arbeit im Schwarzwildgatter und Schliefenanlagen klar abzulehnen sowie die damit geförderten Treib- und Drückjagden. Es handelt sich um eine Ausbildungsmethode an lebenden handzahmen Tieren, die der Wildbahn oder Zoos entnommen, ihr Leben in einem Gatter fristen und nach Gebrauch oder Untauglichkeit getötet werden. Der von den dilettantischen Hobby-Jägern befreite Kanton Genf reguliert Wildtier-Bestände weitaus vorbildlicher, ganz ohne die Tierquälereien der Hobby-Jäger in Elgg. In Genf braucht es keine Treib- und Drückjagden mit bellenden Jagdhunden, obwohl immer sehr viele Wildtiere (teils angeschossene und schwer verletzte) aus den umliegenden Gebieten in den Kanton Genf flüchten und bleiben, wenn in Frankreich oder Kanton Waadt Treibjagden analog zum Kanton Zürich praktiziert werden.
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