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Grünes Licht für die Val Müstair

Die neue Käserei ist der Hauptgrund, warum im Münstertal in verschiedene Projekte investiert wird.


Publiziert: 19.07.2017 / 19:00

Seit einigen Jahren wünscht man sich in der Val Müstair, dass das regionale Entwicklungsprojekt realisiert werden kann. Verschiedene Rekurse und die Projektfinanzierung haben aber immer wieder zu Rückschlägen geführt. Nun ist aber klar: Die Projekte dürfen realisiert werden – grünes Licht vonseiten Kanton und Bund ermöglichen dies.

Wettbewerbsfähiger werden

Die Regierung genehmigt das gemeinschaftliche Projekt zur regionalen Entwicklung (PRE) des Münstertals, Val Müstair. Das PRE Val Müstair soll der Landwirtschaft einen Entwicklungsschub geben, damit diese in einem zunehmend härteren und dynamischeren Marktumfeld wettbewerbsfähiger wird.

Das PRE Val Müstair umfasst unterschiedliche Teilprojekte: den Neubau der Käserei Val Müstair, Heuraumbeschaffung, den Neubau der Fleischverarbeitung inklusive Schlachthof, Investitionen in die Getreidesammelstelle, die Produktvermarktung sowie Geschäftsführung und Projektmanagement. 

Der Bund anerkennt für das Gesamtprojekt beitragsberechtigte Kosten von rund 4,85 Millionen Franken. Daraus ergibt sich ein Bundesbeitrag von 1,94 Millionen Franken. Die Beitragsleistungen des Bundes setzen eine kantonale Gegenleistung voraus. Aufgrund des vordefinierten Beitragssatzes sichert der Kanton Graubünden dem Projekt einen Betrag in der Höhe von rund 1,55 Millionen Franken zu. Somit ist grünes Licht gegeben – ein Licht, das der Val Müstair guttut: «Wir haben viele Schätze, die gepflegt und bewahrt werden müssen, damit unsere Jugend auch eine Chance hat, hier zu leben», sagt Gemeindepräsident Rico Lamprecht.

Kapazitätsgrenzen erreicht

«Der Hauptgrund, warum wir im Münstertal diese Projekte lanciert haben, ist unsere Käserei», betont Rico Lamprecht, der zugleich Projektleiter ist. Die Lokalitäten der alten Käserei sollen saniert werden, man habe dort auch die Kapazitätsgrenzen erreicht. «Nur mit einer neuen, modernen Käserei können die verschiedenen Arbeitsprozesse optimiert werden, um qualitativ hochstehende Produkte zu schaffen», argumentiert er. Ausserdem werde eine gewisse Flexibilität garantiert, um die Produktpalette zu vergrössern.

Dass sich die neue Käserei nach deren Realisation nicht mehr mitten im Dorf, sondern am Dorfrand befindet, sieht Lamprecht nicht als Nachteil: «Wir werden in den bestehenden Dorfläden unsere Produkte anbieten, so dass wir für die Läden keine Konkurrenz darstellen, sondern ihr Angebot erweitern und die Kunden zufriedenstellen.» 

Im Südtirol geschlachtet

Seit dem Jahr 2008 gibt es in der  Val Müstair keinen Schlachthof mehr. Daher sei auch die Verarbeitung des Fleisches eingeschränkt. «Die Bauern lassen ihr Vieh im Engadin, in Cazis oder seit 2010 sogar im Südtirol schlachten. Das Schlachten ennet der Landesgrenze wurde uns mittels Spezialbewilligung erlaubt», sagt Rico Lamprecht. Doch sei der Aufwand für solche Transporte ziemlich gross. Mit dem neuen Schlachthof und 
der Fleischverarbeitung werde demzufolge ein grosses Bedürfnis erfüllt. Man 
habe auch schon Personen, die diesen Betrieb leiten wollen und sich der neuen Herausforderung gerne annehmen, berichtet Lamprecht, der selber Bauer ist.

Lange Tradition im Tal

Die Gemeinde Val Müstair ist zwar im Besitz einer Getreidemühle und eines Areals, um das Getreide entgegenzunehmen und zu trocknen. Doch die Mühle ist seit dem Jahr 2011 ausser Betrieb und muss ersetzt werden. «Um dies vornehmen zu dürfen, hat der Gemeindevorstand beschlossen, uns, dem Verein Agricultura Jaura SCRL, das Gebäude, das vor der Gemeindefusion im Besitz der Melioration war und mit der  Fusion der Gemeinde übertragen wurde, zu einem fairen Preis zu verkaufen», berichtet Rico Lamprecht. 

Um das Getreide in Zukunft im Tal bewirtschaften zu können, sei es aber nötig, eine neue Mühle zu errichten. Die dadurch verursachten Kosten seien aber gut tragbar. «Getreideanbau hat in unserem Tal eine lange Tradition. Doch in den letzten Jahren ist dieser Anbau stark rückläufig», betont Lamprecht. 

Die Agrarpolitik habe sich jedoch verändert. Mit der AP 2014–17 sei  bei den Bauern auch die Motivation gestiegen, mehr Getreide anzubauen. Lamprecht: «Heute erhalten die Bauern Direktzahlungen, die sich der Fläche des bebauten Getreides anpassen. Darum sieht man in unserem Tal nun immer mehr Getreidefelder.»

Martina Fontana

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