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Homöopathie für Kühe: "Eine Portion Mut gehört dazu"

Toni Huber behandelt seine Kühe und Schweine mit Homöopathie. Der Anfang war nicht gerade einfach, heute hilft ihm die Erfahrung.


Publiziert: 15.12.2018 / 11:51

Der Landwirt Toni Huber kennt jede seiner 30 Kühe: ihren Namen, ihre Vorlieben, ihre Macken, ihre Krankheitsgeschichte. Er macht sich viele Gedanken zu ihrer Gesundheit und ihrem Wohlbefinden. «Eine genaue Beobachtung der Herde ist das A und O, wenn ich Homöopathie erfolgreich einsetzen will», sagt Huber. Denn bei dieser alternativen Behandlungsmethode steigen die Erfolgschancen, wenn man sie so früh wie möglich einsetzt.

Einfach ausprobieren

Toni Huber hat den Betrieb auf dem Füberg in Oberhelfenschwil SG im Jahr 1992 übernommen. Der gelernte Landwirt setzte von Anfang an homöopathische Mittel ein. «In einer Zeit, in der mit Antibiotika Vollgas gegeben wurde, versuchte ich, deren Einsatz zu minimieren. Ich wollte auf natürliche Medikamente setzen», sagt er. Nicht zuletzt kann er sich auf seine Familie und den Lehrling verlassen, die ebenfalls hinter der Homöopathie stehen und die Kühe sorgfältig beobachten. Diese Unterstützung, physisch wie auch psychisch, helfe sehr, so Huber. Schliesslich gilt es, einfach auszuprobieren: «Was mich nichts kostet, das teste ich. Wenn es das Tierwohl verbessert, ist das ein Gewinn.»

Dabei denkt der Landwirt nicht nur an den Einsatz möglicher pflanzlicher Mittel: «Gestaltung der Umgebung, Fütterung, Stallhygiene – diese Komponenten spielen alle in die Gesundheit der Tiere hinein. Das muss ich berücksichtigen und als Ganzes betrachten», sagt Huber.

Ab und zu nutzt er Antibiotika

Toni Huber kann nicht ganz auf Antibiotika verzichten. Wenn eine Kuh am Tag nach der homöopathischen Behandlung keine Zeichen der Besserung zeigt, ruft er den Tierarzt. Wenn der sagt, es brauche Antibiotika, um der Kuh zu helfen, dann höre er auf dieses Urteil. «Das Gute an Homöopathie ist, dass ich selber bereits etwas tun kann, während ich auf den Tierarzt warte. Das ist Kopfsache, kann aber das Gewissen ziemlich beruhigen», so Huber.

Ob die Kühe nun wegen der homöopathischen Kügelchen gesünder bleiben, ob der Krankheitsdruck auf seinem Hof einfach gering ist oder ob es daran liegt, dass er die meisten Kühe nach dem dritten Kalb verkauft und daher vor allem junge, robuste Tiere im Stall stehen, kann er nicht sagen. «Ich weiss ja nicht, wie es wäre, wenn ich die Kühe anders behandeln würde.»

Tatsache ist, dass Huber meistens weder Antibiotika noch Versiegler benötigt, um die Kühe trockenzustellen. Er betont, dass dabei die Zucht eine Rolle spielt: «Da muss ich ehrlich mit mir selbst sein. Mit Kühen, die immer Viertel machen, züchte ich nicht weiter. Punkt.» Und schliesslich gehöre eine Portion Mut dazu: «Man muss sich getrauen, abzuwarten und nicht sofort den Tierarzt zu rufen», sagt Huber.

Deborah Rentsch

Die ganze Geschichte finden Sie in der Printausgabe der BauernZeitung vom 14. Dezember 2018. Hier gibt es Infos zum Abo.

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Kommentare (2)
Peggy Schmah am 08.04 2019 um 10:33
Solche Kommentare "Homöopathie ist möglich, aber unwirksam....oder "bei Dreistriche kommt man nicht um Antibiotika herum"... zeigt, dass versucht wird, die Homöopathie in schulmedizinischem Sinne anzuwenden. Das kann nicht funktionieren. Ich kann nicht Äpfel mit Birnen vergleichen. Zwar sind wir alle im liearen Denken geschult (A ist schuld an B, also muss B bekämpft werden) aber wenn ich Homöopathie anwenden möchte, muss ich dieses Denken verlassen. Das ist meiner Meinung nach der Hauptgrund, warum es immer wieder zu solchen Erfahrungen kommt. Die Wirkung der Homöopathie beruht nunmal auf dem Ähnlichkeitsgesetz, Rezeptbuch funktioniert nicht. Mit Mut hat das finde ich auch nicht viel zu tun, es ist eine ganz einfache Rechenaufgabe für den Bauern. Egal ob konventioneller Betrieb, oder Bio-Landwirt. Jeder soll das tun, was er kann, aber das dann richtig.
Werner, Schmal am 07.04 2019 um 17:04
Ich muss da doch mal noch etwas zu dem Artikel sagen. Das sagt ja eigentlich alles:"Ob die Kühe nun wegen der homöopathischen Kügelchen gesünder bleiben, ob der Krankheitsdruck auf seinem Hof einfach gering ist oder ob es daran liegt, dass er die meisten Kühe nach dem dritten Kalb verkauft und daher vor allem junge, robuste Tiere im Stall stehen, kann er nicht sagen. «Ich weiss ja nicht, wie es wäre, wenn ich die Kühe anders behandeln würde.» Und er behandelt nur einen Tag... Ich glaube dass ich sehr viel Erfahrung in Homöopathie in der Milchviehhaltung sammeln konnte (über 20 Jahre Bio) und letztlich nur noch selten darauf zugreife, besonders bei akuten Fällen. Bei akuten Mastitiden habe ich bei ca. 30 % Erfolg mit reiner Selbstheilung (mit gutem vielfachen ausmelken etc.), wobei Globuli keinen Unterschied machen. Verhärtet ein Euterviertel, kommst du nicht um Antibiotika herum, oder das Tier leidet Schmerzen und wird dann meist ein Dreistrich (wenn du dann Glück hast) Und der Toni Huber hat ja offenbar überhaupt keinen Mut: AB nach einem Tag und Schlachtung nach 3 Laktationen - sowas auch noch als Mut zu bezeichnen :( Und man muss mal genau hinschauen: wie alt sind die Kühe im Schnitt, wie viele Dreistriche sind in der Herde Wie ist die bakterielle Allgemeinlage. Da hab ich schon von Homöopathie bei einem Demeterbetrieb gehört, wo dann nachher s.aureus so verbreitet war, dass in einem Jahr soviel AB aufgewendet werden musste, wie ich in meinem ganzen Betriebsdasein nicht gebraucht habe.... Stallhygiene und extensive Wirtschaft, viel Weide, das sind die besten Gesundheitsgrundlagen für die Tiere. Leider werden heute hartnäckige Krankheitserreger und Resistenzen über Tierärzte u.a. weit verbreitet, so dass auch Biobetriebe mit den Folgen zu kämpfen haben - in solchen Fällen ist Homöopathie möglich, aber eher unwirksam. Und ich kenne sehr viele Biobetriebe, die diese bittere Erfahrung gemacht haben, aber es wird nicht gerne darüber gesprochen!
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