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Grundbildung Luzerner Landwirtschaft: Verbindung von Theorie und Praxis

In einer Umfrage sagen Schüler, Lehrer und Berufsbildner aus dem Kanton Luzern, was sich ändern soll und was sie gut finden.


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Die Umfrage im Kanton Luzern wurde durch den ­Luzerner Bäuerinnen- und Bauernverband durchgeführt. Die ­Bildungskommission des Schweizer Bauernverbands (SBV) hat den Kantonen den Auftrag dafür gegeben. «Die wichtigste Frage, die sich wohl stellt, ist: Bleibt die Ausbildung bei drei Jahren oder wird sie auf vier Jahre erweitert? Zudem ist auch auszuwerten, ob eine Spezialisierung nach der Grundbildung erwünscht wäre», erklärt Jakob Lütolf, Präsident der Berufsbildungskommission beim SBV. Die Meinungen bei den Umfrage-Teilnehmenden gehen auseinander.

Betriebsführung mit EFZ

Die Lernenden sind der Meinung, dass es bei der Betriebsführung nicht auf die Papierzeugnisse ankomme und dass ein Landwirt EFZ fähig sein sollte, einen Betrieb zu führen. Vor allem, wenn er bereits vorher zu Hause auf dem Landwirtschaftsbetrieb mitgearbeitet hat. Die meisten Schüler sehen jedoch, dass für Arbeiten wie die Nährstoffbilanz oder die Buchhaltung noch Unterstützung gebraucht wird. Die Berufsbildner hingegen sind fast einstimmig der Meinung, dass die EFZ-Ausbildung für die Betriebsführung nicht reicht. Die Lehrpersonen äussern sich ganz unterschiedlich. Einige finden, es gebe schon Schüler, die in jungen Jahren einen Betrieb eigenständig führen könnten. Andere finden, mit 18 Jahren sei man zu jung dafür. Die meisten Betriebsleiterschüler glauben nicht, dass die Grundbildner genügend Wissen haben, um einen Betrieb eigenständig zu führen. Berufserfahrung alleine reiche nicht aus.

«Die wichtigste Frage ist, ob die Ausbildung von drei auf vier Jahre erweitert wird.»

Jakob Lütolf, Präsident Berufsbildungskommission SBV.

Berufe zusammenlegen

Fast alle Befragten sind der Meinung, dass die bestehenden landwirtschaftlichen Berufe so erhalten bleiben und nicht zusammengelegt werden sollen. Über 75 Prozent finden auch, dass es keine weiteren Spezialisierungen in den bestehenden Berufsfeldern geben soll. Von den 25 Prozent, welche sich eine weitere Vertiefung im Beruf Landwirt wünschen, wird mehrmals die Schweinehaltung erwähnt.

Mehr Betriebswirtschaft

Über alle Anspruchsgruppen wird erwähnt, dass zu wenig Zeit für betriebswirtschaftliche Fächer vorhanden sei. Fast die Hälfte nennt diesen Punkt. Auch wird erwähnt, dass das unternehmerische Denken zu wenig gefördert und die Produktionstechnik nicht genügend vertieft wird. Ebenfalls ist die Verbindung von Theorie und Praxis etwas, dass mehr gewünscht wird.

Längere Zweitausbildung

Falls die Lehre neu vier Jahre dauern soll, wollen 65 Prozent der Befragten, dass die Zweitausbildung ebenfalls um ein Jahr von zwei auf drei Jahre verlängert wird. Erstaunlich ist, dass die Hälfte der Lehrpersonen die zweijährige Ausbildung nicht auf drei Jahre verlängern würden. Es ist anzunehmen, dass dies mit dem Modell der gemischten Klasse zu tun hat.

Die Berufsbildner und Betriebsleiterschüler wünschen sich bei einer Erhöhung der Ausbildungszeit eine Vertiefung in der Betriebswirtschaft. Die Lernenden nennen sehr oft die Schweinehaltung als Gebiet, das vertieft werden sollte.

Unterricht schön verteilen

Die Lehrpersonen möchten nicht mehr Stoff, sondern den bisherigen Stoff besser vermitteln und verteilen können. Über 90 Prozent aller Befragten finden den Lehrstellenwechsel nach dem ersten Jahr gut und möchten diesen entsprechend beibehalten.

Je fast die Hälfte findet, dass die Schullektionen gleichmässig und linear über die Lehrzeit verteilt werden sollten und zwar im progressiven Modell, also mehr Schule gegen Ende der Ausbildung. Für die Ausbildung mit Schwerpunkt Biolandbau wünscht sich der grösste Teil der Befragten eine Ausbildung wie bisher, also mit mindestens der halben Lehrzeit auf einem Biobetrieb und 240 Schullektionen Biolandbau.

Überbetriebliche Kurse

Die Dauer der überbetrieblichen Kurse (ÜK) ist für 65 Prozent der Beteiligten in Ordnung; es sind aktuell acht Tage. Über 80 Prozent der Befragten finden jedoch, dass der ÜK benotet und ins Zeugnis einfliessen soll.

Warum eine Umfrage

Alle fünf Jahre findet auf nationaler Ebene die ordentliche Revision der landwirtschaftlichen Berufe statt. Umfragen in den Kantonen dienen als Vorbereitung für die nächste Revision im Jahr 2023.

An die Kantone delegiert

«Bereits 2018 wurden von der Organisation der Arbeitswelt (OdA Agri Ali Form) Workshops zu den Themen Landwirtschaft und Berufsbildung im Jahr 2030 gemacht», erklärt Jakob Lütolf, Präsident Berufsbildungskommission (BBK) vom Schweizer Bauernverband. Die Umfragen wurden an die einzelnen Kantone delegiert, um möglichst viele Auswertungen und Antworten zu erhalten. «Im Moment stockt der Prozess aufgrund des Coronavirus, wir sind aber gut im Zeitplan», sagt Lütolf.

161 Teilnehmende in Luzern

Im Kanton Luzern nahmen 161 Personen an der Umfrage teil, darunter Lernende Landwirt EFZ, Lehrerinnen, Berufsbildner und Betriebsleiterschülerinnen. Die BauernZeitung hat die wichtigsten Punkte zusammengefasst. 

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