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Hauswirtschaft: «Putzen kann glücklich machen»

Junge Frauen bekommen in der Bäuerinnenausbildung Freude am Putzen. Es gibt aber auch Bäuerinnen mit Putzfrau.


Publiziert: 17.01.2018 / 07:09

«Liebe ist, wenn der Mann in den Staub auf der Kommode schreibt: Ich liebe dich trotzdem.» Als dieser Spruch in den 1980er-Jahren aufkam, war wohl manche Hausfrau froh darüber. Besonders jene, die das Putzen nicht als Lieblingsbeschäftigung ansahen. Nun konnten sie den Staub auf der Kommode und anderswo liegen lassen. Doch eines Tages ritt sie der Putzteufel und sie reinigten ihr Heim. Sogar der Badezimmerspiegel, wo ihr Liebster mit Lippenstift «Ich liebe dich» aufgemalt hatte, musste dran glauben. Danach fühlten sie sich wohl und freuten sich über die Komplimente der Familie, wie sauber es im Haus sei und wie frisch es dufte. Eigentlich, sagten sie sich, sei es gut, solange gewartet zu haben, sonst hätte niemand ihren Reinigungseinsatz bemerkt.

Putzen als Zwang

Putzen – des einen Freud, des anderen Leid. Putzen kann in einen Zwang ausarten, sodass es Mitbewohnern und Besuchern vor lauter Hygiene und Sauberkeit nicht mehr wohl ist. Wird ein Fotoalbum oder ein Buch aus dem Regal geholt, um es den Gästen zu zeigen, fühlen sich diese genötigt, es möglichst schnell durchzublättern, damit die Frau des Hauses es sofort wieder versorgen kann. Stösst ein Kind sein Sirupglas um, wird eine halbe «Frühlingsputzete» veranstaltet. Putzen kommt einem manchmal vor, als würde es sich um eine Religion handeln. Darüber kann diskutiert und gestritten werden – und zuletzt macht jede, wie es für sie und ihre Familie stimmt. Eine Frau arbeitete einige Zeit in Australien in der Gastronomie. Ihre Kolleginnen ärgerten sich oft über ihre schweizerische Putzwut und schenkten ihr zum Abschied ein Holztäfelchen. Auf diesem Täfelchen stand: «Home should be clean enough to be healthy – and dirty enough to be happy.» (Das Haus sollte sauber genug sein, um gesund zu bleiben – und schmutzig genug, um glücklich zu sein.) Den Wandspruch hat ihr Mann nach der Heimkehr über die Eingangstür geheftet. Sie selbst hat ihre übertriebene Neigung zum Saubermachen abgelegt, sodass ihr Mann zeitweilig lacht: «Wir leben in einem sehr glücklichen Haus.»

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Benildis Bentolila

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