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Gute Milch – Böse Milch

In der emotionalen Diskussion gibt es viele Unklarheiten und verhärtete Fronten. Eine Radio-Sendung zum Thema kommt zum Schluss: die Wahrheit liegt irgendwo zwischen Milch als weissem Gold und Milch als Gift.


Publiziert: 20.05.2019 / 14:23

Als Fortsetzung des Gesprächs zwischen einem Milchbauer und einem Veganer ging Radio SRF 3 in seiner «Input»-Sendung dem derzeitigen Wissenstand zu dem umstrittenen Lebensmittel auf den Grund. Die grosse Frage: gute Milch oder böse Milch?

Hier eine Zusammenfassung des Audio-Podcasts.

Streitpunkt Tierwohl

Die beiden Moderatorinnen Reena Thelly und Céline Raoul thematisieren als erstes das Tierwohl. Das sei schwer zu beurteilen, da man als Mensch weder wirklich in die Tiere hineinfühlen noch sie nach ihren Emotionen fragen könne. Dabei beziehen sie sich auf die Aussage Christof Baumgartners (des Milchbauern in der ersten Radio-Sendung) über den Trennungsschmerz von Mutterkühen.

Elternzeit-Milch

Da moderne Kühe ein Vielfaches dessen produzieren, was ein Kalb verbrauchen kann, wird auch die Milch aus muttergebundener Kälberaufzucht diskutiert. Während diese Milch in Deutschland unter dem Namen «Elternzeit-Milch» durchaus als Nischenprodukt bestehen kann, ist diese Produktionsweise in der Schweiz noch nicht erlaubt.

Allerdings sei eine Motion zur gesetzlichen Bewilligung bereits von Bundes- und Nationalrat durchgewunken worden.

Ein (prä-)historischer Vorteil

Der Mensch ist das einzige Säugetier, das im Erwachsenenalter Milch trinkt und das auch noch von einer anderen Art. Daher stellen die Moderatorinnen die Frage, weshalb man das überhaupt macht.

Dazu gibt Barbara Walther, Ernährungswissenschaftlerin der Agroscope Auskunft. Laut ihr ist der Milchkonsum quasi ein Relikt aus alter Zeit, als frühe Menschen assen und tranken, was sie eben bekommen konnten. Sicher sei der Milchkonsum ein Überlebensvorteil gewesen, sodass die Laktosetoleranz an nachfolgenden Generationen vererbt worden sei. Ansonsten wäre diese Mutation wieder verschwunden.

Hier weisen Thelly und Raoul darauf hin, dass Laktosetoleranz eigentlich eine Ausnahmeerscheinung ist, die nur etwa einen Drittel der Weltbevölkerung betreffe.

Gesundheit: Unklare Datenlage

Beim Thema Gesundheit schwirren diverse Vermutungen, Behauptungen und Studien zum Einfluss von Milchprodukten herum. Barbara Walther erklärt, bei der derzeitigen Überarbeitung der Empfehlungen für eine gesunde Ernährung (Lebensmittelpyramide) würden die verschiedenen Studien gebündelt und meta-analysiert. Aktuell gebe es keinen erwiesenen Zusammenhang zwischen Milchkonsum und den meisten Krebsarten. Nur beim Prostatakrebs sei ein solcher «möglich». Hier brauche es weitere Forschungsarbeit.

Sowhol was Osteoporose als auch Herz-Kreislauferkrankungen angehe, gebe es keine Beweise auf Milch als Risikofaktor, so Walter. Der Mensch sei ein Omnivor und daher gelte vor allem: so bunt und abwechslungsreich wie möglich zu essen. Zwar sei die Überarbeitung noch nicht abgeschlossen, die Pyramide würde sich aber nicht gross ändern.

Pflanzliche Alternativen

Auch bei den Alternativen zur Kuhmilch scheiden sich bekanntermassen die Geister. Die Ernährungswissenschaftlerin weist darauf hin, dass Pflanzendrinks eine andere Zusammensetzung haben als Milch. Auch würden diesen oft verschiedene Stoffe zugesetzt, etwa Salz oder Vitamine. Auf jeden Fall sei der Herstellungsprozess deutlich länger als bei der Milch, die quasi «direkt» von der Kuh komme.

Zum Thema Nachhaltigkeit stellt Walther fest, es sei sicher nicht effizient, für den Menschen geeignete Lebensmittel «zuerst durch eine Kuh durch zu lassen».

Ein versöhnlicher Schluss

Am Ende der einstündigen Radio-Sendung ist man nicht wirklich weiter als zuvor. Die Datenlage zum Thema Milch ist in verschiedenen Bereichen nicht klar. Barbara Walther schliesst mit der Empfehlung, man solle es nicht übertreiben, generell mit nichts.

Eine Zuhörerin resümiert per Sprachnachricht, es müsse allgemein bewusster konsumiert werden. Milch sei ein Kulturgut in unserem Land, aber heute gebe es viele pflanzliche Alternativen, sodass man nicht mehr in den gleichen Massen darauf angewiesen ist.

Den Audio-Podcast zur Sendung vom Sonntag finden Sie hier

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