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In diesem Stall steht die Forschung im Vordergrund

Rindermäster besuchten am Donnerstag den neuen Jungvieh- und Rindermaststall des Zentrum Agrovet-Strickhof in Lindau. Sie erhielten einen Eindruck, welche Art von Forschung in diesen Stallungen betrieben wird.


Publiziert: 16.06.2019 / 10:13

Das Zentrum Agrovet-Strickhof verknüpft über eine Kooperation zwischen Strickhof, ETH und Universität Zürich die universitäre Bildung und Forschung im Bereich der Agrar- und Veterinärwissenschaften mit den praktischen Bedürfnissen der Landwirtschaft. Im Zuge dieser Kooperation entstanden umfangreiche Neubauten wie etwa der neue Milchviehstall oder das  Stoffwechselzentrum der ETH. Eingeweiht wurden diese neuen Gebäude in Lindau ZH mit modernsten technischen Einrichtungen Anfang September 2017. Aus finanziellen Gründen noch nicht gebaut war zu diesem Zeitpunkt ein neuer Jungvieh- und Rindermaststall. Dieser wurde erst im Herbst 2018 fertig gestellt. Am Strickhof Beef-Tag vom 13. Juni bot sich den Teilnehmerinnen und Teilnehmern dieser Tagung die Gelegenheit, den Stall zu besichtigen.

Gezacktes Dach

Auch dieser Neubau auf dem Strickhof-Areal wird durch sein gezacktes Shed-Dach und durch eine leicht wirkende Holzkonstruktion geprägt. Der Jungvieh- und Rindermaststall ermöglicht die Haltung von Kälbern, Aufzuchtrindern sowie von Mastrindern. Im neuen Stall stehen zwölf Einzeliglus sowie Einrichtungen für die Gruppenhaltung von Kälbern zur Verfügung. Noch nicht realisiert werden konnte ein Warmstall für die Kälberhaltung. Aus finanziellen Gründen musste dieses Vorhaben aufgeschoben werden. Damit ist vorderhand die Möglichkeit noch nicht gegeben, die Vor- und Nachteile eines nicht klimatisierten Stalls gegenüber einem Warmstall in der Kälberhaltung systematisch zu erforschen.

Verschiedene Möglichkeiten

Der neue Stall ist für die Haltung von maximal 78 Aufzucht- und 60 Mastrindern ausgelegt. Es besteht die Möglichkeit, die Tiere entweder in Tiefstreu oder in Freilaufhaltung mit Liegeboxen zu halten. Die Tiefstreuhaltung ermöglicht auch die Haltung von Mutterkühen mit Kälbern. Dabei wurde der Stall so konzipiert, dass eine Aufstallung mit Kälberschlupfbereichen möglich ist.  Gegenwärtig ist der Stall mit 60 Mastmunis und 15 Aufzuchtrindern belegt. Laut Auskunft von Roger Bolt vom Strickhof kann diese Zahl von Tag zu Tag variieren.

Kälbergesundheit

Roger Bolt stellte bei der Führung durch den Stall einen von ihm betreuten Versuch vor. Bei diesem geht es darum, die Auswirkungen von zwei Aminosäuren-Präparaten auf die Entwicklung und die Gesundheit von männlichen Tränkerkälber zu evaluieren. Zu diesem Zweck wurden drei Versuchsgruppen mit jeweils zehn Tränkern gebildet. Bei je einer Gruppe wird eines der beiden Präparate mit Zusatzstoffen eingesetzt, die dritte Gruppe dient als Kontrolle und kommt ohne zusätzliche Versorgung mit Aminosäuren aus. Zwar handelt es sich bei all diesen Tieren um AA-Tränker mit einem Mastrassenstier als Vater. Dennoch wird laut Bolt die unterschiedliche Genetik der Versuchstiere eines der Probleme bei der Auswertung dieses Versuches. Sein Ziel ist es, im Versuchswesen möglichst mit Tieren der gleichen Rasse und mit gleicher Vorgeschichte zu arbeiten.

Ersatz von Soja

Im Rinder- und Aufzuchtstall läuft derzeit ein zweiter Versuch unter der Ägide der ETH. Dieser soll Möglichkeiten ausloten, Soja-Extraktionsschrot durch alternative, proteinhaltige Futtermittel zu ersetzen und auf dieser Basis hochwertiges Rindfleisch zu produzieren. Dabei sollen auch die Möglichkeiten der Grasland-basierten Milch- und Fleischproduktion in der Munimast ausgelotet werden. Zu diesem Zweck wurden fünf Fütterungsgruppen zu je sechs männlichen Limousin-Kreuzungen gebildet. Diese werden mit je einer unterschiedlich zusammengesetzten Ration gefüttert. Damit diese Versuchsanlage funktionieren kann, ist jedem Tier ein eigener Futterplatz zugeteilt. Eine der Grundaussagen dieses noch nicht abgeschlossenen Versuch lautet, dass ein vollständiger Ersatz von Soja durch andere Protein-Träger bei einer Grassilage-betonter Fütterung möglich ist. Neben dieser Erkenntnis interessierte die Mäster vor allem auch die Frage, wie hoch die Kosten einer solchen Fütterung sind und ob anfallende Mehrkosten am Markt auch durchzusetzen sind.

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