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Immer mehr Importe

Der Selbstversorgungsgrad der Schweiz lag 2016 erstmals unter 50 Prozent.


Publiziert: 25.08.2017 / 19:00

Die Schweiz konnte sich noch nie so schlecht versorgen wie 2016. Der Nettoselbstversorgungsgrad lag erstmals unter 50 Prozent. Dies zeigt die neuste Publikation von Agristat. Das Jahr 2016 werde mit einem geschätzten Bruttoselbstversorgungsgrad von 55% und einem geschätzten Nettoselbstversorgungsgrad von 48% mit grosser Wahrscheinlichkeit ein Ausnahmejahr bleiben.

Ein wichtiger Grund für diese tiefe Versorgung waren die sehr schlechten Erträge im Pflanzenbau. Dadurch wurde der Bruttoselbstversorgungsgrad gesenkt.

Weniger Schweizer Futter

Langfristig gesehen ist es aber die Futtermittelbilanz, die mehr Sorgen bereitet. Denn diese beeinflusst den Nettoselbstversorgungsgrad, welcher nun bei 48% liegt. So tief wie noch nie. Die Grafik unten zeigt, dass sich die Schere zwischen dem Brutto- und dem Nettoselbstversorgungsgrad immer weiter öffnet. Das heisst, es werden immer mehr Futtermittel importiert. 

Insgesamt produziert die Schweizer Landwirtschaft rund 7,2 Millionen Tonnen Trockensubstanz. Das sind 85% der benötigten Menge Futtermittel. Beim Eiweiss ist der Importanteil jedoch deutlich höher. 

Langfristig stabil

Wenn man aber den Bruttoselbstversorgungsgrad über längere Zeit betrachtet, fällt auf, dass er annähernd stabil bleibt. 

In derselben Zeitspanne ist die Bevölkerung um etwa 1,5 Millionen Personen angestiegen. Gleichzeitig sinkt die Landwirtschaftliche Nutzfläche kontinuierlich. «Die Landwirtschaft hat gewaltige Fortschritte gemacht», erklärt Daniel Erdin, Leiter des statistischen Dienstes des Schweizer Bauernverbands, gegenüber der BauernZeitung. Die Betriebe arbeiten professioneller und durch Züchtung und technischen Fortschritt wurde die Produktivität stark gesteigert. Der Anteil der Inlandproduktion an der Lebensmittelversorgung ist deshalb praktisch konstant geblieben. Als Beispiel führt Erdin die Schweineproduktion an: «In den 70er-Jahren hielten die Landwirte bis zu 50% mehr Schweine, sie produzierten damit jedoch nicht mehr Schweinefleisch als heute.» Interessanterweise ist der Verbrauch von Nahrungsmittelenergie in den letzten Jahren nicht proportional zur zunehmenden Bevölkerung gestiegen. Als mögliche Erklärung führt der Autor von Agristat  den zunehmenden Einkaufstourismus an. Jedoch müsse noch vertieft geprüft werden, wieso der durchschnittliche Energiekonsum pro Person langfristig abnehme. Der Einkaufstourismus ist jedoch beim Selbstversorgungsgrad nicht berücksichtigt.  Ansonsten fiele die negative Entwicklung noch stärker aus. Dazu fehlen brauchbare Daten, ist in der Veröffentlichung bemerkt. 

Tiere besser als Pflanzen

Im Vergleich der Versorgung nach Produkten sind die tierischen Nahrungsmittel mit 99% deutlich besser als die pflanzlichen (42%). Wobei bei der Milch sogar eine Überproduktion vorliegt, dort beträgt der Selbstversorgungsgrad 116 Prozent. Bei Fleisch sind es 85%, bei Kartoffeln 69%. Gemüse liegt bei 49% und Früchte schaffen es gar nur auf 28%. Verglichen mit anderen Ländern belegt die Schweiz eher einen der hinteren Plätze. Helvetien hat pro Einwohner eine sehr tiefe Landwirtschaftliche Nutzfläche.

Jasmine Baumann

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