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Hochdorf-Aktie bricht ein

Am Montag ist die Aktie vom Milchverarbeiter Hochdorf um 14 Prozent gesunken; seit Anfang Jahr hat der auf Milchpulver und Babynahrung spezialisierte Konzern an der Börse 60 Prozent seines Wertes verloren.


Publiziert: 13.12.2018 / 11:37

Die Kurzfassung geht so: Die Molkerei bekundet Mühe, in China Fuss zu fassen. Hochdorf hat laut "Tagesanzeiger" noch gar keine Bewilligung, um in China Milchpulver zu verkaufen und damit keinen Zugang zum weltweit grössten Wachstumsmarkt.

Danone und Nestlé haben Nase vorne

Das Geschäft mit Babynahrung machen derweil Danone und Nestlé, die die Bewilligungen erhalten haben. Hinzu komme, dass die zugekauften Firmen – Pharmalys, Baltic Milch und die Uckermärker Milch deutlich weniger Milch verarbeiten und absetzen können, als ursprünglich erwartet. Unter dem Strich musste das Unternehmen mehrmals die Gewinnprognosen anpassen.

Hinzu kommt, dass CEO Thomas Eisenring die Firma Zifru an Hochdorf verkaufte, an der er 43 Prozent hielt. Obwohl Eisenring laut dem Bericht beim Geschäft in Ausstand trat, hat sich Hochdorf das Vertrauen des Finanzmarkts verspielt, heisst es.

Aktienkurs unter Druck

Die Folge ist der Kursverlust. Die ZMP Invest, einer Tochtergesellschaft der Zentralschweizer Milchproduzenten ZMP, lässt sich davon nicht aus der Ruhe bringen. Die Firma hat ihre Beteiligungen bei Hochdorf über die letzten Jahre von drei auf 14,5 Prozent aufgestockt.

Mit Thomas Eisenring an der Hochdorf-Spitze sollte die Molkerei die gleiche Erfolgsgeschichte wie Emmi werden. Kurzfristige Aktienkursschwanken seien zwar unschön, für die ZMP Invest aber nicht so entscheidend, heisst es bei der ZMP deshalb auf Anfrage. "Für die ZMP Invest AG ist die finanzielle Beteiligung bei Hochdorf ein langfristiges Engagement."

Hochdorf hat soliden Ertrag

In Bezug auf die ausgegebenen Gewinnwarnungen, die jedes börsenkotierte Unternehmen herausgeben muss, wenn die Prognosen nicht stimmen, hält die ZMP fest, dass der Ertrag vor Steuern und Zinsen mit 20 Millionen immer noch "deutlich höher" sei, als bei anderen Milchverarbeitern.

Ausserdem müsse erwähnt werden, dass der Detailhandel beim Umsatz zugelegt hat, allerdings das Wachstum im Bereich der Milchprodukte auf die Harddiscounter zurückzuführen sei. "Ein enormer Margendruck zeigt sich aktuell bei den meisten milchverarbeitenden Unternehmen in der Schweiz."

Hansjürg Jäger

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